Bachelorarbeit, 2023
60 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Terminologien
2.1. Bildung als Begriff für Lebenschancen
2.2. Das deutsche Bildungssystem – eine Zusammenfassung
2.2.1. Elementarbereich
2.2.2. Primarbereich
2.2.3. Sekundarbereich I
2.2.4. Sekundarbereich II
2.2.5. Tertiärbereich
2.3. Migration und Migrationsgeschichte
2.3.1. Begriffsklärung Migration
2.3.2. Gesellschaftliche Veränderungen durch Migration
2.3.3. Begriffsklärung Migrationsgeschiche und Kritik am Begriff „Migrationshintergrund“
2.4. Soziale Ungleichheit, Chancenungleichheit und Chancengerechtigkeit
2.4.1. Soziale Ungleichheit
2.4.2. Chancengleichheit und Chancenungleichheit
2.4.3. Bildungsgerechtigkeit und Leistungsprinzip
3. Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit
3.1. Bildungsungleichheit intersektional betrachtet
3.1.1. Begriffsklärung von „Intersektionalität“
3.1.2. Intersektionalität in der Pädagogik und Erziehungswissenschaft
3.1.3. Zusammenfassung Intersektionalität
3.2. Homogenität und Heterogenität im Bildungskontext
3.2.1. Begriffsklärung von „Homogenität“ und „Heterogenität“
3.2.2. Homogenisierung an deutschen Schulen
3.2.3. Kritik an der Homogenisierung im deutschen Bildungssystem
3.3. Kapitaltheorie von Pierre Bourdieau zur Erklärung von Ungleichheit
3.3.1. Ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital nach Bourdieu
3.3.2. Zusammenfassung Kapital
3.4. Primäre und sekundäre Effekte der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg nach Boudon (1974)
3.4.1. Merkmale mit Einfluss auf den Bildungserfolg
3.4.2. Primäre Herkunftseffekte und Sekundäre Herkunftseffekte
3.4.3. Übertragung auf die Bevölkerung mit Migrationsgeschichte
4. Empirische Befunde und Analyse von Bildungsungleichheiten
4.1. Lesekenntnisse als Grundbaustein für Lebenschancen
4.2. Bildungsungleichheit und PISA
4.2.1. PISA – eine Einführung
4.2.2. Ergebnisse der Lesekompetenz deutscher Schülerinnen und Schüler
4.2.3. Ergebnisse der Mathematikkompetenz deutscher Schüler:innen
4.2.4. Ergebnisse der Kompetenz in den Naturwissenschaften der deutschen Schülerschaft
4.2.5. Chancengerechtigkeit und das deutsche Bildungssystem
4.2.6. Chancengerechtigkeit für deutsche Schüler:innen im Migrationskontext
4.2.7. Zusammenfassung der PISA-Ergebnisse
4.3. Internationale Grundschul-Lese Untersuchung 2021
4.3.1. IGLU – eine Einführung
4.3.2. Zusammenfassung der Ergebnisse
4.3.3. Bildungsaspirationen am Übergang zur Sekundarstufe
4.3.4. Soziale Ungleichheit in der Lesekompetenz
4.3.5. Migrationsbedingte Disparitäten in der Lesekompetenz in Deutschland und im internationalen Vergleich
4.4. Zusammenhang von primären und sekundären Effekten und Schulleistungen
5. Diskussion und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte im deutschen Bildungssystem, wobei besonderes Augenmerk auf den sozioökonomischen Hintergrund sowie die Mechanismen der Bildungsungleichheit gelegt wird, um Ansatzpunkte für eine gerechtere Bildungspraxis zu identifizieren.
3.1.1. Begriffsklärung von „Intersektionalität“
„Consider an analogy to traffic in an intersection, coming and going in all four directions. Discrimination, like traffic through an intersection, may flow in one direction, and it may flow in another. If an accident happens in an intersection, it can be caused by cars traveling from any number of directions and, sometimes, from all of them. Similarly, if a Black women is harmed because she is in the intersection, her injury could result from sex discrimination or race discrimination“ (Crenshaw, 1989, S.149).
