Bachelorarbeit, 2022
48 Seiten, Note: 1.41
1. Einleitung
2. Säugling im sozialen Kontext
2.1 Grundbedürfnisse von Säuglingen
2.2 Historische Entwicklung von Säuglingsbild & Schlafverhalten
3. Modelle von Kinderbildern und Erziehung
3.1 Tabula-rasa-Modell
3.2 Entwicklungszentriertes Kinderbild/ romantisches Kinderbild
3.3 Bild der „guten Natur“
3.4 Modernes Kinderbild
4. Schlafverhalten von Säuglingen
5. Aktueller Forschungstand zum Thema Schlafverhalten bei Säuglingen
6. Einschlafmethoden
6.1 Rituale als Grundstein für Einschlafmethoden
6.2 Reformpädagogische Methode am Beispiel Attachment Parenting
6.3 Klassische Methode nach Ferber am Beispiel „Jedes Kind kann schlafen lernen“
6.4 Methode nach Schüer am Beispiel „ANGEL“-Methode
7. Bewertung und Vergleich der Einschlafmethoden
7.1 Bewertung Attachment Parenting
7.2 Bewertung Ferber-Methode
7.3 Bewertung ANGEL-Methode
7.4 Vergleich Attachment Parenting und Ferber-Methode
7.5 Vergleich ANGEL-Methode und Ferber-Methode
7.6 Vergleich Attachment Parenting und ANGEL-Methode
7.7 Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufgrund des Entstehungshintergrundes
7.8 Gemeinsamkeiten der drei Methoden in Bezug auf das Verhalten in der Nacht
8. Fazit und Diskussion
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht pädagogische Diskurse zum Schlafverhalten von Säuglingen im 20. und 21. Jahrhundert und analysiert gängige Einschlafmethoden auf ihre theoretischen Hintergründe und praktischen Auswirkungen hin. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für unterschiedliche Ansätze zu schaffen, diese kritisch miteinander zu vergleichen und einen professionellen pädagogischen Standpunkt zu entwickeln, anstatt eine dogmatische Bewertung vorzunehmen.
6.4 Methode nach Schüer am Beispiel „ANGEL“-Methode
Melanie Schüer ist Erziehungswissenschaftler:in und freie Autor:in für unterschiedliche Zeitungen und Onlineportale. Ferner führt sie Beratungen zum Thema Schwangerschaft sowie Schrei- und Schlafverhalten von Säuglingen und Kleinkindern durch. Schüer schreibt nicht nur Elternratgeber, sondern beschäftigt sich auch mit der Vermittlung des christlichen Glaubens bei Kindern. Zu diesem Themenbereich hat sie mehrere Bücher verfasst. Ihr Mann Simon Schüer, Co- Autor des Ratgebers, unterrichtet Physik und Mathe an einer Gesamtschule, beschäftigt sich aber auch mit zwischenmenschlichen Themen. Die beiden Autoren haben zwei Kinder, wobei vor allem das erste Baby als „Schreibaby“ definiert worden ist (vgl. Schüer & Schüer, 2017). Die Methode wurde von Melanie Schüer selbst entwickelt (Schüer, persönliche Kommunikation, 14.09.2021). In ihrem Buch „Babybrei und Bettgeflüster“ wird die „ANGEL“-Methode dargestellt.
Schüer & Schüer beschreiben nicht nur eine theoretische Methode, sondern beziehen sich in ihrer praktischen Arbeit, wie beispielsweise bei der Beratung von Eltern, auf dieses Verfahren. Es handelt sich bei diesem Konzept um einen „sanften Umgang mit Schlafproblemen, der die Bedürfnisse aller Familienmitglieder im Blick hat“ (Ebd., S. 125). Das Wort „ANGEL“ ist ein Akronym und kann in folgende Ideen unterteilt werden: Beginnend wird Anspannung lösen und Nähe schenken genannt. Darauf folgen die Aspekte, dass gute Schlafbedingungen zu schaffen sind und die Eigenständigkeit sanft gefördert wird. Abschließend wird die Förderung der Langeweile genannt (vgl. ebd., S. 126).
„Anspannung lösen“ bedeutet, dass ein Säugling erst eine Form der Entspannung erlangt haben sollte, um ruhig und entspannt einschlafen zu können. Dies kann durch die Durchführung einer Massage, beispielswies an den Extremitäten oder auch am Bauch, vollzogen werden. Bei langanhaltenden Einschlafproblemen kann auch medizinisches Fachpersonal in Form von Osteopath:innen oder Kinderärtzt:innen hinzugezogen werden. Diese können tiefsitzende Verspannungen lösen, oder medizinische Ursachen herausfinden bzw. ausschließen (vgl. ebd.).
