Bachelorarbeit, 2021
99 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
1. Einführung
II. Theoretischer Teil
2. Aussteiger_innen
2.1 Dimensionen des Aussteiger_innenbegriffs
2.2 Stand der Forschung zu gesellschaftlichen Aussteiger_innen
3. Gesellschaftliche Integration
4. Devianz und abweichendes Verhalten
4.1 Zur Definition abweichenden Verhaltens
4.2 Theorien abweichenden Verhaltens
4.2.1 Die theoretische Vielfalt der Devianzsoziologie
4.2.2 Der Labeling Approach nach Becker
III. Empirischer Teil
5. Forschungsgegenstand und Methodologie
5.1 Forschungsgegenstand und Fragestellung
5.2 Methodologie
5.3 Beschreibung des Samples
6. Ergebnisse
6.1 Alltag als Aussteiger_in
6.2 Kommunenleben
6.3 Bild der Aussteiger_innen
6.4 Verhältnis zur Gesellschaft
6.5 Ausstieg als Prozess
7. Diskussion
7.1 Methodenangemessenheit und Reflexion
7.2 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Aussteiger_innen alternative Formen der Gemeinschaft außerhalb bewährter gesellschaftlicher Strukturen konzipieren und welche Bedeutung diese für ihre Lebensgestaltung besitzen, ausgehend von der Fragestellung, ob eine solche Gemeinschaft realisierbar ist.
Die theoretische Vielfalt der Devianzsoziologie
Bei makrosoziologischen Ansätzen konzentriert sich die Untersuchung auf dem Individuum übergeordnete gesellschaftliche Strukturen und deren Rolle bei der Generierung von Devianz. So vertreten Theorien der Subkultur die Annahme, dass soziale Abweichung ihren Ursprung in der unterschiedlichen Akzeptanz sozialer Normen besitzt (vgl. Lamnek 2007, S. 147). Es existieren nur wenige grundlegende Werte, welche von dem kompletten System der Gesellschaft geteilt werden, vielmehr unterscheiden sich viele davon von Subsystem zu Subsystem. Dadurch kommt es bei Begegnungen von Angehörigen einer Subkultur mit Außenstehenden zu als deviant bezeichnetem Verhalten, da jeweils andere Moralvorstellungen gelten. Kritik lässt sich an dem begrenzten Maß der Erklärung üben, welche die Subkulturtheorien anbieten, ebenso wird die Entstehung der Subsysteme nicht erläutert und dadurch nicht das komplette Ausmaß der Abweichung erfasst (vgl. Lamnek 2007, S. 259).
Theorien, welche Devianz aus einer marxistischen Perspektive betrachten, konzentrieren sich auf den Prozess ihrer sozialen Konstruktion. Wie und weshalb manche Gruppen als abweichend definiert werden und wie ihr Verhalten durch die Anwendung des Gesetzes illegal wird, sind die zentralen Fragestellungen (vgl. Inderbitzin et al. 2013, S. 377). Devianz dient hier als Mittel, um bestimmte Gruppen zum Erhalt des kapitalistischen Systems kontrollieren zu können, da die konstruierte Devianz von Angehörigen unterer Klassen von dem eigentlich schädlichen Verhalten der oberen Gesellschaftsschichten ablenkt und es somit zu sozialen Spaltungen kommt. Dabei wird jedoch übersehen, dass manche Gesetze nicht nur den Eliten, sondern allen Mitgliedern einer Gesellschaft nutzen können. Dazu kommt die sehr unklare Grenze von soziologischer Theorie und politischen Äußerungen ihrer Vertreter (vgl. Inderbitzin et al. 2013, S. 389). Diese Eigenschaft erschwert die Verwendung eines ansonsten äußerst interessanten, da für die Betrachtung heutiger gesellschaftlicher Konditionen sehr relevanten Ansatzes.
