Bachelorarbeit, 2020
62 Seiten, Note: 1,9
1 Einleitung
1.1 Vorbemerkung
1.2 Persönliche Motivation, sowie Relevanz und Aktualität der Thematik
1.3 Forschungsfrage, Zielsetzung, sowie Ein- und Abgrenzung
1.4 Vorgehensweise und deren Begründung
1.5 Klärung der Kernbegriffe
1.5.1 Zusammenfassung der gegenwärtigen Diskussion zur Soteriologie
1.5.2 Die Rolle und Bedeutung des Relevanzbegriffes
2 Gesellschaftliche Betrachtungen
2.1 Kennzeichen der Postmoderne im Allgemeinen
2.2 Kennzeichen von Schuld und Scham im Allgemeinen
2.3 Die Rolle von Schuld und Scham in der Postmoderne
3 (Missions-) theologische Betrachtungen
3.1 Annäherungsversuche an das Evangelium
3.1.1 Betrachtung des Evangeliums anhand ausgewählter Theologen
3.1.2 „Die“ Narrative Theologie und „ihr“ Evangelium
3.1.3 Verschiedene biblische Bilder zur Deutung des Kreuzesgeschehens
3.2 Missionstheologische Untersuchungen zu Schuld- und Schamkulturen
3.2.1 Mission in Schuldkulturen
3.2.2 Mission in Schamkulturen
4 Zusammenfassung und Konsequenzen
4.1 Zusammenfassung des zweiten Kapitels
4.2 Zusammenfassung des dritten Kapitels
4.3 Zwischenresümee
5 Anwendung
5.1 Thesen für die Evangeliumsverkündigung in einem schamorientierten postmodernen Kontext
5.1.1 These 1: Es gilt nicht nur das biblische Narrativ in den Blick zu nehmen, sondern dieses auch aus einer schamorientierten Sichtweise zu verkündigen
5.1.2 These 2: Beim Erzählen des biblischen Narratives muss die Beziehung zwischen Mensch und Gott betont werden
5.1.3 These 3: Jesu Kreuzestod darf nicht auf die Beseitigung von Schuld reduziert werden
5.1.4 These 4: Das Gesagte muss durch entsprechende Taten erlebbar werden
5.2 Das biblische Evangelium für Menschen in der Postmoderne
5.2.1 Teil 1: Schöpfung oder: Das Leben, wie es sein sollte
5.2.2 Teil 2: Sündenfall oder: Wie der Mensch in Schande geriet
5.2.3 Teil 3: die Geschichte Israels oder: Wie sich Gott im Laufe der Menschheitsgeschichte gezeigt hat
5.2.4 Teil4: Jesu Leben oder: Vorbild und Stellvertreter
5.2.5 Teil 5: Jesu Tod am Kreuz oder: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde“
5.2.6 Teil 6: Errettung und Erlösung oder: Wiederherstellung
5.3 Weitere Ansatzpunkte für die Evangeliumsverkündigung in der Postmoderne
6 Fazit und Ausblick
7 Literaturverzeichnis
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, wie das christliche Evangelium in einer zunehmend durch Schamorientierung geprägten postmodernen Gesellschaft relevant verkündigt werden kann. Dabei wird der Fokus auf die emotionale und soziale Dynamik von Schuld- und Schamgefühlen gelegt, um kontextuelle Ansätze für die missionarische Praxis zu entwickeln.
Exkurs: Schuldorientiertes Denken in und aufgrund westlicher Theologie
Lomen (2003:81) macht deutlich, dass sich, aufgrund der großen Auswirkungen des römischen Rechtsverständnisses, „die westliche Theologie schon seit Tertullian (ca. 160-220 n. Chr.) viel stärker mit juristischen Begriffen […] beschäftigt [hat, als die östliche Tradition]. Das Denken in den mehr juristischen Begriffen der Schuld hat sich dann in der Theologie von Augustinus und von Anselm von Canterbury fortgesetzt". Dazu kommt, dass im 12. Jahrhundert viele am römischen Recht geschulte Juristen in die päpstlichen Behörden gelangten. Und da, „[v]om sozialwissenschaftlich[en] Standpunkt aus betrachtet [...], es von entscheidender Bedeutung [ist], in welchen Kategorien ein Mensch denkt", ist es nicht verwunderlich, dass die Betonung des Einzelnen und seiner persönlichen Verantwortung vor Gott eines der wichtigsten Dogmen der westlichen Kirche waren und bis heute immer noch sind. Doch auch in der protestantischen Theologie hat dieses Denken Einzug gehalten, denn: „[d]ie Rechtfertigung des Menschen vor Gott ohne menschliche Verdienste, die ausschließlich auf individueller Ebene stattfindet, wurde zum wichtigsten Unterscheidungsmerkmal protestantischen Glaubens und ist auch [heute noch unerlässliche Voraussetzung] modernen, evangelikalen, theologischen Treibens" (2003:83).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Thematik für die westliche Postmoderne und führt in die zentralen Begriffe sowie die methodische Herangehensweise (Sehen-Urteilen-Handeln) ein.
