Masterarbeit, 2022
168 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Methodik
1.4 Grenzen der Studie
2. Theoretischer Hintergrund und Forschungsstand
2.1 Nudging vor und nach Thaler und Sunsteins Veröffentlichung
2.2 Nudging im Allgemeinen
2.3 Nudging und libertärer Paternalismus
2.3.1 Merkmale und Voraussetzungen für Nudging
2.3.2 Kritik am (liberitären) Paternalismus in Verbindung mit Nudging
2.4 Nudging im Kontext der Verhaltensökonomie
2.4.1 Allgemeine Einführung
2.4.2 Entscheidungsverhalten
2.4.3 Nudging im Gesundheitsbereich
2.4.4 Beispiele aus der Nudging-Praxis
2.4.5 Lösungen zum Erfolg: Beispiele und Maßnahmen
2.4.6 Die Rolle des Staats
2.4.7 Die Rolle der Unternehmen
2.4.8 Die Rolle der Bürger
2.5 Nudging: Freiheit, Manipulation und Recht
2.5.1 Freiheit und Manipulation
2.5.2 Rechtliche Aspekte
3. Methodik
3.1 Gütekriterien
3.2 Systematische Literaturrecherche
3.3 Das Experteninterview
3.3.1 Formen und Funktionen von Experteninterviews
3.3.2 Auswahl der Interviewpartner und deren Einladung
3.3.3 Erstellung der Leitfäden und Pretest
3.3.4 Dramaturgie der Experteninterviews und Transkription
3.4 Qualitative Inhaltsanalyse
3.5 Methodenkritik
4. Vorstellung der Ergebnisse
4.1 Kategorie 1: Historie
4.1.1 Nudging-Erfolge
4.1.2 Nudging-Entwicklung
4.2 Kategorie 2: Charakteristik von Nudging
4.3 Kategorie 3: Potenzial von Nudging
4.4 Kategorie 4: Nudging-Verhalten
4.4.1 Menschliches Wesen
4.4.2 Einlassen auf Nudging
4.4.3 Positive Veränderungen
4.4.4 Erforderliche Maßnahmenwiederholung
4.4.5 Erfolgspotenzial extrinsischer Motivation
4.4.6 Wirksamkeit
4.4.7 Verbraucherwissen
4.5 Kategorie 5: Gesellschaftliche Bedeutung
4.5.1 Ethik
4.5.2 Ansehen von Nudging
4.5.3 Manipulation von Nudging
4.5.4 Nudging-Potenzial in der Corona-Pandemie
5. Diskussion
5.1 Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse
5.2 Interpretation und Bewertung
5.3 Theoriebildung und Praktische Implikationen
5.4 Grenzen der Aussagekraft und Konsequenzen für die zukünftige Forschung
6. Fazit und Ausblick
Die Forschungsarbeit untersucht, inwiefern Nudging als wirkungsvolles verhaltensökonomisches Instrument zur positiven Änderung des Gesundheitsverhaltens im Gesundheits- und Ernährungssektor beitragen kann, ohne dabei die Entscheidungsfreiheit der Individuen unzulässig zu manipulieren.
2.3.1 Merkmale und Voraussetzungen für Nudging
Der Nudging-Ansatz baut auf Erkenntnissen der (Verhaltens-)Ökonomik und der Psychologie auf. Das ihm gegenübergestellte Konzept und gerne von Kritikern genutzte Argument der personalen Autonomie, stammt aus der Rechtsphilosophie (Böker, 2021, S. 191).
Thaler und Sunstein haben den Begriff Nudging geprägt und definieren ihn wie folgt: „A nudge [...] is any aspect of the choice architecture that alters people's behavior in a predictable way without forbidding any options or significantly changing their economic incentives. To count as a mere nudge, the intervention must be easy and cheap to avoid. Nudges are not taxes, fines, subsidies, bans or mandates“ (Thaler & Sunstein, 2021, S. 21–22). Nach der „Mutter“ aller Nudging-Definitionen sind im Laufe der Zeit viele Variationen an Beschreibungen entstanden, die den Begriff Nudging charakterisieren sollen. Es würde die derzeitige Realität nicht abbilden, wenn hier nur eine vorgestellt wird. Die nachfolgenden verschiedenen Beschreibungen veranschaulichen die derzeit lebendig geführte Diskussion zu Nudging in der Wissenschaft und dienen dazu, die unterschiedlichen Positionen und Ansichten der Akteure aufzuzeigen.
