Diplomarbeit, 2009
122 Seiten, Note: 1
1 EINFÜHRUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 FORSCHUNGSLEITENDE FRAGESTELLUNGEN
1.3 METHODISCHES VORGEHEN UND AUFBAU DER ARBEIT
1.4 STAND DER LITERATUR UND DATENLAGE
2 PROBLEMHINTERGRUND UND THEORIE
2.1 DEFINITIONEN UND THEORIEN DER TRANSFORMATIONSFORSCHUNG
2.1.1 System- und Modernisierungstheorien
2.1.2 Kultur- und Akteurstheorien
2.2 ÖKONOMISCHE UND GESELLSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN DER TRANSFORMATION
2.2.1 Wirtschaftliche Veränderungen in der Tschechischen Republik
2.2.2 Privatisierung und Kommerzialisierung des Prager Immobilien- und Bodenmarktes
2.2.3 Institutioneller Umbau
2.2.4 Sozioökonomische und demographische Veränderungen
2.3 EINFLUSSFAKTOREN AUF DEN EINZELHANDEL IN DER PLAN- UND MARKTWIRTSCHAFT
2.3.1 Merkmale des Einzelhandels in marktwirtschaftlichen Systemen
2.3.2 Merkmale des Einzelhandels in planwirtschaftlichen Systemen
2.3.3 Systeme im Vergleich
3 ENTWICKLUNG DES PRAGER EINZELHANDELS
3.1 RAUM-ZEITLICHE TRANSFORMATIONSPHASEN IM EINZELHANDEL (NACH PÜTZ)
3.1.1 Umbruchphase
3.1.2 Wachstumsphase
3.1.3 Orientierungsphase
3.1.4 Modernisierungsphase
3.2 MODELL DES WANDELS DER STANDORTSTRUKTUR IN PRAG
3.3 INTERNATIONALISIERUNGS- UND MODERNISIERUNGSPROZESSE IM PRAGER EINZELHANDEL
3.3.1 Strukturwandel im Einzelhandel
3.3.2 Internationalisierung und Filialisierung
4 DARSTELLUNG DER FALLBEISPIELE IN PRAG
4.1 AUSWAHL DER OBJEKTE UND METHODISCHES VORGEHEN
4.1.1 Räumliche Lage und Kurzportrait „Vinohradský Pavilon“
4.1.2 Räumliche Lage und Kurzportrait „Centrum Černý Most“
4.1.3 Räumliche Lage und Kurzportrait „Palladium“
4.1.4 Räumliche Lage und Kurzportrait „Arkadý Pankrác“
4.2 SHOPPINGCENTER GENERATIONEN UND ZWISCHENFAZIT
5 DER PRAGER EINZELHANDEL UND SEINE AKTEURE IM TRANSFORMATIONSPROZESS
5.1 VERÄNDERUNGEN RÄUMLICHER STRUKTUREN
5.1.1 Strategien und Konzepte der Prager Stadtadministration
5.1.2 Entwicklungstrends und Handlungsstrategien
5.2 AKTEURE IM PRAGER EINZELHANDEL
5.2.1 Stadtadministration
5.2.2 Internationale Handelsunternehmen
5.2.3 Projektentwickler
5.2.4 Immobiliendienstleister
5.3 EINFLUSSMÖGLICHKEITEN UND KONFLIKTFELDER UNTER DEN AKTEUREN
5.3.1 Developerunternehmen und Administration
5.3.2 Handelsunternehmen und Immobiliendienstleister
5.3.4 Ergebnisse der Analyse
5.4 ERWEITERUNG RAUM-ZEITLICHER TRANSFORMATIONSPHASEN
5.4.1 Umbruchphase ab 1989
5.4.2 Wachstumsphase ab 1992
5.4.3 Orientierungsphase ab 1996
5.4.4 Modernisierungsphase ab 2000
5.4.5 Konsolidierungsphase ab 2007
6 RESÜMEE
Die Arbeit untersucht die Wandlungsprozesse der Akteurskonstellationen bei Standortentscheidungsprozessen im Prager Einzelhandel während der Systemtransformation. Ziel ist es zu analysieren, wie Macht und Kompetenzen zwischen Stadtverwaltung, Investoren und Einzelhändlern verteilt sind und welchen Einfluss diese Dynamiken auf die räumliche Stadtstruktur Prags ausüben.
3.1.1 Umbruchphase
In der ab ca. 1989 begonnenen Umbruchphase finden noch vor dem Einsetzen der Privatisierung umfangreiche interne Restrukturierungsprozesse statt. Es kommt zu einer Überlagerung alter, sozialistischer Standort- und Strukturmuster mit typischen Einzelhandelsstrukturen der Transformation. Wohnortnahe Betriebe zur Deckung des Grundbedarfs und zentralörtlich angeordnete Betriebe zur Deckung des mittel- und langfristigen Bedarfs herrschen vor.
