Masterarbeit, 2007
66 Seiten, Note: passed
1 Einleitung
2 Basel II - Die neuen Eigenkapitalanforderungen
2.1 Quantitative Mindestkapitalanforderungen
2.2 Qualitative Bankenaufsicht und Offenlegungspflichten
2.3 Wesentliche Änderungen
3 Management von Kreditrisiken aus regulatorischer Sicht
3.1 Kreditrisikomessung und –steuerung
3.1.1 Definitionen und Erläuterungen relevanter Begriffe
3.1.2 Risikogewichte im Standardansatz
3.1.3 Risikogewichte im IRB-Ansatz
3.2 Eigenkapitalanforderung als Risikopuffer
3.3 Risikokosten in der Kreditkalkulation
4. Auswirkungen für die deutsche Kreditwirtschaft
4.1 Quantitativer Vergleich der Ansätze im Einzelnen
4.1.1 Basel-I-Ansatz versus Standardansatz
4.1.2 Standardansatz versus IRB-Ansatz
4.1.3 Wirkungsweise und Interpretation der IRB-Formeln
4.2 Risikokosten und Kreditkonditionen
4.3 Weitere gesamtkreditwirtschaftliche Implikationen
5 Zusammenfassende Würdigung
Summary
Diese Masterarbeit analysiert die Auswirkungen der regulatorischen Vorgaben von Basel II auf das Kreditrisikomanagement in Deutschland. Ziel ist es, den funktionalen Zusammenhang zwischen risikodifferenzierter Eigenkapitalunterlegung und risikoadäquater Kreditkonditionierung zu untersuchen und die Arbeitsthese zu verifizieren, dass Basel II zu verbesserten Anforderungen und einer präziseren Kreditpreisgestaltung führt.
(1) „Klassisches Kreditgeschäft“ und Kreditrisiko (Credit risk)
Der Kreditbegriff kommt aus dem lateinischen Wort credere (glauben, vertrauen). In diesem Sinne kann ein Kreditgeschäft so interpretiert werden, dass der Kreditgeber sein Vertrauen in die Fähigkeit und Bereitschaft des Kreditnehmers setzt, seine Schuldverpflichtungen zu erfüllen. In rechtlicher Hinsicht ist ein Kredit i. e. S. ein Darlehen – befristet zur Verfügung gestellte Zahlungsmittel (Geldleihe)42 - gemäß §§ 607 BGB, dass sog. „klassische Kreditgeschäft“ (s. Abschnitt 1, weitere Abgrenzung für die Bearbeitung).
Nach dem Kreditwesengesetz wird der Kreditbegriff weiter gefasst und beinhaltet alle Kreditpositionen, die einem Adressenausfallrisiko unterliegen. Beispielsweise auch außerbilanzielle Geschäfte, wie Aktien.43
Überleitend kann nun das damit verbundene Kreditrisiko definiert werden: Der Begriff „Kreditrisiko“ ist im wissenschaftlichen Schrifttum mit unterschiedlichen Ausprägungen definiert. Weiterhin lässt sich unter Basel-II eine explizite Definition nicht finden. Es existieren allerdings verschiedene Erklärungen und Hinweise:
Basel-II definiert u. a. den Begriff „Kreditausfall“ als Ereignis der Zahlungsunfähigkeit und des Zahlungsverzugs des Schuldners. Weiterhin ist eine laufende Bonitätseinschätzung des Kreditnehmers vorgeschrieben.44 Sie soll vor allem damit die Gefahr erfassen, wenn sich die Bonität des Schuldners nach Beginn der Kreditlaufzeit verschlechtert (Bonitätsrisiko).45 Weiterhin wird der Begriff „Kreditrisiko“ als Möglichkeit einer nicht vertragskonformen Erfüllung der Schuldnerverpflichtungen verstanden.46
In der wissenschaftlichen Literatur lässt sich folgende Definition finden, die die oben genannten Erklärungen erfassen: Unter Kreditrisiko wird das Risiko von Verlusten infolge des Ausfalls eines Kreditnehmers verstanden, der seinen Rückzahlungsverpflichtungen überhaupt nicht, nur zum Teil oder zu einem späteren Zeitpunkt als vertraglich vereinbart nachkommt.
1 Einleitung: Hier erfolgt die thematische Abgrenzung der Arbeit auf das Kreditrisikomanagement unter Basel II sowie die Formulierung der zentralen Arbeitsthese zur Eigenkapitalanforderung und Kreditkonditionierung.
2 Basel II - Die neuen Eigenkapitalanforderungen: Dieses Kapitel erläutert die Ziele und den Aufbau des Drei-Säulen-Modells von Basel II und vergleicht es mit dem bisherigen Basel-I-Standard.
3 Management von Kreditrisiken aus regulatorischer Sicht: Es werden die methodischen Konzepte zur Kreditrisikomessung, die Definition der Risikoparameter und die Berechnung von erwarteten sowie unerwarteten Verlusten behandelt.
4. Auswirkungen für die deutsche Kreditwirtschaft: Dieser Hauptteil analysiert die quantitativen Folgen der regulatorischen Änderungen für Unternehmen und das Retailsegment unter Verwendung von Simulationsbeispielen.
5 Zusammenfassende Würdigung: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext der Arbeitsthese und bietet einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung in Richtung Basel III.
Basel II, Kreditrisikomanagement, Eigenkapitalanforderung, Standardansatz, IRB-Ansatz, Ausfallwahrscheinlichkeit, Risikogewicht, Kreditkonditionierung, Erwarteter Verlust, Unerwarteter Verlust, Bankenaufsicht, Risikokosten, Bonität, Eigenmittelunterlegung, Prozyklizität
Die Arbeit untersucht das Kreditrisikomanagement im Rahmen der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarungen (Basel II) und deren Auswirkungen auf die Kapitalunterlegung und Kreditkonditionen.
Zu den Schwerpunkten gehören die quantitative Mindestkapitalanforderung, der Vergleich zwischen Standardansatz und verschiedenen IRB-Ansätzen sowie die Einflüsse auf die Kreditwirtschaft.
Das Ziel ist die Verifizierung der These, dass Basel II durch risikodifferenzierte Verfahren zu einer präziseren Eigenkapitalanforderung und damit zu risikoadäquaten Kreditkonditionen führt.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse regulatorischer Konzepte sowie auf eigene Simulationsberechnungen zur Verdeutlichung der Risikogewichtsfunktionen und deren Einfluss auf die Eigenkapitalkosten.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die quantitative Auswirkungsanalyse, indem er die Auswirkungen der unterschiedlichen Messansätze auf verschiedene Forderungsklassen (Unternehmen, KMU, Retail) gegenüberstellt.
Wichtige Begriffe sind Basel II, Kreditrisikomanagement, Eigenkapitalanforderung (EKA), IRB-Ansatz, Risikodifferenzierung und Kreditkonditionierung.
Der IRB-Ansatz ermöglicht durch die bankinterne Ermittlung von Risikoparametern (PD, LGD, etc.) eine genauere Risikodifferenzierung, was für viele Kredite zu einer Entlastung der Eigenkapitalanforderung im Vergleich zur pauschalen Regelung führt.
Der Jahresumsatz S fungiert bei KMU im IRB-Ansatz als Korrekturfaktor, der bei kleineren Unternehmen zu einer vorteilhafteren Risikobewertung und damit zu einer geringeren Kapitalbelastung beitragen kann.
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