Bachelorarbeit, 2022
54 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung: Zur Relevanz des Philosophierens im Deutschunterricht am Beispiel von Janne Tellers „Nichts“
2. Sachanalyse von Janne Tellers „Nichts“
2.1. Einführende Aspekte
2.1.1. Über die Autorin Janne Teller
2.1.2. Kurze inhaltliche Darstellung von „Nichts. Was im Leben wichtig ist“
2.3. Literatur- und medienwissenschaftliche Aspekte
2.3.1. Gattungstheoretische Bestimmung von „Nichts“
2.3.2. Die Erzählkonstruktion und narrative Handlungsstruktur
2.3.3. Handlungsorte und Figuren
2.3.4. Sprache und Stil
2.4. Didaktisch-methodische Aspekte
2.4.1. Diskurse: Philosophie, Psychologie und Kulturkritik
2.4.2. Didaktisches Potenzial von „Nichts“
2.5. Einordnung in fachdidaktische Konzeptionen
2.5.1. Philosophieren im Deutschunterricht nach Frederking und Krommer (2014)
2.5.2. Identitätsorientierter Literaturunterricht nach Frederking
3. Stundenentwurf zu Janne Tellers „Nichts“
3.1. Der Didaktische Dreischritt als Unterrichtsmodell
3.2. Erste Textbegegnungen
3.2.1. Subjektive Annäherung: Digitales Schreibgespräch
3.2.2. Objektivierende Erschließung: Literarisches Unterrichtsgespräch
3.2.3. Soziale und personale Applikation: produktives Verfahren
3.3. Der „Berg der Bedeutung“
3.3.1. Subjektive Annäherung: Was ist für mich Bedeutung?
3.3.2. Objektivierende Erschließung: Die Struktur des Berges in „Nichts“
3.3.3. Soziale und personale Applikation: Bedeutung in der Konsumgesellschaft
4. Resümee
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung des Philosophierens im Deutschunterricht am Beispiel des Jugendromans „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller zu verdeutlichen und als fachliches Konzept zu etablieren. Dabei wird der Roman einer literaturwissenschaftlichen Analyse unterzogen und in didaktische Konzepte wie das Philosophieren im Deutschunterricht sowie den identitätsorientierten Literaturunterricht eingeordnet, um schließlich praktische Anwendungsmöglichkeiten in Form eines Unterrichtsentwurfs aufzuzeigen.
Die Erzählkonstruktion und narrative Handlungsstruktur
Bei der 14-jährigen Erzählerin Agnes handelt es sich um eine homodiegetische Erzählinstanz, wobei diese im Sinne Lanser als eine der Hauptfiguren einzustufen ist, da Agnes selbst an den Geschehnissen der Klasse beteiligt gewesen ist und nun die Ereignisse retrospektiv erzählt, denn diese liegen vom Erzählzeitpunkt aus etwa acht Jahre zurück (vgl. Teller 2019, S. 140).
Diese figurale Identität führt dazu, dass Agnes zum einen als Schülerin der siebten Klasse erscheint, die Teil der Handlung ist und genau wie ihre Mitschüler/-innen dem Gruppenzwang unterlegen ist. Ähnlich wie ihre Mitschüler/-innen erscheint sie daher oberflächlich-schemenhaft, sodass sie besonders zu Beginn nicht von der Gruppe zu unterscheiden ist, was unter anderem auch an dem häufigen Gebrauch der 1. Person Plural liegt. Zum anderen tritt Agnes immer wieder als acht Jahre ältere Erzählerin auf, was besonders an den eingestreuten Prolepsen deutlich wird (vgl. u.a. Teller 2019, S. 28).
