Bachelorarbeit, 2023
26 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Figuren der Erzählung
2.1 Gregor
2.2 Die Schwester
2.3 Die Mutter
2.4 Der Vater
3. Die Familie Samsa
3.1 Die Familienkonstellation vor der Verwandlung
3.2 Die Verwandlung der Familie
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Verwandlung von Gregor Samsa auf die familiäre Konstellation innerhalb der Erzählung "Die Verwandlung" von Franz Kafka, wobei insbesondere die Veränderungen in den sozioökonomischen Bedingungen und emotionalen Bindungen der Familienmitglieder analysiert werden.
2.1 Gregor
Gregor Samsa, der Protagonist der Erzählung, scheint auf den ersten Blick ein einsamer, pflichtbewusster Mann zu sein, der sich, nachdem er aus einem unruhigen Schlaf erwacht, nicht zuerst über seinen seltsamen Zustand beklagt, sondern darüber, dass er zu spät zur Arbeit käme (Vgl. DV, S. 5 ff.). Pfeiffer erklärt auch, dass Gregor aufgrund seiner Ausbildung und seiner Einstellung zur Familie sehr verantwortungsbewusst ist. In der Geschichte erfährt man nämlich, dass der Junggeselle einen langen Bildungsweg hinter sich hat, bevor er zum Handelsreisenden wurde (Vgl. DV, S. 19, S. 30). Zusätzlich erweitert Elizabeth Boa in ihrem Aufsatz Gregors Charakter „[…] als gehorsamer Sohn, pflichtbewusster Handelsreisender, pflichtbewusster Soldat, Handelsakademiker, Bürgerschüler, Volksschüler, etc. […]“. Diese Charaktereigenschaften sind hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Gregor der einzige ist, der die Schulden seines Vaters begleicht (Vgl. DV, S. 6). Zudem wird er als gehorsam beschrieben, da er beim Militär war, das man anhand des Fotos von ihm als Leutnant erfährt (Vgl. DV, S. 19).
Außerdem auch, weil er seinen Eltern, insbesondere seinem Vater, überaus gehorcht. Pfeiffer bekräftigt diese Aussage, indem er erwähnt, dass selbst die Mutter ihn als fügsamen Sohn bezeichne, der sein Leben für seine Familie opfere. Eine besonders ausführliche Schilderung der Mutter über ihn folgt, als der Prokurist und die Eltern vor Gregors Zimmertür stehen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Auswirkungen von Gregors Verwandlung auf die familiäre Konstellation.
2. Die Figuren der Erzählung: Dieses Kapitel widmet sich einer detaillierten Charakteranalyse der einzelnen Familienmitglieder Gregor, Grete, Mutter und Vater sowie ihrer Rollenzuschreibungen.
3. Die Familie Samsa: Hier werden die familiären Interaktionen vor und nach der Verwandlung gegenübergestellt und die daraus resultierenden Machtverschiebungen analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage zur Veränderung der familiären Dynamik.
Franz Kafka, Die Verwandlung, Gregor Samsa, Familienkonstellation, Machtstrukturen, Rollentausch, Entfremdung, Abhängigkeit, Rollenverhalten, Expressionismus, Identität, Familienmitglieder, Sozialleben, Pflichtbewusstsein, Familienpsychologie.
Die Arbeit analysiert die Veränderungen der familiären Rollen und emotionalen Bindungen in Franz Kafkas "Die Verwandlung" infolge der Metamorphose Gregors.
Im Zentrum stehen die Machtstrukturen innerhalb der Familie, die ökonomische Abhängigkeit der Familienmitglieder von Gregor sowie die emotionale Dynamik vor und nach dem schicksalhaften Ereignis.
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, inwiefern Gregors Verwandlung die familiäre Konstellation beeinflusst und welche Verschiebungen im Verhalten und Selbstverständnis der Familienmitglieder stattfinden.
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse von Primär- und Sekundärliteratur unter Berücksichtigung psychoanalytischer und soziologischer Aspekte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Charakteranalyse der Figuren sowie eine prozessuale Untersuchung der veränderten Machtverhältnisse und Beziehungsdynamiken innerhalb der Familie Samsa.
Entfremdung, Rollentausch, Parasitäres Verhalten, Familienhierarchie und soziale Verantwortung sind zentrale Begriffe für das Verständnis dieser Arbeit.
Das Violinespiel fungiert als Katalysator, der Gregors verbotene Sehnsüchte offenbart und bei der Schwester sowie den Eltern endgültig Abscheu auslöst, was in der Entscheidung kulminiert, ihn aus der Familie auszuschließen.
Die finanzielle Lage fungiert als Metapher für existenzielle Abhängigkeit; der Vater nutzt die durch Gregors Tod eintretende Freiheit und die veränderte Machtverteilung, um seine patriarchale Rolle wiedergewinnen zu können.
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