Examensarbeit, 2009
67 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffserklärung und Definition(en)
3. Ursachen
3.1 Individuumsbezogene Ursachen
3.1.1 Kongenitale Ursachen
3.1.2 Neuropsychologische Ursachen
3.1.3 Psychische Komponenten
3.2 Soziokulturelle und familiäre Ursachen
3.3 Schulische Ursachen
3.4 Zusammenfassung
4. Diagnostik von Rechenstörungen
4.1 Der Osnabrücker Test zur Zahlbegriffsentwicklung (OTZ)
4.1.1 Beschreibung, Durchführung und Auswertung des OTZ
4.1.2 Diskussion und Bewertung des OTZ
4.2 Die Serie „Deutsche Mathematiktests“ (DEMAT)
4.2.1 Der Deutsche Mathematiktest für erste Klassen (DEMAT 1+)
4.2.2 Beschreibung, Durchführung und Auswertung des DEMAT 1+
4.2.3 Diskussion und Bewertung des DEMAT 1+
4.3 Der Heidelberger Rechentest (HRT 1-4)
4.3.1 Beschreibung, Durchführung und Auswertung des HRT 1-4
4.3.2 Diskussion und Bewertung des HRT 1-4
4.4 Die neuropsychologische Testbatterie für Zahlenverarbeitung und Rechnen bei Kindern (ZAREKI-R)
4.4.1 Beschreibung, Durchführung und Auswertung der ZAREKI-R
4.4.2 Diskussion und Bewertung der ZAREKI-R
4.5 Fazit zur Diagnostik
5. Förder- und Interventionsmaßnahmen bei Rechenstörungen
5.1 „Dyskalkulie-Therapie“ unter Einbezug von Lehrern und Eltern
5.2 Lernen mit computergestützten Rechentrainingsprogrammen
6. Abschlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Rechenstörungen (Dyskalkulie) im Kindes- und Jugendalter. Das primäre Ziel ist es, den Begriff der Dyskalkulie zu klären, Ursachenfelder zu identifizieren, gängige diagnostische Verfahren kritisch zu beleuchten und effektive Interventionsmöglichkeiten vorzustellen, um betroffenen Kindern eine zielgerichtete Unterstützung zu ermöglichen.
1. Einleitung
Rechenstörungen, Störungen des Spracherwerbs sowie des Lesens und Schreibens sind laut Weltgesundheitsorganisation „Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ und schon seit langem ein Thema, mit dem sich Wissenschaft und Forschung eingehend befassen. In den Mittelpunkt des öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses ist dabei die Lese-Rechtschreib Schwäche (LRS) gerückt. Entsprechend zeigt sich auch, dass der oft für Rechenstörungen verwendete Fachbegriff „Dyskalkulie“ der breiten Bevölkerung bei weitem nicht so bekannt ist, wie der Begriff „Lese Rechtschreib-Schwäche“. Bezeichnend hierfür ergibt eine Internetsuche zum Stichwort „LRS“ an die 3,5 Millionen Treffer, wobei die Einträge von seriös über geschäftstüchtig bis hin zu unwissenschaftlich und fragwürdig reichen.
Eine Webdurchsuchung bei demselbigen Suchmaschinenbetreiber zum Stichwort „Dyskalkulie“ liefert gerade einmal 234.000 Einträge. Dieses „Hintenanstehen“ der Dyskalkulie scheint jedoch verwunderlich, gilt doch der Umgang mit Zahlen als essenziell für die Bewältigung grundlegender Lebensanforderungen (von Aster, 2003).
Grund hierfür ist zum einen, dass bislang den sprachlichen und schriftsprachlichen Fertigkeiten mehr soziale Bedeutung zugemessen wurde, und zum anderen ging man lange Zeit davon aus, dass (schrift-) sprachliche Defizite auch für Rechenstörungen verantwortlich sind (Lorenz, 2003). Entscheidend für das zur Jahrhundertwende steigende wissenschaftliche und öffentliche Interesse an Rechenstörungen sind aber wohl eher die desolaten und niederschmetternden deutschen Ergebnisse im internationalen Vergleich der PISA-Studie im Bereich Mathematik, die Wissenschaft, Bildungspolitik und vor allem Pädagogik, Psychologie und Medizin einen akuten Handlungsbedarf signalisierten.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die im Vergleich zu Lese-Rechtschreib-Schwächen geringere öffentliche Aufmerksamkeit für Rechenstörungen und begründet den Forschungsbedarf durch internationale Leistungsvergleiche und Prävalenzstudien.
2. Begriffserklärung und Definition(en): Dieses Kapitel beleuchtet die wissenschaftliche Uneinigkeit bei der Definition von Dyskalkulie und stellt gängige Diskrepanzdefinitionen der WHO und anderer Manuale vor.
3. Ursachen: Hier werden multikausale Ursachenfelder analysiert, die von genetischen und neuropsychologischen Faktoren bis hin zu soziokulturellen und schulischen Einflüssen reichen.
4. Diagnostik von Rechenstörungen: Das Kapitel bietet eine detaillierte Vorstellung, Bewertung und kritische Diskussion von vier psychometrischen Testverfahren (OTZ, DEMAT, HRT, ZAREKI-R).
5. Förder- und Interventionsmaßnahmen bei Rechenstörungen: Es werden Ansätze für eine individuelle Dyskalkulie-Therapie unter Einbezug von Mediatoren (Eltern/Lehrern) sowie der Einsatz von Lernsoftware diskutiert.
6. Abschlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einem Appell an die Lehramtsausbildung und betont, dass trotz Fortschritts noch viele Forschungsfragen ungeklärt bleiben.
Dyskalkulie, Rechenstörung, Rechenschwäche, Diagnostik, Mathematik, Teilleistungsstörungen, Intervention, Lernförderung, Frühförderung, Schulleistung, Neuropsychologie, Mediatorentraining, Basiskompetenzen, Testverfahren, Sonderpädagogik.
Die Hausarbeit befasst sich mit der Entwicklungsstörung Dyskalkulie bei Kindern und Jugendlichen, von der theoretischen Definition bis hin zur praktischen Diagnostik und Interventionsmöglichkeiten.
Die Arbeit behandelt die Ursachen der Rechenstörung, die Vorstellung gängiger Testverfahren zur Diagnose sowie pädagogische Konzepte für die Förderung und Therapie.
Das Ziel ist es, einen Überblick über den Forschungsstand zu geben und aufzuzeigen, wie Rechenstörungen frühzeitig erkannt und sinnvoll therapiert werden können.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender psychologischer und pädagogischer Studien sowie auf die Analyse verschiedener standardisierter Testmanuale.
Im Hauptteil liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der diagnostischen Testung mittels etablierter Verfahren wie dem DEMAT oder dem HRT und der anschließenden Interpretation dieser Testergebnisse.
Zentrale Begriffe sind Dyskalkulie, Diagnostik, Interventionsmaßnahmen, Rechenstörung, Teilleistungsstörungen und schulisches Umfeld.
Die Software wird als motivierende Ergänzung gewürdigt, jedoch wird betont, dass sie den therapeutischen Einzelunterricht bei einer ausgeprägten Rechenstörung nicht ersetzen kann.
Eltern und Lehrer werden als Mediatoren aktiv in den therapeutischen Prozess eingebunden, um dem Kind durch Strukturierung und emotionale Stärkung beim Erlernen mathematischer Kompetenzen zu helfen.
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