Seminararbeit, 1996
49 Seiten, Note: 2,0
1. Vorüberlegungen
1.1. Zur Bedeutung des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichtes
1.2. Methodische Verfahrensweisen des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichtes
1.3. Das methodische Vorgehen bei Verfahrensweisen des Antizipierens und Restaurierens
1.4. Zielsetzung
1.5. Darstellung der empirischen Versuchsanordnung
1.5.1. Lernziele und Einordnung in den Lehrplan
1.5.2. Variantendiskussion in Bezug auf die Literaturauswertung
1.5.3. Experimentelle Fragestellungen
2. Darstellung der empirischen Untersuchung
2.1. Schul- und Klassensituation
2.2. Überblick zur Unterrichtsreihe
2.3. Betrachtung und Darstellung ausgewählter Unterrichtsbeispiele
2.4. Auswertungen von Schülerarbeiten, Einzelanalysen
3. Ergebnisse der empirischen Untersuchung und Schlußfolgerungen für die Arbeit des Lehrers
3.1. Ergebnisanalyse
3.2. Theoretische Reflexion der empirischen Untersuchung und Aussagen zur Problemstellung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit handlungs- und produktionsorientierter Verfahren im Deutschunterricht an einer 7. Klasse am Beispiel des „Nibelungenliedes“. Ziel ist es zu belegen, dass diese Unterrichtsmethoden die Kreativität, Phantasie sowie das Einfühlungsvermögen der Schüler in literarische Werke signifikant fördern, eine tiefere Motivation erzeugen und die Schüler befähigen, sich eigenständig und subjektiv mit komplexen, historisch entfernten Stoffen auseinanderzusetzen.
1.1. Zur Bedeutung des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichtes
Überwiegende Gleichförmigkeit der beobachteten Unterrichtsstunden – Schwerpunkt: Kenntniserwerb in Form des gelenkten Unterrichtsgesprächs – starke Lehrerdominanz – nur 7% als Gruppen-, 2% als Partnerarbeit – Probleme vom Lehrer definiert – Schüler lesen fremde Texte – keine Veränderungen gegenüber 1962. ( Klemm, Rolff, Tillmann in /8/, S.5)
Mit diesen Stichworten zitiert Werner Ingendahl Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung über das Methodenrepertoire von Lehrern der Sek.I aller Schulformen. Verständlich, wenn da Desinteresse und Unlust im Unterricht aufkommen. Die einseitige Ausrichtung des Deutschunterrichtes an der Verstandestätigkeit, die Wissenschaftsorientierung mit ihrem Übergewicht kognitiver, analytischer Lernprozesse (vgl. /12/, S.7) und die Lehrerdominanz verhindern, daß die Schüler das literarische Werk für sich zu Leben erwecken, daß sie sich einfühlen und das Werk auf sich wirken lassen. Langsamere Lerner werden auf diesem Weg zurückgelassen, ebenso diejenigen Schüler, die ihre Begabungen und Fähigkeiten mehr im praktischen Bereich haben (vgl. /6/ ,S.17f). Die Schüler können keine Sensibilität für den literarischen Text entwickeln und erfahren schließlich, daß ihre eigenen Interessen, ihre Lesart und damit ihre Subjektivität im Unterricht kaum von Bedeutung sind. Kein Wunder, wenn manche Literaturstunden so verlaufen, wie Werner Ingendahl es darlegt:
„Ein Text ist in der Klasse vorgelesen worden, was nun? Die berühmten ,Spontanäußerungen‘ nach der ,schöpferischen Stille‘ bringen nicht viel und kommen überdies immer von denselben Schülern.“ (/8/, S.22)
1. Vorüberlegungen: Einführung in die Problematik der Lehrerdominanz im traditionellen Literaturunterricht und Herleitung des Konzepts der Handlungs- und Produktionsorientierung.
2. Darstellung der empirischen Untersuchung: Dokumentation der Klassensituation, des Verlaufs der Unterrichtsreihe zum Nibelungenlied sowie exemplarische Analyse der eingesetzten Methoden.
3. Ergebnisse der empirischen Untersuchung und Schlußfolgerungen für die Arbeit des Lehrers: Auswertung der Schülermotivation und Reflexion über die Eignung der Methoden zur Förderung literarischer Bildungs- und Verstehensprozesse.
Literaturunterricht, Handlungs- und Produktionsorientierung, Nibelungenlied, Schüleraktivierung, Lehrerdominanz, Textproduktive Verfahren, Szenische Gestaltung, Methodik, Siebtklässler, Kreatives Schreiben, Literaturdidaktik, Schülersubjektivität, Sprachliche Transformation, Literaturverständnis, Empirische Unterrichtsanalyse
Die Arbeit fokussiert sich auf die Anwendung alternativer didaktischer Ansätze im Deutschunterricht, um die passive Rolle von Schülern bei der Literaturinterpretation aufzubrechen.
Die Themen umfassen die Theorie des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts, die praktische Vermittlung des Nibelungenliedes und die Analyse von Schülerleistungen durch kreative Aufgaben.
Das Ziel ist der Nachweis, dass kreative Methoden die Schülermotivation steigern und das Verständnis für klassische literarische Stoffe verbessern.
Es handelt sich um eine empirische Unterrichtsstudie (Fallstudie) an einer 7. Gymnasialklasse, begleitet durch die Auswertung von Schülerdokumenten und Unterrichtsprotokollen.
Der Hauptteil beschreibt die konkreten methodischen Schritte wie Szenenspiel, Transformation und antizipierendes Schreiben, eingebettet in eine situative Unterrichtsreihe zum Nibelungenstoff.
Zentrale Begriffe sind Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Kreativität, Phantasie und subjektorientiertes Lernen.
Die Schüler zeigten sich durchweg motiviert und nutzten ihre individuellen Begabungen (z.B. zeichnerisch, schauspielerisch oder analytisch), um ihre Sicht auf die literarischen Figuren zu präsentieren.
Der Stoff gilt aufgrund seiner historischen Distanz als schwer zugänglich, bietet aber gleichzeitig reiche Anknüpfungspunkte für Konfliktsituationen und menschliche Grunderfahrungen, die sich gut für eine handlungsorientierte Erschließung eignen.
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