Diplomarbeit, 2012
115 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
1.1 Relevanz des Themas: Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit im Alter
1.2 Problem- und Fragestellung der Arbeit
1.3 Zielsetzung und Methodik
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Gerontologische und gerontopsychiatrische Kontexte
2.1 Der Altersbegriff – Alter und Altern
2.2 Demografische Entwicklungen
2.3 Einstellungen zum Altern und ihr Wandel
2.4 Lebenssituationen älterer Menschen heute
2.5 Entwicklungspsychologische Kontexte
2.6 Medizinische Kontexte: Gesundheit und Altern
2.7 Gerontopsychiatrische Erkrankungen
3. Sucht im Alter
3.1 Suchttheorie
3.1.1 Definitionen „Sucht“ und „Abhängigkeit“
3.1.2 Diagnostik und Kriterien
3.1.3 Theorien der Suchtentstehung und neurowissenschaftliche Erkenntnisse
3.2 Alkoholabhängigkeit im Alter
3.2.1 Substanz Alkohol
3.2.1.1 Geschichtliche Aspekte
3.2.1.2 Pharmakologische Aspekte der Substanz Alkohol
3.2.1.3 Neurobiologische Wirkungen des Alkohols
3.2.1.4 Alkoholrausch und Entzugssymptome
3.2.2 Alkoholwirkungen im Alter
3.2.3 Ursachen der Alkoholabhängigkeit im Alter
3.2.4 Erscheinungsbild von Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit im Alter
3.2.5 Epidemiologie
3.2.6 Diagnostik
3.2.7 Therapie und Behandlung von Alkoholabhängigkeit im Alter
3.3 Medikamentenabhängigkeit im Alter
3.3.1 Medikamente als Suchtmittel: Benzodiazepine, Schlaf und Beruhigungsmittel
3.3.1.1 Pharmakologische Aspekte
3.3.1.2 Neurobiologische Aspekte
3.3.1.3 Suchtpotenzial
3.3.1.4 Entzug bei Medikamentenabhängigkeit
3.3.2 Medikamentenwirkungen im Alter
3.3.3 Ursachen von Medikamentenabhängigkeit im Alter
3.3.4 Erscheinungsbild von Medikamentenabhängigkeit im Alter
3.3.5 Epidemiologie
3.3.5 Diagnostik
3.3.6 Therapie und Behandlung
4. Soziale Arbeit mit älteren alkohol- und medikamentenabhängigen Menschen
4.1 Der Wandel im Umgang mit Abhängigkeit und Sucht
4.2 Problemfelder
4.2.1 Hilfebedarf und Versorgungslage
4.2.2 Stigmatisierung
4.2.3 Aufbau sozialer Netze
4.2.4 Abhängigkeit und Missbrauch in der stationären und ambulanten Altenhilfe
4.2.5 Abhängigkeitserkrankungen und Demenz
4.3 Soziale Arbeit mit älteren Alkohol- und Medikamentenabhängigen in der Praxis
4.4 Praxisbeispiel: Klinik Fredeburg
5. Sucht – (k)ein Thema im Alter?
6. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Bündelung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten im Alter, um die Versorgungssituation kritisch zu beleuchten und Ansätze für eine altersgerechte Handlungsweise in der Sozialen Arbeit zu entwickeln. Die Arbeit untersucht, wie sich die Lebensphase Alter sowie spezifische suchttheoretische und medizinische Kontexte auf die Entstehung und Behandlung dieser Erkrankungen bei Senioren auswirken.
Die Sucht als "stille Sucht"
In den letzten Jahren rückt allmählich ein Thema in den Fokus der Öffentlichkeit, dessen Existenz lange Zeit nur Fachleuten bekannt war und kaum öffentliche Aufmerksamkeit erregte: Abhängigkeitserkrankungen bzw. Sucht im Alter. Hatte die Forschung noch in den 1980er-Jahren angenommen, dass Suchterkrankungen im Alter von selbst verschwinden würden oder nur bei Abhängigen mit Erkrankung im frühen Erwachsenenalter dann auch im höheren Alter auftreten, so zeigen empirische Studien und die Erkenntnisse der Fachleute aus Suchthilfe und Gerontopsychiatrie ein anderes Bild: „Sucht kennt keine Altersgrenzen“ (Giebel 2008, S. 3).