Privater Einzelhandel existiert nur in den kleinen Geschäften in den alten, vor Beginn der sozialistischen Phase entstandenen Quartieren. Eine starke Konzentration der staatlichen Betriebe minimiert den Kontrollaufwand. In den sozialistischen Großwohnsiedlungen, dominiert durch Plattenbauweise, herrscht Unterversorgung aufgrund mangelnden Angebots. Staatliche Kontrolle des Warensortiments und der Preise bedingen einen geringen Entscheidungsfreiraum der verantwortlichen Akteure vor Ort. Das führt zu geringer Differenzierung, es herrschen traditionelle Betriebsformen vor (vgl. 2.3.2).
Im Laufe erster Liberalisierungsmaßnahmen kommt es durch steigende Nachfrage nach Konsumgütern zur massiven Zunahme privater Einzelhandelsaktivitäten, jedoch vorerst ohne Erschließung neuer Standortlagen. Transformationsspezifische Betriebsformen bilden sich aus. Es kommt zur Differenzierung im Einzelhandel. Der Markthandel ist eine dieser transformationsspezifischen Einzelhandelsformen. Er profitiert von seiner Flexibilität, da dieser nicht standortgebundenen ist. Auch Kiosk- und Budenhandel gehört zu diesen speziellen Verkaufsformen. Diese Sektoren des Einzelhandels wachsen in dieser Zeit wesentlich schneller als der Ladenbezogene Einzelhandel. Auch kommt es zum „Warenhaushandel“, bei dem ungenutzte Flächen in den staatlichen Kaufhäusern an private Unternehmer vermietet werden (vgl. Pütz, 1998).
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt die Problemstellung und Forschungsfragen dar und erläutert das methodische Vorgehen sowie den Aufbau der Diplomarbeit.
2 PROBLEMHINTERGRUND UND THEORIE: Hier werden theoretische Grundlagen der Transformationsforschung, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Unterschiede zwischen Plan- und Marktwirtschaftssystemen beleuchtet.
3 ENTWICKLUNG DES PRAGER EINZELHANDELS: Dieser Teil beschreibt die raum-zeitlichen Transformationsphasen sowie den Wandel der Standortstruktur in Prag seit 1989.
4 DARSTELLUNG DER FALLBEISPIELE IN PRAG: Vier spezifische Einzelhandelsobjekte in Prag werden detailliert untersucht und verschiedenen Shoppingcenter-Generationen zugeordnet.
5 DER PRAGER EINZELHANDEL UND SEINE AKTEURE IM TRANSFORMATIONSPROZESS: Die Analyse konzentriert sich auf die Akteurskonstellationen, Einflussmöglichkeiten und Konfliktfelder zwischen Stadtverwaltung, Investoren und Händlern.
6 RESÜMEE: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Prager Einzelhandel.
Transformation, Einzelhandel, Prag, Stadtplanung, Standortentscheidung, Akteurskonstellation, Projektentwicklung, Immobilienmarkt, Systemwechsel, Marktwirtschaft, Einzelhandelsstruktur, Shoppingcenter, Investoren, Stadtentwicklung, Transformationstheorie
Die Arbeit befasst sich mit den Transformationsprozessen im Prager Einzelhandel nach dem Ende des sozialistischen Systems und untersucht, wie sich Standortentscheidungen unter veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelt haben.
Zentral sind der Wandel der Akteursbeziehungen, der Einfluss von ausländischen Investoren, die Rolle der Stadtplanung bei der Standortvergabe und die strukturelle Entwicklung der Einzelhandelslandschaft in Prag.
Das Ziel ist es zu ergründen, wie sich die Konstellationen der beteiligten Akteure – von Stadtverwaltung bis zu privaten Projektentwicklern – geformt und gewandelt haben, um den Einzelhandel an der räumlichen Struktur Prags auszurichten.
Die Arbeit nutzt einen handlungsgeographischen Ansatz, kombiniert mit Experteninterviews bei relevanten Akteuren sowie einer detaillierten Stakeholderanalyse, um die Macht- und Kompetenzverteilung empirisch zu erfassen.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Rahmenbedingungen, die zeitlichen Phasen der Transformation des Einzelhandels sowie konkrete Fallbeispiele, die als Basis für die Akteursanalyse dienen.
Schlüsselbegriffe sind Transformationsprozess, Standortentscheidung, Akteurskonstellation, Einzelhandelsstruktur und Projektentwicklung.
Die Stadtverwaltung wandelte sich von einer zentralen Planungsinstanz in der Planwirtschaft hin zu einem beratenden Gremium in einer durch Kooperation (Governance) geprägten Marktwirtschaft.
Die Beispiele wie das "Palladium" oder das "Centrum Černý Most" verdeutlichen, wie unterschiedliche Generationen von Einkaufszentren die Stadtstruktur beeinflussen und welche Bedeutung Standortentscheidungen der Projektentwickler für die heutige Polyzentralität Prags haben.
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