Trotz ihrer rückblickenden Erzählperspektive liegt jedoch keine Nullfokalisierung vor, da die Erzählerin Agnes beispielsweise nicht weiß, was bei Sofies Opfer geschah: „Ich weiß nicht genau, was an jenem Abend geschah, als der große Hans Sofie half, die Unschuld zu verlieren.“ (Teller 2019, S. 74) oder auch beim Raub der Jesus-Statue: „Ich war nicht selbst dabei, aber nach dem, was mir Marie-Ursula […] erzählte, […] war es nicht so gut gegangen wie geplant.“ (Teller 2019, S. 77). Aufgrund ihres eingeschränkten Erzählwissens muss daher von einer internen Fokalisierung ausgegangen werden, welche vor allem Distanz zu den einzelnen Handlungen und Akteuren erzeugt, da sich die Erzählinstanz Agnes beispielsweise auf die Aussagen anderer berufen muss. Die dadurch entstehenden Leerstellen bewirken zudem eine gewisse Unbeteiligtheit am Geschehen, was nicht zuletzt auch zu einer gewissen Unzuverlässigkeit der Erzählinstanz führt, denn die Leser/-innen können einerseits nur an der Sicht von Agnes teilhaben, andererseits lässt der große zeitliche Abstand von acht Jahren ebenfalls Zweifel an der Genauigkeit und Zuverlässigkeit der erzählten Ereignisse entstehen.
1. Einführung: Zur Relevanz des Philosophierens im Deutschunterricht am Beispiel von Janne Tellers „Nichts“: Die Einleitung beleuchtet die Kontroversen um den Roman und begründet die Relevanz philosophischer Reflexion im Deutschunterricht.
2. Sachanalyse von Janne Tellers „Nichts“: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Auseinandersetzung mit Autorin, Inhalt, literarischen Strukturen sowie philosophischen und didaktischen Aspekten des Romans.
3. Stundenentwurf zu Janne Tellers „Nichts“: Dieser Teil beschreibt die praktische Umsetzung des Didaktischen Dreischritts an einem Gymnasium anhand konkreter Phasen wie dem digitalen Schreibgespräch und der Applikation auf die Lebenswelt.
4. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass Philosophieren im Deutschunterricht ein genuin fachliches Konzept darstellt und durch aktuelle Trends wie den „Ethikboom“ an Bedeutung gewinnt.
Nichts, Janne Teller, Philosophieren im Deutschunterricht, Identitätsorientierter Literaturunterricht, Parabel, Nihilismus, Existenzialismus, Didaktischer Dreischritt, Erzählkonstruktion, Mediendidaktik, Gruppendynamik, Sinnfrage, Literarisches Unterrichtsgespräch, Produktive Verfahren, Konsumgesellschaft
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Notwendigkeit des Philosophierens im Deutschunterricht anhand des Jugendromans „Nichts“ von Janne Teller.
Die zentralen Felder umfassen die literarische Analyse des Romans, die fachdidaktische Verankerung des Philosophierens sowie die identitätsorientierte Förderung von Schülerinnen und Schülern.
Das Ziel ist es, die didaktische Bedeutung des Philosophierens mit Literatur aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie Schülerinnen und Schüler auf Basis eines literarischen Werkes zu eigenständiger philosophischer Reflexion angeregt werden können.
Die Arbeit stützt sich auf literaturwissenschaftliche Text- und Strukturanalysen sowie auf fachdidaktische Konzepte des identitätsorientierten Unterrichts und der empirisch orientierten Literaturdidaktik.
Der Hauptteil analysiert den Roman in literar- und medienwissenschaftlicher Hinsicht, ordnet ihn in fachdidaktische Konzeptionen ein und präsentiert einen konkreten Unterrichtsentwurf für die 9. Klasse.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Nihilismus, Identitätsfindung, Philosophische Tiefendimension, Digitales Schreibgespräch und der Didaktische Dreischritt.
Der Roman wird aufgrund seines inhärenten nihilistischen Grundtons, der konsequenten Sinnfrage und der Notwendigkeit einer philosophischen Reflexion zum Verstehen des Textes als solcher kategorisiert.
Agnes agiert als homodiegetische, retrospektiv erzählende Instanz, die durch ihre Doppelrolle als damalige Schülerin und erwachsene Erzählerin Distanz sowie kritische Reflexion ermöglicht.
Der Unterricht setzt verstärkt auf Schülersubjektivität, digitale Werkzeuge wie Padlet und produktive Verfahren, statt das Gespräch primär durch die Lehrkraft zu lenken.
Das Thema dient als Anknüpfungspunkt in der dritten Phase (Applikation), um durch die Reflexion über eigenen Konsum die Sinnfrage des Romans in die heutige Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler zu übertragen.
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