Bachelorarbeit, 2023
42 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Verfassungsstaat
2.2 Freiheitsbegriff
2.3 Sicherheitsbegriff
3. Staatstheoretische Konzeption von Thomas Hobbes
3.1 Naturzustand
3.2 Der Leviathan
3.3 Staatliche Aufgaben
3.4 Der Staat
4. Freiheitlich demokratischer Verfassungsstaat
4.1 Individuelle und kollektive Rechte
4.2 Sicherheitspolitische Pflichten des Staates
4.3 Konfliktpotentiale Freiheit vs. Sicherheit
5. Auswertung und kritische Betrachtung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die staatstheoretische Konzeption von Thomas Hobbes im Kontext des modernen Verfassungsstaates, wobei der Fokus auf dem sicherheitspolitischen Mandat des Staates liegt. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob der demokratisch freiheitliche Verfassungsstaat seinen Bürgern die geforderte Sicherheit gewähren kann.
3.1 Naturzustand
Hobbes geht als erster Theoretiker der Politikwissenschaften zuerst auf die Anthropologie ein. Erst auf den Grundbegriffen der menschlichen Bedürfnisse, Begierden und Ziele baut Hobbes seine Staatstheorie auf. Dabei bediente sich der Philosoph eines Hilfskonstrukts. Es wurde angenommen, dass im Fall fehlender Macht der Mensch seiner Natur folgen würde, d.h. er bräuchte sich vor keinen Gesetzen und Staatsapparaten zu fürchten. Seine Handlungsweise wäre gleichbedeutend mit seinem Wesen im Sinne einer natürlichen Existenz. Im Naturzustand ist der Mensch, laut Hobbes, von der Eigennützigkeit und der Furcht bestimmt. Kirchschlager betont bei dem Naturzustand von Hobbes die Gleichheit zwischen den Menschen. Gleichheit ist aber in diesem Fall nicht im Sinne gleicher Rechte und gleicher Pflichten zu verstehen, sondern als Gleichheit der Fähigkeiten einen anderen Menschen zu besiegen, um seine eigenen Interessen gegenüber diesem durchzusetzen.
Des Weiteren in Bezug auf den Naturzustand kommt Hobbes zu dem Schluss, dass jeder Mensch grundsätzlich in der Lage ist, einem anderen gegenüber seine Interessen durchzusetzen und ihm das wegzunehmen, was er will. Daraus folgt dementsprechend auch, dass im Naturzustand die Begierden als Motivation im Vordergrund stehen. Der Mensch möchte einerseits die Dinge besitzen, die ihm gefallen, andererseits hat er Angst, dass ihm Sachen, die ihm gefallen, von anderen weggenommen werden können. Dies kann beispielsweise durch Raub oder Diebstahl erfolgen. Diese Überlegung beinhaltet auch das menschliche Leben, das einerseits von einem anderen Menschen ausgelöscht werden kann und andererseits das höchste Gut ist, vor dessen Ende sich jeder Mensch fürchtet. Hobbes geht auch davon aus, dass im Naturzustand die begehrten Güter, wie z.B. Lebensmittel knapp sind, daher wird deren Beschaffung zu einer Überlebensfrage.
1. Einleitung: Historische Einordnung der Hobbes'schen Philosophie vor dem Hintergrund der englischen Bürgerkriege und Vorstellung des Themenbereichs.
2. Theoretische Grundlagen: Definition der Konzepte Verfassungsstaat, Freiheit und Sicherheit als Ausgangslage für die weitere Analyse.
3. Staatstheoretische Konzeption von Thomas Hobbes: Detaillierte Darstellung des Naturzustands, der Figur des Leviathans und der daraus ableitbaren staatlichen Aufgaben.
4. Freiheitlich demokratischer Verfassungsstaat: Analyse des Verhältnisses zwischen individuellen Grundrechten und staatlichen Sicherheitspflichten in der modernen Demokratie.
5. Auswertung und kritische Betrachtung: Zusammenführung der Theorie mit aktuellen Krisenphänomenen wie Terrorismus und Pandemiebekämpfung.
6. Fazit: Beantwortung der Forschungsfrage und Abgrenzung des modernen Demokratieverständnisses vom absoluten Herrschaftsbild des Hobbes.
Thomas Hobbes, Leviathan, Naturzustand, Verfassungsstaat, Sicherheit, Freiheit, Rechtstaat, Gewaltmonopol, Gesellschaftsvertrag, Terrorismusbekämpfung, Grundrechte, Gefahrenabwehr, Souveränität, politische Philosophie, Sicherheitspolitik.
Die Arbeit untersucht, wie Thomas Hobbes Sicherheit als staatliche Aufgabe definierte und inwiefern diese theoretischen Ansätze mit dne Anforderungen eines modernen demokratischen Rechtsstaates vereinbar sind.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Staates aus der Sicherheitsfurcht, das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Ordnung sowie die Legitimität staatlicher Gewalt.
Die Arbeit hinterfragt, ob der heutige demokratisch freiheitliche Verfassungsstaat seinen Bürgern die gewünschte Sicherheit gewähren kann, ohne grundlegende Freiheitsrechte zu verletzen.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und ideengeschichtliche Untersuchung, die philosophische Originalwerke von Hobbes mit modernen Diskursen und politischen Fallbeispielen vergleicht.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Staates bei Hobbes, die Rolle des Leviathans als Ordnungsmacht und die moderne Transformation dieser Prinzipien angesichts von Terrorismus und gesellschaftlichen Krisen.
Wesentliche Begriffe sind Leviathan, Naturzustand, Sicherheit, Freiheit, Herrschaft, Rechtsstaat und Gewaltmonopol.
Es veranschaulicht den Übergang von einem unsicheren, gefahrvollen Zusammenleben zu einem geordneten Machtgefüge, repräsentiert durch den Staat als alleinigem Regulator.
Der Terrorismus dient als konkretes Beispiel für Grenzlagen, in denen Staaten versucht sind, Freiheitsrechte zugunsten der kollektiven Sicherheit einzuschränken, wobei dies oft an der Verhältnismäßigkeit scheitert.
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