Neuere Publikationen sprechen sogar von einer neuen stillen Epidemie. So geht die Forschung davon aus, dass in Deutschland mehrere Hunderttausende Menschen über 60 Jahre von einer Abhängigkeit von psychotropen Stoffen betroffen sein können. Auffallend ist das überwiegende Fehlen eines öffentlich-gesellschaftlichen Diskurses über Altersabhängigkeit. Somit stellt sie sich zurzeit tatsächlich noch als eine stille Sucht dar, die zwar unmittelbar die Erkrankten, ihre Familien und die Mitarbeiter der Suchthilfe betrifft, im gesellschaftlichen Bewusstsein aber nicht vorhanden ist bzw. in ihren spezifischen Behandlungskonzepten noch weiter ausgebaut werden muss.
1. Einführung: Das Kapitel führt in die Relevanz der Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit im Alter ein und definiert die Problemstellung sowie die wissenschaftliche Methodik der Untersuchung.
2. Gerontologische und gerontopsychiatrische Kontexte: Es werden demografische, psychologische und medizinische Aspekte des Alterns erörtert, um eine Basis für das Verständnis von Suchtentwicklung bei Senioren zu schaffen.
3. Sucht im Alter: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert Suchttheorien, Diagnostik und spezifische Behandlungskonzepte für Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit bei älteren Patienten.
4. Soziale Arbeit mit älteren alkohol- und medikamentenabhängigen Menschen: Das Kapitel beleuchtet Versorgungsstrukturen, Rollen der Sozialen Arbeit und präsentiert mit der Klinik Fredeburg ein praktisches Behandlungsbeispiel.
5. Sucht – (k)ein Thema im Alter?: Eine abschließende Diskussion über das Tabuthema Sucht im Alter und die Herausforderungen für die zukünftige psychosoziale Versorgung.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit konzertierter Handlungen und partizipativer Ansätze in der Suchthilfe für ältere Menschen.
Altersabhängigkeit, Alkoholmissbrauch, Medikamentenabhängigkeit, Suchthilfe, Gerontopsychiatrie, Soziale Arbeit, Benzodiazepine, Demenz, Suchttheorie, Altersarmut, Stigmatisierung, Prävention, Lebenszufriedenheit, Entzug, psychosoziale Versorgung.
Die Arbeit untersucht die Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten bei älteren Menschen, ein Thema, das in der öffentlichen Wahrnehmung bislang weitgehend als "stille Sucht" vernachlässigt wurde.
Die Schwerpunkte liegen auf den gerontologischen Lebensbedingungen, den spezifischen Abhängigkeitsursachen im Alter, der diagnostischen Problematik sowie den Einsatzmöglichkeiten der Sozialen Arbeit.
Ziel ist die Bündelung aktueller Erkenntnisse, um die Versorgungssituation zu bewerten und ein Verständnis für eine altersgerechte Intervention zu schaffen, die über das starre Paradigma der reinen Abstinenz hinausgeht.
Es handelt sich um eine sozialwissenschaftliche Analyse, die den vorhandenen Forschungsstand sichtet und durch Erkenntnisse historischer, medizinisch-psychologischer und neurobiologischer Studien ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in Theorien zur Suchtentstehung, differenzierte Analysen zu Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit bei Senioren sowie ein spezifisches Praxisbeispiel für deren Behandlung.
Wichtige Fachbegriffe sind Altersabhängigkeit, Suchthilfe, Gerontopsychiatrie, Benzodiazepine, Stigmatisierung und psychosoziale Versorgung.
Ältere Patienten erfordern einen motivierenden Interaktionsstil statt reiner Konfrontation, da ihre Lebenssituation (z. B. Multimorbidität, Verlusterlebnisse) spezifische Bedürfnisse bei der Zielhierarchie der Therapie bedingt.
Die Symptome verschleiern sich oft hinter alterstypischen Anzeichen wie Vergesslichkeit oder Müdigkeit, und die Patienten sind oft in hausärztlicher Langzeitbehandlung, was eine wahllose Einnahme zunächst verschleiert.
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