Die Autoren des Abschlussberichts für das Umweltbundesamt sehen Nudges als „Verhaltensinterventionen, die durch die Gestaltung von Entscheidungssituationen und Verhaltenskontexten wirken“ (Umweltbundesamt, 2016, S. 22). Ähnlicher Auffassung sind Bruttel und Stolley, die in Nudging eine behutsame, „minimalinvasive“ Umgestaltung der Entscheidungssituation sehen, ohne die Entscheidungsfreiheit zu beschneiden (Bruttel et al., 2014, S. 767). Ebenso Böker, mit seiner aus den bislang existierenden Beschreibungen neu entwickelten, aber sperrig wirkenden Definition: „Ein Nudge ist nunmehr definitionsgemäß jede Veränderung des Entscheidungskontextes, die erfolgt, weil in einer Situation das Vorliegen von kognitiven Grenzen, Verzerrungen, Routinen oder Gewohnheiten im individuellen und sozialen Entscheidungsverhalten prognostizierbaren Beeinflussung individuellen Verhaltens in den Entscheidungskontext eingebunden werden“ (Böker, 2021, S. 74).
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Nudgings, Darstellung der Problemstellung, Zielsetzung sowie der methodischen Vorgehensweise.
2. Theoretischer Hintergrund und Forschungsstand: Umfassende wissenschaftliche Fundierung des Nudging-Ansatzes, inklusive dessen historischer Herleitung und der kritischen Auseinandersetzung mit dem libertären Paternalismus.
3. Methodik: Detaillierte Beschreibung der qualitativen Forschungsmethode, insbesondere der Durchführung von Experteninterviews und der angewandten qualitativen Inhaltsanalyse.
4. Vorstellung der Ergebnisse: Darstellung und Analyse der aus den Experteninterviews gewonnenen Daten, strukturiert in thematische Kategorien wie Historie, Charakteristik und gesellschaftliche Bedeutung.
5. Diskussion: Interpretation der Forschungsergebnisse im Abgleich mit der theoretischen Vorarbeit sowie Ableitung von Hypothesen und Implikationen für die Praxis.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich Nudging.
Nudging, Verhaltensökonomie, Gesundheitsmanagement, Libertärer Paternalismus, Entscheidungsarchitektur, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Gesundheitsverhalten, Public Health, Manipulation, Prävention, Verhaltenssteuerung, Ernährungsberatung, Krisenkommunikation, Gamification
Die Arbeit untersucht das Konzept des "Nudgings" – also das "Anstupsen" zu bestimmten Entscheidungen – und analysiert, ob dieses Instrument geeignet ist, um das Gesundheitsverhalten von Menschen positiv und nachhaltig zu beeinflussen.
Neben den theoretischen Grundlagen von Nudging und dem libertären Paternalismus liegt der Fokus auf der praktischen Anwendung im Gesundheits- und Ernährungsbereich, der Rolle des Staats und der Unternehmen sowie der ethischen Debatte um Manipulation.
Ziel ist es, das Potenzial von Nudging als meist nonverbales Instrument zur Gesundheitsförderung aufzuzeigen und dabei zu klären, wie der Spagat zwischen effektiver Verhaltenslenkung und dem Erhalt der persönlichen Entscheidungsfreiheit gelingen kann.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus systematischer Literaturrecherche und der Durchführung von Experteninterviews, deren Ergebnisse im Anschluss mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet werden.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse aus den Experteninterviews. Dabei werden Kategorien wie Historie, das Potenzial von Nudging, das individuelle und gesellschaftliche Nudging-Verhalten sowie spezifische Aspekte wie das Nudging-Potenzial während der Corona-Pandemie intensiv erörtert.
Zentrale Begriffe sind neben Nudging und Verhaltensökonomie vor allem Entscheidungsarchitektur, Paternalismus, Prävention, Manipulation und qualitative Inhaltsanalyse.
Die Arbeit bietet einen Exkurs in die Pandemie-Situation und debattiert, ob Nudging als hilfreiche Entscheidungshilfe (z. B. bei der Maskentrage-Disziplin) dienen kann, stellt jedoch fest, dass bei tief verwurzelten Impf-Überzeugungen die Grenzen dieses Instruments erreicht sind.
Dies ist eines der Kernprobleme der Arbeit. Die Experten sind sich uneinig; während einige Nudging als moralisch fragwürdige Manipulation sehen, argumentieren andere, dass jede soziale Interaktion eine Form der Beeinflussung darstellt und Nudging lediglich Transparenz benötigt, um legitim zu sein.
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