Examensarbeit, 2006
99 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Vorwort
1. Die Reden Adolf Hitlers im Zeitraum 1929 bis 1933 im Raum Nordwestdeutschland
1.1 Die Region Nordwestdeutschland
1.2 Hitlers Reden in den Jahren 1929 – 1933
1.3 Inhalt der Reden Hitlers
2. Stilistische Mittel der nationalsozialistischen Rhetorik
2.1 Ursprünge der Rhetorik Hitlers
2.2 Praktische Ausprägungen der rhetorischen Stilmittel in Hitlers Reden
2.3 Die Emotionalität in den Reden Hitlers
3. Der Umfang der nationalsozialistischen Wahlpropaganda am Anfang der dreißiger Jahre
3.1 Formen der NS-Wahlpropaganda am Beispiel Nordwestdeutschland
3.2 Nationalsozialistische Wahlpropaganda am Beispiel einer Rede Hitlers zur oldenburgischen Landtagswahl
3.2.1 Geladene Gäste
3.2.2 Der Gesamtumfang der Wahlveranstaltung
3.2.3 Der Beginn und Verlauf der Wahlkampfrede
4. Die NS-Propaganda im Kontrast zu anderen Parteien der Weimarer Republik
5. Die Bevölkerung der Region Nordwestdeutschland / Theorien zu Ursachen des Wählerverhaltens in der nordwestdeutschen Region
6. Die nationalsozialistische Wahlpropaganda in Nordwestdeutschland im Kontext der frühen dreißiger Jahre / Gesamtzusammenhang / Definition und Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die nationalsozialistische Propaganda im nordwestdeutschen Raum zwischen 1929 und 1933, mit einem besonderen Fokus auf Adolf Hitlers Reden während dieser Wahlkampfphase. Dabei wird analysiert, wie durch rhetorische Mittel, eine spezifische Massenpsychologie und die geschickte Inszenierung von Wahlveranstaltungen die NSDAP als wirkungsvolle politische Alternative wahrgenommen wurde und welche Rolle die soziologische Struktur der Bevölkerung dabei spielte.
3.1 Formen der NS-Wahlpropaganda am Beispiel Nordwestdeutschland
„Wieder einmal stehen Wahlen bevor, und die SA arbeitet unverdrossen und hart. Morgens, noch bei völliger Dunkelheit, nach wenigen Stunden des Schlafes, trifft sich der erwerbslose Teil des Sturms vor der Geschäftsstelle der PO. Dicke Packen von Flugblättern liegen herum. „Wieviele gibt es heute?“ fragt der Sturmführer. „Nicht viel“, ist die Antwort, „nur viertausend.“ Der Sturmführer rechnet. Ist es mit den sechzig Mann zu schaffen? Zehn Mann als Stoßtrupp gesammelt und einsatzbereit, die übrigen fünfzig Mann so eingeteilt, dass immer zwei die Treppe hinausgehen und einer Schmiere steht, um den Stoßtrupp sofort benachrichtigen zu können, wenn etwas los ist. Nein, es sind doch zu viele Flugblätter, denn der Häuserblock, der heute bearbeitet werden soll, gehört zu einem der berüchtigsten Viertel. Vorne wohnen freilich überwiegend unbelehrbare und harmlose Bürger, hinten jedoch schlimmste Kommune. „Nein, mehr als dreitausend schaffen wir nicht.“ „Auch gut, behalten wir sie für die Straßenpropaganda am hellen Tage. Damit fangen wir sowieso um zehn Uhr an, und auf Tausend mehr oder weniger kommt es nicht an.“99
So beschreibt der Autor des Buches einen typischen Morgen bei der SA, als es wieder einmal darum geht, Flugblätter zu einer anstehenden Wahl auszuteilen. Da die Zeitangaben in diesem Buch sehr unregelmäßig sind, kann keine exakte zeitliche Einordnung erfolgen, aufgrund der zeitlichen Gesamtstruktur des Buches ist aber davon auszugehen, dass dieser Abschnitt auch für den in dieser Arbeit behandelten Zeitraum repräsentativ ist. Im weiteren Verlauf dieser Erzählung, die in dem Kapitel „Propaganda“ des Buches abgedruckt ist, wird beschrieben, wie die SA-Männer die Flugblätter mit dem propagandistischen Inhalt unter teilweise gefährlichen Bedingungen, es droht der Konflikt sowohl mit Hauseinwohnern als auch mit verständigter Polizei, in Hausfluren und auch auf der Straße verteilen.
