Bachelorarbeit, 2023
36 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die geopolitische Lage Judas – Spielball der Großmächte
2.1. Das Assyrische Reich
2.2. Ägypten
2.3. Juda
3. Literargeschichte
3.1. Literarische Schichten - Der vordere Königsrahmen und Fund des Buches 22, 1-11
3.2. Literarische Schichten - Die Huldaerzählung 22, 12-20
3.3. Literarische Schichten - Bundesschluss 23,1-3
3.4. Literarischen Schichten - Kultreform 23,4-27
3.5. Literarischen Schichten – Der hintere Königsrahmen und das Ende Josias 23, 28-30
4. Der historische Kern Josias und der Kultreform
4.1. Der historische Kern Josias
4.1.1. Der Vers 4 – Der Baal, die Aschera und das Heer des Himmels
4.1.2. Der Vers 11 – Die Pferde - ein assyrisches Exportprodukt?
4.1.3. Der Vers 12 – Dachaltäre
4.2. Intertextualität – Die Propheten schweigen
4.2.1. Zefanja
4.2.2. Jeremia
5. Theologische Konstruktion – Historische Vorbilder
5.1. Der Fundbericht als Tradition
5.2. Die priesterliche Bestätigung als Tradition
5.3. Die Deuteronomistische Konstruktion
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Historizität und die literarische Konstruktion der unter König Josia durchgeführten Kultreform. Dabei wird analysiert, inwieweit der biblische Bericht in 2. Könige 22-23 ein historisches Ereignis widerspiegelt oder als ein von deuteronomistischen Kreisen geschaffenes Narrativ zu verstehen ist, das theologische Ziele mit zeitgenössischen politischen Rahmenbedingungen verknüpft.
4.1. Der historische Kern Josias
Josia bestieg im Alter von lediglich acht Jahren den Thron von Juda, wobei sein Regierungsantritt nicht aus eigenem Willen erfolgte, sondern aufgrund einer Intrige am Hof seines Vorgängers Amon (2 Kön 22,1). Die genauen Hintergründe dieser Intrige bleiben unklar und der Textausschnitt bietet nur begrenzte Informationen darüber. Es scheint allerdings, dass Amon wie sein Vater Manasse, Vasall Assurs war und eine pro-assyrische Politik verfolgte, die auf starken Widerstand stieß.
Nach nur zwei Jahren an der Macht wurde Amon durch Josia ersetzt, wobei Würthwein vermutet, dass dies möglicherweise mit der Herkunft von Josias Mutter zusammenhängt. Dieses Detail ist eines der drei Merkmale, die in der Eingangsformel der Könige erwähnt werden und ist daher von Bedeutung.
Seine Familie hatte also einen entscheidenden Machtanspruch auf den Thron und die Oberhoheit in der Außenpolitik. Dabei ist nicht genau zu bestimmen, aus welchen politischen Gründen Amon entfernt wurde. Es ist dabei zu mutmaßen, ob es an der weitergeführten Außenpolitik seines Vaters lag oder andere Gründe, die nicht erwähnt wurden, zu Grunde liegen.
Über die frühen Jahre seiner Regentschaft Josias schweigt die Geschichtsschreibung der Deuteronomisten und sie beginnt erst im 18. Jahr seiner Regentschaft, also 10 Jahre nach seiner Einsetzung als König. Nach der Vorarbeit der vorigen Kapitel konnte bei dem folgenden Kapiteln kein historischer Grundkern nachgewiesen werden, außer bei 23, 4a.11.12aα und den eingefügten Königsannalen, die die Eckdaten der Herrschaft der Könige abbildet.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der historischen Realität der josijanischen Kultreform im Vergleich zur literarischen Darstellung in den biblischen Texten vor.
2. Die geopolitische Lage Judas – Spielball der Großmächte: Das Kapitel analysiert das Abhängigkeitsverhältnis Judas von den Großmächten Assyrien und Ägypten sowie deren Einfluss auf die innenpolitische Entwicklung.
3. Literargeschichte: Hier wird der Text der Perikope 2. Könige 22-23 anhand verschiedener literarischer Schichten dekonstruiert, um Entstehungsprozesse und redaktionelle Bearbeitungen durch die Deuteronomisten offenzulegen.
4. Der historische Kern Josias und der Kultreform: Dieses Kapitel prüft, welche wenigen, nicht-konstruierten Fakten zur Kultreform sich aus den Texten und im Vergleich mit intertextuellen Quellen wie den Prophetenbüchern ableiten lassen.
5. Theologische Konstruktion – Historische Vorbilder: Hier wird aufgezeigt, wie die Deuteronomisten die Kultreform historisch legitimierten, indem sie diese in eine Tradition von Fundberichten und priesterlichen Bestätigungen aus dem Alten Orient einordneten.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kultreform Josias maßgeblich als theologische Konstruktion zu werten ist, die jedoch auf einem historischen Kern der Befreiung von assyrischen Kultelementen beruht.
Josia, Kultreform, Deuteronomisten, 2. Könige 22-23, Historizität, Literarkritik, Juda, Assyrien, Ägypten, JHWH-Kult, Zefanja, Jeremia, Fundbericht, Legitimation, Altorientalische Tradition
Die Arbeit untersucht kritisch die historische Glaubwürdigkeit der sogenannten josijanischen Kultreform, wie sie im biblischen Buch 2. Könige beschrieben wird.
Die Themenfelder umfassen die literarische Schichtung biblischer Texte, die politische Geschichte Judas im 7. Jahrhundert v. Chr. und die ideologische Konstruktion von Geschichte durch die Deuteronomisten.
Das Ziel ist es, den historischen Kern von der literarischen Überformung zu unterscheiden und die Frage zu klären, ob Josias Reform als reales historisches Ereignis oder als theologisch motiviertes Narrativ zu betrachten ist.
Die Arbeit nutzt primär literarkritische Methoden der alttestamentlichen Exegese sowie historisch-kritische Analysemethoden unter Einbeziehung alterorientalischer Vergleichstexte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-geopolitische Einordnung Judas, eine detaillierte literargeschichtliche Analyse der entsprechenden Bibelstellen und einen Vergleich mit prophetischen Schriften und antiken Fundtraditionen.
Die wesentlichen Begriffe sind Josia, Kultreform, Deuteronomismus, historische Konstruktion, Literarkritik, assyrischer Einfluss und Legitimation.
Der König fungierte als Mittler zwischen göttlicher Sphäre und dem Volk; sein Handeln galt als Garant für die Ordnung und den religiösen Schutz des Landes durch die Gottheit.
Sie belegen, dass die Erzählung eines „zufälligen Fundes“ eines heiligen Textes ein festes literarisches Muster für die Legitimation politischer und religiöser Reformen im Alten Orient war.
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