2 Gesellschaftliche Betrachtungen: Dieses Kapitel skizziert Kennzeichen der Postmoderne und analysiert die soziologische Funktionsweise von Schuld- und Schamgefühlen sowie deren Verschiebung im gesellschaftlichen Kontext.
3 (Missions-) theologische Betrachtungen: Es wird die narrative Heilsgeschichte der Bibel untersucht und aufgezeigt, wie verschiedene Kreuzestheologien in unterschiedlichen Kulturtypen (Schuld- vs. Schamkulturen) kommuniziert werden können.
4 Zusammenfassung und Konsequenzen: Hier werden die soziologischen und theologischen Erkenntnisse der ersten Kapitel systematisch zusammengeführt, um die wachsende Bedeutung von Schamorientierung in der Postmoderne hervorzuheben.
5 Anwendung: Die praktische Anwendung formuliert auf Basis der vorherigen Analysen konkrete Thesen für eine kontextuelle Evangeliumsverkündigung und zeigt beispielhafte Präsentationsmöglichkeiten für die moderne Zeit auf.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Anstöße für weiterführende wissenschaftliche Arbeiten, insbesondere im Bereich der empirischen Forschung und der interdisziplinären theologischen Disziplinen.
Postmoderne, Evangelium, Schamkultur, Schuldkultur, Narrative Theologie, Kontextualisierung, Schuldgefühl, Schamgefühl, Mission, Gewissen, Relationalität, Identitätsbildung, Heilsgeschichte, Versöhnung, Wiedergutmachung
Die Arbeit untersucht, wie das biblische Evangelium Menschen in einer postmodernen Gesellschaft erreichen kann, da in dieser Kultur traditionelle Schuldorientierungen zunehmend von Schamorientierungen abgelöst oder überlagert werden.
Zentrale Felder sind die Soziologie der Postmoderne, der Vergleich zwischen Schuld- und Schamkulturen aus missiologischer Sicht sowie die narrative Theologie als Kommunikationsebene für das Evangelium.
Das Ziel ist, kontextuelle Wege zu finden, das Evangelium so zu formulieren und zu verkündigen, dass es für postmoderne Menschen nicht als abstrakte Lehre, sondern als relevante Antwort auf ihr Lebensgefühl erscheint.
Die Arbeit nutzt einen primär literaturbasierten, hermeneutischen Ansatz, angelehnt an das methodische Modell des „Sehen – Urteilen – Handeln“ aus der Praktischen Theologie.
Der Hauptteil analysiert die soziologischen Kennzeichen der Postmoderne, definiert die Mechanismen von Schuld und Scham und leitet daraus notwendige Anpassungen für die Verkündigung des biblischen Narratives ab.
Typische Begriffe sind Postmoderne, Schamkultur, Narrative Theologie, Kontextualisierung, Schuldgefühl und Mission im interkulturellen Kontext.
Während in Schuldkulturen das Evangelium oft juristisch als Erlösung von Schuld durch stellvertretende Sühne vermittelt wird, steht in Schamkulturen die Wiederherstellung von Ehre, Würde und Beziehung im Mittelpunkt Gottes rettenden Handels.
Es handelt sich um einen Verkündigungsansatz, der das Kreuz Jesu nicht primär als Strafe sieht, sondern als Akt, durch den Gottes Ehre wiederhergestellt wird und der Mensch sein durch Schande verlorenes „Gesicht“ vor Gott zurückerhält.
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