Eine der prominentesten und meistmodifizierten makrosoziologischen Ansätze stellt die Anomietheorie dar. Als eine der ersten soziologischen Erklärungen der Ursachen devianten Verhaltens konzentriert sie sich auf die sozialen Muster, welche auftreten, wenn Personen und Gruppen auf Zustände reagieren müssen, über die sie wenig Kontrolle haben. Die grundsätzliche Frage ist dabei, wie genau die gesellschaftliche Struktur das Verhalten beschränkt und dadurch Devianz erzeugt (vgl. Inderbitzin et al. 2013, S. 146).
1. Einführung: Das Kapitel führt in die Thematik der kapitalistischen Leistungsgesellschaft und den Wunsch nach einem Ausstieg ein, um ein entschleunigtes Leben abseits fester Strukturen zu ermöglichen.
2. Aussteiger_innen: Hier werden der Begriff des Aussteigers definiert sowie verschiedene historische und aktuelle Dimensionen des Ausstiegsphänomens in Wissenschaft und Gesellschaft beleuchtet.
3. Gesellschaftliche Integration: Dieses Kapitel diskutiert soziologische Konzepte zur Integration und Desintegration und ordnet das bewusste Aussteigen aus dem Gesellschaftssystem theoretisch ein.
4. Devianz und abweichendes Verhalten: Die theoretische Basis wird durch die Definition von Devianz und die Anwendung des Labeling Approachs nach Becker gelegt, um das Verhalten der Aussteiger_innen soziologisch analysieren zu können.
5. Forschungsgegenstand und Methodologie: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen mittels Grounded Theory sowie die Auswahl des empirischen Materials, bestehend aus Video- und Bildband-Daten.
6. Ergebnisse: Die empirische Analyse zeigt die gelebte Realität der Aussteiger_innen, gegliedert in Kategorien wie Alltag, Kommunenleben, Wahrnehmung durch die Gesellschaft und den Ausstieg als Prozess.
7. Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die gewählte Methodik, ordnet die gewonnenen Erkenntnisse kritisch ein und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsansätze.
Aussteiger, Soziologie, Grounded Theory, Devianz, Labeling Approach, Gesellschaftliche Integration, Kommune, Work-Life-Balance, Lebensentwurf, Soziale Normen, Gemeinschaft, Konsens, Selbstverwirklichung, Kapitalismuskritik, Qualitative Forschung
Die Arbeit untersucht das Phänomen von gesellschaftlichen Aussteiger_innen, die sich bewusst aus dem kapitalistischen System und der Erwerbsarbeit entfernen, um alternative Lebens- und Gemeinschaftsformen zu erproben.
Zentrale Themen sind die soziale Integration, das Verständnis von abweichendem Verhalten (Devianz), die Motive für einen Lebenswandel sowie die Dynamiken innerhalb von Alternativgemeinschaften.
Die Arbeit fragt danach, wie Aussteiger_innen alternative Gemeinschaften abseits der Mainstream-Gesellschaft konzipieren und welche Bedeutung diese Modelle für ihre individuelle Lebensgestaltung haben.
Die Forschungsarbeit nutzt die Methodik der Grounded Theory, eine qualitative Forschungsstrategie, um durch die Analyse von Videomaterial und literarischen Quellen eine materiale Theorie zu generieren.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zu Devianztheorien erarbeitet, gefolgt von einem empirischen Teil, der die Ergebnisse aus Kommentarsektionen, Videos und Bildbänden analysiert und in Kategorien verdichtet.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Aussteiger, Devianz, Labeling Approach, soziale Integration, Gemeinschaft, Freiheit sowie die kritische Auseinandersetzung mit Leistungsdruck.
Der Labeling Approach nach Howard S. Becker dient als theoretische Grundlage, um zu verdeutlichen, dass Aussteigen nicht nur eine subjektive Handlung ist, sondern von der Mehrheitsgesellschaft als abweichendes, regelverletzendes Verhalten markiert und stigmatisiert wird.
Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass Kommunen oft nur sehr begrenzt als Ersatz für die Gesellschaft fungieren können, da der hohe individuelle Freiheitsdrang der Bewohner häufig mit dem Bedürfnis nach verbindlichen, integrierten Strukturen kollidiert.
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