Examensarbeit, 2009
68 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Annäherung an die Begriffswelt des interreligiösen Lernens
2.1 Interkulturelles Lernen
2.2 Interreligiöses Lernen
2.3 Interreligiöser Dialog
3. Gegenwärtige Entwicklungen
3.1 Globalisierung und Migration
3.2 Säkularisierung und Individualisierung
3.3 Gesellschaftlicher Wandel: Konfessionelles Milieu vs. Plurale Gesellschaft
3.4 Religiosität von Kindern und Jugendlichen zu Beginn des 21. Jahrhunderts
3.5 Notwendigkeit eines interreligiösen Religionsunterrichts
4. Das Christentum im Verhältnis zu außerchristlichen Religionen
4.1 Religionstheologische Modelle des 20. Jahrhunderts
4.1.1 Das Modell des Exklusivismus
4.1.2 Das Modell des Inklusivismus
4.1.3 Das Modell des Pluralismus
4.2 Der Anspruch auf Absolutheit und Wahrheit der Religionen
4.2.1 Absolutheitsanspruch
4.2.2 Wahrheitsbegriff
4.3 Die kirchliche Einstellung zu den nichtchristlichen Religionen
4.3.1 Das Zweite Vatikanische Konzil und neuere Stellungnahmen
4.3.2 Die Stimme der evangelischen Kirche
4.3.3 Der Ökumenische Rat gegenüber dem interreligiösen Dialog
5. Interreligiöses Lernen in der gegenwärtigen Schule
5.1 Interreligiöses Lernen in den Lehrplänen
5.2 Kriterien für interreligiöses Lernen
5.3 Ziele des interreligiösen Lernens
6. Religionspädagogische Reaktionen auf eine multireligiöse Schülerschaft
6.1 Das Modell der Würzburger Synode: Der konfessionelle Religionsunterricht
6.2 Das Brandenburger Modell: LER (Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde)
6.3 Das Hamburger Modell: „Religionsunterricht für alle“
6.4 Das Tübinger Modell: Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht
6.5 Bilanz: Welches der vorgestellten Religionsunterrichtsmodelle eignet sich am besten für interreligiöses Lernen?
7. Chancen und Grenzen des interreligiösen Lernens in der schulischen Umsetzung
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Perspektiven des interreligiösen Lernens in der heutigen, religiös pluralen Gesellschaft. Das primäre Ziel ist es, verschiedene schulische Religionsunterrichtsmodelle in Deutschland hinsichtlich ihrer Eignung für interreligiöses Lernen sowie ihrer Zukunftsfähigkeit zu analysieren und zu bewerten.
4.1.2 Das Modell des Inklusivismus
Im inklusivistischen Modell gilt das Christentum als überlegene, aber nicht ausschließliche Religion. In jenem Modell, das seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil von der katholischen Kirche vertreten wird, wirkt Gott auch in außerchristlichen Religionen, so dass sich in diesen ebenfalls Spuren von Wahrheit und Heilsmöglichkeiten finden lassen. Folglich partizipieren auch andere Religionen sowie Unwissende, welche Karl Rahner als „anonyme Christen“ bezeichnet, am Heil Christi. Dennoch ist dieses Modell von der Gefahr getragen, andere Religionen zu vereinnahmen und ihnen ihr Anders-Sein zu nehmen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz interreligiösen Lernens in einer kulturell und religiös pluralen Gesellschaft ein und skizziert die methodische Zielsetzung der Arbeit.
2. Annäherung an die Begriffswelt des interreligiösen Lernens: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe interkulturelles und interreligiöses Lernen sowie den interreligiösen Dialog als notwendige pädagogische Prozesse.
3. Gegenwärtige Entwicklungen: Hier werden die Faktoren Globalisierung, Migration und Individualisierung als gesellschaftliche Triebkräfte für die Notwendigkeit interreligiöser Bildungskonzepte untersucht.
4. Das Christentum im Verhältnis zu außerchristlichen Religionen: Das Kapitel beleuchtet die theologische Verhältnisbestimmung des Christentums zu anderen Weltreligionen, inklusive des Absolutheits- und Wahrheitsanspruchs sowie kirchlicher Positionen.
5. Interreligiöses Lernen in der gegenwärtigen Schule: Hier wird der Status quo des interreligiösen Lernens in deutschen Lehrplänen sowie dessen Kriterien und pädagogische Ziele erörtert.
6. Religionspädagogische Reaktionen auf eine multireligiöse Schülerschaft: Dieses Kapitel führt eine kritische Analyse und Bilanzierung verschiedener Religionsunterrichtsmodelle in Deutschland durch, um deren Eignung für eine multireligiöse Schülerschaft zu prüfen.
7. Chancen und Grenzen des interreligiösen Lernens in der schulischen Umsetzung: Das Kapitel reflektiert die strukturellen, gesellschaftlichen und didaktischen Möglichkeiten sowie die Hindernisse bei der Implementierung interreligiöser Lernformen.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert politisch-strukturelle Reformen zur Stärkung eines zeitgemäßen, interreligiös ausgerichteten Religionsunterrichts.
Interreligiöses Lernen, interkulturelles Lernen, Religionspädagogik, religiöse Pluralität, interreligiöser Dialog, Globalisierung, Migration, Christentum, Wahrheitsanspruch, Religionsunterricht, Schulen, Identitätsbildung, Toleranz, religiöse Vielfalt, Schulreform.
Die Arbeit analysiert die Positionen, Perspektiven und schulischen Organisationsformen, die für ein zeitgemäßes interreligiöses Lernen in Deutschland notwendig sind.
Die Arbeit behandelt die gesellschaftlichen Voraussetzungen (Pluralität, Migration), theologische Grundlagen zum Verhältnis des Christentums zu anderen Religionen und die konkrete schulische Praxis.
Das Ziel ist die Analyse und der Vergleich gängiger Religionsunterrichtsmodelle, um festzustellen, wie diese auf eine multireligiöse Schülerschaft reagieren und interreligiöses Lernen fördern können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse religionspädagogischer Fachliteratur, kirchlicher Lehrschreiben und aktueller bildungspolitischer Rahmenbedingungen.
Im Hauptteil werden gegenwärtige gesellschaftliche Trends, die theologische Einordnung der Weltreligionen und spezifische Unterrichtsmodelle (wie das Würzburger, das Hamburger oder das Tübinger Modell) detailliert gegenübergestellt.
Die zentralen Begriffe sind interreligiöses Lernen, religiöse Pluralität, Religionspädagogik, interreligiöser Dialog und die Reform des Religionsunterrichts.
Das LER-Modell wird zwar als Reaktion auf eine säkulare Gesellschaft betrachtet, aber hinsichtlich der Identitätsbildung als weniger effektiv eingestuft, da es primär auf religionskundliche Informationen und weniger auf eine bekenntnisorientierte Beheimatung setzt.
Die Autorin argumentiert, dass ohne einen als ordentliches Lehrfach eingerichteten islamischen Religionsunterricht ein echtes Gleichgewicht fehlt, um ein wirklich interreligiöses Lernen, das alle Partner einbezieht, zu verwirklichen.
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