1. Die Reden Adolf Hitlers im Zeitraum 1929 bis 1933 im Raum Nordwestdeutschland: Dieses Kapitel definiert den Untersuchungsraum Nordwestdeutschland und analysiert die räumliche sowie inhaltliche Verteilung von Hitlers Reden in den Jahren vor der Machtergreifung.
2. Stilistische Mittel der nationalsozialistischen Rhetorik: Hier werden die rhetorischen Strategien beleuchtet, die darauf abzielten, durch emotionalen Appell und den bewussten Einsatz von Suggestion, die Massen für die nationalsozialistische Bewegung zu gewinnen.
3. Der Umfang der nationalsozialistischen Wahlpropaganda am Anfang der dreißiger Jahre: Dieses Kapitel erläutert die logistische und propagandistische Organisation von Großkundgebungen und SA-Aktionen, die über den rein rhetorischen Teil hinausgingen.
4. Die NS-Propaganda im Kontrast zu anderen Parteien der Weimarer Republik: Ein Vergleich der Wirksamkeit der NS-Propaganda gegenüber der konventionelleren, oft weniger effektiven Argumentationsweise anderer politischer Parteien der Zeit.
5. Die Bevölkerung der Region Nordwestdeutschland / Theorien zu Ursachen des Wählerverhaltens in der nordwestdeutschen Region: Untersuchung der soziostrukturellen Gegebenheiten und Ängste des Mittelstandes, die eine spezifische Empfänglichkeit für die nationalsozialistische Botschaft begünstigten.
6. Die nationalsozialistische Wahlpropaganda in Nordwestdeutschland im Kontext der frühen dreißiger Jahre / Gesamtzusammenhang / Definition und Resümee: Ein abschließendes Resümee, das die propagandistische Wirksamkeit im Kontext der politischen Krisensituation der Weimarer Republik zusammenführt.
Nationalsozialismus, Propaganda, Adolf Hitler, Rhetorik, Massenpsychologie, Wahlkampf, Nordwestdeutschland, NSDAP, Weimarer Republik, Wahlverhalten, Mittelstand, Kundgebungen, Suggestion, Politische Kommunikation, Propagandaapparate.
Die Arbeit untersucht die Mechanismen und Erfolgsfaktoren der nationalsozialistischen Propaganda im nordwestdeutschen Raum zwischen 1929 und 1933 anhand von Hitlers Reden und Wahlkampfaktivitäten.
Zu den zentralen Themen gehören die rhetorischen Stilmittel der NSDAP, die psychologische Lenkung der Massen, die Organisation von Großveranstaltungen und die soziologische Struktur der Wählerschaft.
Ziel ist es, zu erklären, wie es der NSDAP gelang, in einer spezifischen Region durch eine Kombination aus emotionaler Rhetorik und logistischer Perfektion eine große Wählerbasis zu mobilisieren und politische Gegner zu übertrumpfen.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Primärquellen, insbesondere Zeitungsberichte und Hitlers Redentexte, in Verbindung mit massenpsychologischen Theorien wie jenen von Gustave Le Bon.
Der Hauptteil analysiert detailliert die rhetorischen Techniken Hitlers, die Organisation von SA-Aufmärschen und Kundgebungen sowie die Wirkung dieser Maßnahmen auf verschiedene Bevölkerungsschichten.
Die wichtigsten Schlagworte sind NS-Propaganda, Massensuggestion, Rhetorik, Nordwestdeutschland und Weimarer Republik.
Oldenburg wird als Fallbeispiel gewählt, da es eine der ersten Regionen war, in der die NSDAP eine absolute Mehrheit errang, was das Zusammenspiel von Propaganda und regionaler Wählerschaft verdeutlicht.
Die Massenpsychologie dient als theoretisches Gerüst, um zu erklären, warum logisch schwache, aber emotional aufgeladene Reden bei einer verunsicherten Bevölkerung eine solch massive Überzeugungskraft entwickeln konnten.
Im Gegensatz zu anderen Parteien, die primär auf sachliche oder defensive Argumentation setzten, nutzte die NSDAP eine "Gesamtpräsenz" aus Symbolik, Ritualen, emotionaler Rhetorik und einer aggressiven, offensiven Darstellung.
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