Der Nachwuchs nutzt jedoch zum Teil auch das Schreien, um Anspannungen, Schmerzen oder Stress abzubauen. In diesen Momenten ist es empfehlenswert, den Säugling in den Arm zu nehmen und ihm körperliche und emotionale Nähe zu schenken (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Schlafs für Säuglinge sowie die Kontroversen um entsprechende Einschlafmethoden und definiert das Ziel der Arbeit.
2. Säugling im sozialen Kontext: In diesem Kapitel wird der Säugling als soziales Wesen betrachtet, seine Grundbedürfnisse definiert und die historische Entwicklung des Säuglingsbildes skizziert.
3. Modelle von Kinderbildern und Erziehung: Die verschiedenen theoretischen Modelle des Kindes, vom Tabula-rasa-Modell bis zum modernen Kinderbild, werden hier als Grundlage für erzieherische Ansätze dargelegt.
4. Schlafverhalten von Säuglingen: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten des physiologischen Schlaf- und Wachrhythmus von Säuglingen und dessen Entwicklung im ersten Lebensjahr.
5. Aktueller Forschungstand zum Thema Schlafverhalten bei Säuglingen: Hier wird der Forschungsstand zu Schlafproblemen und Einschlafmethoden anhand ausgewählter Studien zusammengefasst.
6. Einschlafmethoden: Das Kapitel stellt systematische Verfahren zur Vermittlung des Schlafens vor, darunter das Attachment Parenting, die Ferber-Methode sowie die ANGEL-Methode.
7. Bewertung und Vergleich der Einschlafmethoden: Die vorgestellten Methoden werden anhand ihrer Hintergründe, Ansätze und Auswirkungen kritisch bewertet und miteinander verglichen.
8. Fazit und Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Ratgeberliteratur und betont die Bedeutung individueller Entscheidungen im Erziehungsprozess.
Schlafverhalten, Säuglinge, Einschlafmethoden, Attachment Parenting, Ferber-Methode, ANGEL-Methode, Erziehung, Schlafrhythmus, Bindung, Bindungstheorie, Selbstregulation, Entwicklung, Elternratgeber, pädagogischer Diskurs, Schlafstörungen.
Die Arbeit befasst sich mit dem pädagogischen Diskurs über das Schlafverhalten von Säuglingen im 20. und 21. Jahrhundert und untersucht, wie verschiedene Erziehungsansätze den Schlaf von Säuglingen konzipieren.
Die Hauptthemen umfassen die historische Entwicklung des Säuglingsbildes, erziehungstheoretische Modelle, die physiologischen Grundlagen des Säuglingsschlafs sowie die Analyse und den Vergleich unterschiedlicher bekannter Einschlafmethoden.
Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für verschiedene Einschlafmethoden zu schaffen, deren Hintergründe zu beleuchten und diese kritisch miteinander zu vergleichen, anstatt eine einseitige Empfehlung auszusprechen.
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, um den Forschungsstand zum Thema Schlaf bei Säuglingen aufzuarbeiten und die Konzepte der verschiedenen Einschlafmethoden anhand von Fachliteratur und Ratgebern zu untersuchen und zu kontrastieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des sozialen Kontexts, theoretische Modelle von Kinderbildern, die Analyse der Schlafphysiologie sowie die detaillierte Vorstellung, Bewertung und der Vergleich der Methoden Attachment Parenting, Ferber-Methode und ANGEL-Methode.
Zentrale Begriffe sind das Schlafverhalten, verschiedene Einschlafmethoden, die Bedeutung von Bindung, Selbstregulation, die Rolle von Erziehungsratgebern sowie unterschiedliche philosophische und pädagogische Kinderbilder.
Während bei der ANGEL-Methode der Fokus auf dem Lösen von Anspannungen und dem Schenken von Nähe als Basis liegt, zeichnet sich die klassische Methode nach Ferber durch stringentere Regeln aus, bei denen die direkte Zuwendung bei nächtlichem Schreien bewusst begrenzt wird, um die Selbstregulation zu fördern.
Es wird als reformpädagogisch eingeordnet, da es eine Rückbesinnung auf natürliche Bedürfnisse und eine innige Mutter-Kind-Bindung fordert und sich explizit von traditionellen, autoritären Erziehungsmethoden abgrenzt, die den Fokus auf Gehorsam und Unabhängigkeit legten.
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