Bachelorarbeit, 2023
71 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Emotion der Angst
2.1 Angst - Verschiedene definitorische Ansätze
2.2 Angst - Eine eigene Angstdefinition
3 Angst innerhalb des Sportunterrichts
3.1 Besonderheiten des Sportunterrichts
3.2 Primäre Angstauslöser
3.3 Angstdimensionen
4 Auswirkungen von Angst
4.1 Auswirkungen auf die Motorik
4.1.1 Bewegungshemmung
4.1.2 Bewegungsaktivierung
4.2 Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit
4.3 Auswirkungen auf die Persönlichkeit
5 Forschungs-Design
5.1 Methodisches Vorgehen
5.1.1 Datenerhebung
5.1.2 Verarbeitung und Auswertung
5.2 Vorstellung der Interviewgruppen
6 Darstellung und Diskussion der Forschungsergebnisse
6.1 Angst aus der Sicht von Schülerinnen und Schülern
6.2 Subjektive Präferenzen sportlichen Handelns
6.3 Präventions- und Interventionsansätze
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der wissenschaftliche Forschungsstand zum Umgang mit Angst im Sportunterricht der Primarstufe mit den subjektiven Sichtweisen betroffener Schülerinnen und Schüler übereinstimmt und welche pädagogischen Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte bestehen, um negative Auswirkungen von Angsterleben zu minimieren.
3.1 Besonderheiten des Sportunterrichts
In den nachfolgenden Kapiteln wird die Angst im Sportunterricht hinsichtlich ihrer Auslöser und Auswirkungen thematisiert um im weiteren Verlauf dieser Arbeit einen Abgleich zwischen dem aufgeführten Forschungsstand und den Ergebnissen der Gruppeninterviews zu ermöglichen. Diesbezüglich sind die in diesem Teilkapitel dargestellten Besonderheiten des Sportunterrichts als Grundlagenwissen zu verstehen.
Der Sportunterricht verfügt über zahlreiche fachspezifische Besonderheiten, die insbesondere im Hinblick das Auftreten und Bewältigen von Ängsten von Bedeutung sind. Zunächst ist festzuhalten, dass die übliche Organisationsform des Sportunterrichts erheblich von den übrigen Unterrichtsfächern unterscheidet, da dieser in anderen Räumlichkeiten stattfindet und eine höhere körperliche Aktivität der Schülerinnen und Schüler begünstigt der Sportunterricht eine ungezwungene und freie Kommunikation sowie körperliche Nähe. Mitunter können dabei ungewohnte Kommunikationssituationen entstehen, welche das Auftreten von Ängsten und Konflikten begünstigen (vgl. Gröger & Stöckel, 2018, S. 16 / Herrmann, Seiler & Niederkofler 2016, S. 9).
Eine weitere fachspezifische Besonderheit des Sportunterrichts besteht dessen kompetitivem Charakter. Wettbewerbssituationen nehmen einen erheblich größeren Anteil des Unterrichtsgeschehens in Anspruch, als dies in anderen Fachrichtungen der Fall ist (vgl. Boisen, 1975, S. 33). Häufig erfolgt eine „direkte Konfrontation mit dem „Gegner“, vor dessen Überlegenheit man Angst hat“ (ebd.). Hinzu kommt, dass die individuelle Leistungsfähigkeit im Sportunterricht für alle Anwesenden sichtbar ist. Diese Exponiertheit kann insbesondere unter Berücksichtigung der häufig vorherrschenden Leistungsheterogenität in einer Schulklasse als angstauslösendes Element bezeichnet werden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Basisemotion Angst im Schulalltag und begründet die Notwendigkeit, sich als Lehrkraft mit dem Thema auseinanderzusetzen, um negative Folgen für die Entwicklung der Kinder zu verhindern.
2 Die Emotion der Angst: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung des Angstbegriffs, diskutiert verschiedene wissenschaftliche Definitionsansätze und leitet daraus eine arbeitsrelevante Arbeitsdefinition ab.
3 Angst innerhalb des Sportunterrichts: Hier wird der spezifische Kontext des Sportunterrichts untersucht, wobei insbesondere die räumliche Umgebung, der kompetitive Charakter und die öffentliche Sichtbarkeit von Leistungen als Faktoren für Angsterleben identifiziert werden.
4 Auswirkungen von Angst: Dieses Kapitel analysiert die physiologischen und motorischen Konsequenzen von Angst sowie deren Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit und das übergeordnete Persönlichkeitsbild der Lernenden.
5 Forschungs-Design: Es werden die methodischen Grundlagen der qualitativen Arbeit erläutert, insbesondere das Instrument des Leitfadeninterviews mit Drittklässlern und das Vorgehen nach der inhaltlichen Auswertungsmethode von Mayring.
6 Darstellung und Diskussion der Forschungsergebnisse: Die erhobenen Aussagen der Kinder werden ausgewertet, in Bezug auf den theoretischen Forschungsstand diskutiert und auf ihre Bedeutung für das Sporttreiben untersucht.
7 Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen, beantwortet die eingangs formulierte Forschungsfrage und leitet daraus praktische Empfehlungen für den pädagogischen Alltag im Sportunterricht ab.
Sportunterricht, Primarstufe, Angstempfinden, Angsterleben, Bewegungshemmung, Leistungsdruck, Qualitative Inhaltsanalyse, Schülerperspektive, Angstprävention, Sportpsychologie, Bewegungsaktivierung, Sportdidaktik, Konfliktmanagement, Emotionale Entwicklung, Sozialverhalten.
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Angst im Sportunterricht aus der Perspektive von Grundschulkindern und wie Sportlehrkräfte präventiv und intervenierend damit umgehen können.
Zentral sind der Angstbegriff, die spezifischen Anforderungen des Schulsports, die psychomotorischen Auswirkungen von Leistungsdruck sowie die subjektiven Erlebnisse der befragten Kinder.
Ziel ist es, herauszufinden, ob sich theoretische Erkenntnisse der Sportpsychologie mit den tatsächlichen Gefühlen und Erlebnissen von Schülerinnen und Schülern im Sportunterricht decken.
Als Methode wurde eine qualitative Analyse gewählt, basierend auf Leitfadeninterviews, die mit einer Gruppe von fünf Schülerinnen und Schülern der dritten Klasse durchgeführt und nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung der Angst, analysiert die sportartspezifischen Besonderheiten (wie Wettbewerb und Sichtbarkeit) und verknüpft diese Erkenntnisse mit den Ergebnissen der durchgeführten Interviews.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sportunterricht, Angstempfinden, Primarstufe, Bewegungshemmung, Leistungsdruck und didaktische Interventionsmöglichkeiten definiert.
Die Kinder berichten oft davon, Angst als ein "doofes Gefühl" zu beschreiben, das meist in konkreten Situationen auftritt, in denen sie sich den Anforderungen nicht gewachsen fühlen oder öffentliche Blamage fürchten.
Das soziale Umfeld, wie die Klassengemeinschaft, spielt eine große Rolle; insbesondere die Angst vor negativem Feedback oder Ausgelacht-Werden durch Mitschüler wirkt sich stark auf das Sicherheitsgefühl der Kinder aus.
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