Der Begriff „Intersektionalität“ wurde durch die Juristin und Professorin Kimberlé Crenshaw eingeführt. Intersektionalität meint, „dass soziale Kategorien wie Gender, Ethnizität, Nation oder Klasse nicht isoliert voneinander konzeptualisiert werden können, sondern in ihren ‚Verwobenheiten‘ oder ‚Überkreuzungen‘ (intersections) analysiert werden müssen“ (Walgenbach, 2012, S.81). Dazu verwendete Crenshaw wie im Zitat oben zu lesen ist, die Metapher einer Straßenkreuzung (im Englischen: intersection) dafür, dass Diskriminierungen nicht nur aus einer Richtung oder durch eine Bedingung zu erklären sind, sondern auf vielseitige Benachteiligungsursachen und möglicherweise deren Kausalzusammenhänge zurückgeführt werden kann (vgl. Pangritz, 2020, S. 142). Es geht also um die Berücksichtigung von mehreren sozialen Kategorien und deren Wechselwirkungen (vgl. Walgenbach 2012, S.81).
Intersektionalität kann nicht den alleinigen Anspruch auf die Analyse der Wechselwirkungen zwischen sozialen Kategorien erheben, da sie sich speziell auf die Untersuchung sozialer Ungleichheiten und Machtverhältnisse konzentriert und daher Differenzkategorien wie Leistungsheterogenität oder Fachkompetenz, die im Rahmen von „Diversity“ oft betrachtet werden, welche nicht in den Fokus intersektionaler Analysen fallen (Walgenbach: Intersektionalität - eine Einführung, 2012, S. 2).
1. Einleitung: Definiert Bildung als Menschenrecht und thematisiert das zentrale Problem der Bildungsungleichheit im deutschen Schulsystem, insbesondere im Kontext von Migration.
2. Terminologien: Erläutert grundlegende Begriffe wie Bildung, das deutsche Bildungssystem, Migration und verschiedene Dimensionen sozialer Ungleichheit.
3. Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit: Analysiert theoretische Modelle wie Intersektionalität, Homogenität/Heterogenität, Bourdieus Kapitaltheorie und Boudons Herkunftseffekte zur Erklärung von Leistungsunterschieden.
4. Empirische Befunde und Analyse von Bildungsungleichheiten: Präsentiert und vergleicht aktuelle Daten aus PISA- und IGLU-Studien zur Leistungsfähigkeit und Chancengerechtigkeit im deutschen System.
5. Diskussion und Ausblick: Reflektiert die Ergebnisse, fordert bildungspolitische Reformen und betont die Bedeutung individueller Förderung sowie intersektionaler Ansätze.
Bildungsungleichheit, Migrationsgeschichte, Chancengerechtigkeit, Intersektionalität, PISA-Studie, IGLU, Kapitaltheorie, Bourdieu, Soziale Herkunft, Heterogenität, Bildungspolitik, Lesekompetenz, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Diskriminierung.
Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit der Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte im deutschen Bildungssystem auseinander und betrachtet dabei die Rolle des sozioökonomischen Hintergrunds.
Die zentralen Themen umfassen Begriffe wie soziale Ungleichheit, Migrationsgeschichte, Kapitaltheorien, fachdidaktische Erklärungsansätze für Leistungsunterschiede sowie die Analyse internationaler Schulleistungsstudien.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Bildungsungleichheiten für Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte bestehen und wie diese durch sozioökonomische Strukturen verstärkt werden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch soziologische und pädagogische Theorien (u.a. Bourdieu, Boudon) sowie einer Sekundäranalyse und Interpretation aktueller empirischer Daten aus PISA- und IGLU-Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit und die empirische Überprüfung dieser anhand von Ergebnissen großflächiger Studien zur Lesekompetenz und Mathematikleistung.
Wichtige Begriffe sind Bildungsungleichheit, Migrationsgeschichte, Intersektionalität, Chancengerechtigkeit und die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu.
Intersektionalität dient als analytisches Werkzeug, um zu verstehen, wie verschiedene diskriminierende Merkmale (z.B. Herkunft, Geschlecht, soziale Lage) ineinandergreifen und Bildungsungleichheiten komplex verstärken.
Primäre Effekte beziehen sich auf den direkten Einfluss der sozialen Herkunft auf die Leistung, während sekundäre Effekte Entscheidungen im Bildungsweg beschreiben, die unabhängig von der gemessenen Leistung aufgrund der sozialen Herkunft innerhalb der Familie getroffen werden.
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