Bachelorarbeit, 2021
67 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 WAS UND WO IST RAUM?
2.1 Raummusik – eine Differenzierung
2.2 Musik als Raumkunst
2.3 Raumkompositionen
2.4 Raumprojektionen oder Musik für den (bestimmten) Raum
3 ENTWICKLUNG VON RAUMMUSIK IN DER MUSIKGESCHICHTE
3.1 Raummusik
3.1.1 Venezianische Mehrchörigkeit
3.1.2 Raumkonzepte und Strategien der Verräumlichung in der sinfonischen Musik
4 KARLHEINZ STOCKHAUSENS „GRUPPEN“ FÜR DREI ORCHESTER (1955-1957)
4.1 Einordnung in den zeitgeschichtlichen Kontext: Wunderjahre
4.1.1 Zur musikgeschichtlichen Situation: Die Anfänge des seriellen Komponierens
4.1.2 Musik, Raum und Zeit
4.2 Der Komponist Karlheinz Stockhausen
4.3 „GRUPPEN“ für drei Orchester (1955-1957)
4.3.1 Setting und Überblick
4.3.2 Aufbau
4.3.3 Serielle Gestaltung
4.3.3.1 Vereinheitlichung von Zeit und Raum
4.3.3.2 Serielle Gruppenkriterien im Raum-Zeit-Kontinuum
4.3.3.3 Komposition: Die musikalische Handhabung der seriellen Vorgaben
4.3.4 Instrumentation
4.3.5 Großformale Anlage
4.3.6 Raum
5 REZEPTION
5.1 Rezeption bei Rezipient*innen
5.2 Rezeption bei Stockhausen
5.2.1 Werke
5.3 Rezeption von Komponist*innen
6 FAZIT
Die Arbeit untersucht die historische und theoretische Entwicklung der Raummusik, mit einem besonderen Fokus auf Karlheinz Stockhausens Werk „GRUPPEN“ für drei Orchester. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie der Raum als neues, strukturbildendes Element in die serielle Kompositionstechnik integriert wurde und welche qualitativen Veränderungen sich in der Zeit-Raum-Relation innerhalb der Musik ergaben.
4.3.3.1 Vereinheitlichung von Zeit und Raum
Die zwei Kategorien Raum und Zeit nehmen in Stockhausens Schaffen einen immensen Stellenwert ein (von seiner ersten seriellen Komposition „KREUZSPIEL“ bis hin zu dem siebenteiligen Opernzyklus „LICHT“). Auch in „GRUPPEN“ sind Raum und Zeit das Hauptthema – das zeigt bereits ein erster Blick auf die Werkkonzeption: Drei Orchester werden je von drei verschiedenen Personen geleitet. Dadurch können sie alle in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Zeitschichten agieren. „Jeder Klangkörper ist nun in der Lage, seinen eigenen Zeitraum erlebbar zu machen, und als Hörer befindet man sich inmitten von mehreren Zeiträumen, die wiederum einen neuen, gemeinsamen Zeitraum ausmachen.“ Mit „GRUPPEN“ setzt eine „neue Entwicklung der ,Instrumentalmusik im Raum‘“ ein. Sie ist eine Entwicklung der seriellen Zeitgestaltung, in der Raum und Zeit in ein „strukturelles Kontinuum“ gebracht wurden. Diese Vereinheitlichung von Raum und Zeit ist in der gesamten Werkstruktur präsent: „[N]ahezu sämtliche Teilbereiche des seriellen Organisationsverfahrens stehen in kohärenter Beziehung zur Zeitstruktur, die somit den Schlüssel zum analytischen Verständnis der musikalischen Faktur darstellt.“ Stockhausen hat Details und Zusammenhänge der seriellen Zeitstruktur in einem übergeordneten Plan festgehalten.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Definition der Musik als Zeitkunst und die durch Raummusik ausgelöste Erschütterung dieses Konzepts, wobei der Fokus auf Stockhausens „GRUPPEN“ gelegt wird.
2 WAS UND WO IST RAUM?: Dieses Kapitel differenziert die unterschiedlichen Raumbegriffe in der Musikwissenschaft und erörtert die Bedingungen, unter denen Musik zur Raummusik wird.
3 ENTWICKLUNG VON RAUMMUSIK IN DER MUSIKGESCHICHTE: Es folgt ein historischer Überblick, der von der venezianischen Mehrchörigkeit über sinfonische Ansätze bei Beethoven, Berlioz und Mahler bis zur seriellen Raummusik reicht.
4 KARLHEINZ STOCKHAUSENS „GRUPPEN“ FÜR DREI ORCHESTER (1955-1957): Das Hauptkapitel analysiert das Werk im Kontext der Wunderjahre, Technik, Raum-Zeit-Organisation, Besetzung und Großform.
5 REZEPTION: Dieser Teil betrachtet die zeitgenössische und spätere Rezeption von „GRUPPEN“ bei Publikum, Stockhausen selbst und anderen Komponisten.
6 FAZIT: Das Fazit fasst die revolutionäre Bedeutung des Werks zusammen und reflektiert, warum sich serielle Raummusik musikkulturell nur begrenzt durchsetzen konnte.
Raummusik, Karlheinz Stockhausen, Gruppen, serielle Musik, Zeitgestaltung, Raum-Zeit-Kontinuum, Musikgeschichte, Neue Musik, Instrumentation, Orchester, Klangraum, Musiktheorie, Zeitkunst, Raumprojektion, Momentform
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion des Raumes in der seriellen Musik, wobei Karlheinz Stockhausens Komposition „GRUPPEN“ als zentrales Fallbeispiel dient.
Die Untersuchung umfasst die historische Entwicklung der Verräumlichung von Musik, theoretische Grundlagen der seriellen Komposition sowie die spezifische Analyse von Stockhausens „GRUPPEN“.
Ziel ist es zu zeigen, wie Stockhausen ein „Raum-Zeit-Kontinuum“ geschaffen hat und wie sich durch die serielle Organisation das traditionelle Verständnis von Musik als reine Zeitkunst wandelte.
Die Arbeit basiert auf einer musikwissenschaftlichen Analyse des Werks, der Auswertung theoretischer Schriften Stockhausens und einer historischen Einordnung verschiedener Räumlichkeitskonzepte.
Der Hauptteil widmet sich detailliert der Entstehungsgeschichte von „GRUPPEN“, der seriellen Strukturierung nach Zeit- und Raumparametern sowie der instrumentatorischen und formalen Anlage des Stücks.
Wichtige Begriffe sind Raummusik, Serialismus, Gruppenkomposition, Zeit-Raum-Relation, Klangraum und musikalische Struktur.
Stockhausen übertrug Prinzipien aus der Arbeit mit elektronischer Klangerzeugung (wie z.B. die direkte Gestaltung von Zeit- und Raum-Parametern) auf die orchestrale Komposition.
Die frei komponierten Einschübe dienen als Kontrast zur strengen seriellen Organisation und setzen ein „auskomponiertes Traum- oder Urlaubselement“ in den strikten strukturellen Verlauf des Werks.
Das Werk stellte das traditionelle Konzertmodell durch die Anordnung dreier Orchester um das Publikum herum radikal infrage und bewies die Realisierbarkeit serieller Raumkonzepte.
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