Bachelorarbeit, 2019
64 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Fragestellung
1.3 Zielsetzung
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Definition des PMTS
2.2 Symptome des PMTS
2.2.1 Erregung
2.2.2 Vermeidung
2.2.3 Wiedererleben
2.3 Risikofaktoren des PMTS
2.4 PMTS im Kontext der kindlichen Entwicklung
2.4.1 Säuglinge und Kleinkinder (0-2 Jahre)
2.4.2 Vorschulkinder (3-5 Jahre)
2.4.3 Kinder im Grundschulalter (6-11 Jahre)
2.4.4 Adoleszenz (12-18 Jahre)
2.5 Traumainformierte Pflege
2.6 Integrative (Trajectory) Model of Pediatric Medical Traumatic Stress
2.6.1 Phase I. Peritrauma
2.6.2 Phase II. Frühe, fortlaufende und sich entwickelnde Reaktionen
2.6.3 Phase III. Längerfristiges PMTS
3 Methode
3.1 Dokumentation der Suchstrategie
3.1.1 Suchbegriffe
3.1.2 Filter
3.1.3 Darstellung der Suchstrategie
3.1.4 Ein- und Ausschlusskriterien
3.2 Auswahl der Studien
3.2.1 Übertragung der Interventionen auf das PMTS
3.2.2 Darstellung der Studienauswahl
4 Ergebnisse
4.1 Ergebnistabellen
4.2 Synthese der Ergebnisse
4.2.1 Prävention
4.2.2 Kognitive Verhaltenstherapie
4.2.3 Familienbasierte und -zentrierte Interventionen
4.2.4 Medizinische Spielinterventionen
5 Diskussion
5.1 Bedeutung der Ergebnisse
5.1.1 Prävention
5.1.2 Kognitive Verhaltenstherapie
5.1.3 Familienbasierte und -zentrierte Interventionen
5.1.4 Medizinische Spielintervention
5.2 Qualitätsanalyse der Studien
5.3 Stärken und Limitationen der Arbeit
5.3.1 Stärken
5.3.2 Limitationen
5.4 Beantwortung der Fragstellung
6 Schlussfolgerung
6.1 Für die Praxis
6.2 Für die Forschung
Ziel dieser Arbeit ist es, wissenschaftlich fundierte, pflegerische Interventionen zur Prävention und Behandlung des pädiatrischen medizinisch-traumatischen Stresses (PMTS) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis 18 Jahren im stationären Setting zu identifizieren und deren Effektivität zu bewerten.
1.1 Ausgangslage
Das Erleben eines Traumas in der Kindheit stellt keine Seltenheit dar. In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) werden schätzungsweise zwei Drittel aller Menschen bis zum Erreichen des Erwachsenenalters mit einem traumatischen Ereignis in der Kindheit konfrontiert (Centers for Disease Control and Prevention [CDC], 2021). Während der Hauptfokus der Traumaforschung bislang auf der Thematik der Kindesmisshandlung lag, rückt der wenig untersuchte Bereich des pädiatrischen medizinisch-traumatischen Stresses (PMTS) immer mehr in den Vordergrund der Wissenschaft. Pädiatrische Erkrankungen und Verletzungen betreffen zahlreiche Kinder und Jugendliche und sind häufig mit traumatischen Erfahrungen verbunden (Price et al., 2016). Vor allem die frühe Kindheit stellt eine Zeit mit hohem Risiko für die Exposition eines potentiell traumatischen medizinischen Ereignisses dar (De Young et al., 2014).
Jedes vierte Kind in den USA erleidet jährlich im Rahmen seiner Entwicklung eine unabsichtliche Verletzung, die eine medizinische Behandlung erfordert (Comitee on Pediatric Emergency Medicine, 2016). Jährlich betrifft dies 9.2 Millionen Kinder im Alter von 0 bis 19 Jahren, deren Verletzung eine medizinische Intervention in der Notaufnahme bedarf (CDC, 2009). Während eines Krankenhausaufenthalts erhalten Kinder zahlreiche medizinische Eingriffe. Pädiatrische stationäre Patienten erleben durchschnittlich 6.3 schmerzhafte Eingriffe pro Tag (Stevens et al., 2011). In der Schweiz erlitten 2017 rund 270.000 Kinder und Jugendliche im Alter von bis zu 16 Jahren eine schwere Verletzung durch Unfälle in den Bereichen Sport, Strassenverkehr sowie Haus und Freizeit (Beratungsstelle für Unfallverhütung, 2020). Bis zu 80% aller kranken und verletzten Kinder und deren Familien erfahren eine traumatische Stressreaktion aufgrund einer schweren Krankheit, einem Unfall, einer Verletzung oder einer schmerzhaften medizinischen Behandlung (The National Child Traumatic Stress Network [NCTSN], 2018a). Zusätzlich bilden 30% der Kinder ein mittelschweres bis schweres PMTS aus (Price et al., 2016).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des pädiatrischen medizinisch-traumatischen Stresses ein, definiert die Fragestellung und legt die Zielsetzung der Arbeit fest.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Hier werden Definitionen, Symptome, Risikofaktoren sowie entwicklungspsychologische Aspekte des PMTS beleuchtet und relevante Modelle zur traumainformierten Pflege dargestellt.
3 Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen bei der systematischen Literaturrecherche, einschließlich Suchbegriffen, Filtern und Auswahlkriterien der Studien.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse der ausgewählten Studien werden präsentiert, kategorisiert und inhaltlich synthetisiert, um eine Basis für die Diskussion zu schaffen.
5 Diskussion: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse kritisch analysiert, deren Bedeutung für die Praxis interpretiert sowie Stärken und Limitationen der Arbeit reflektiert.
6 Schlussfolgerung: Dies abschließende Kapitel leitet konkrete Handlungsempfehlungen aus den Ergebnissen für die pflegerische Praxis und die zukünftige Forschung ab.
Pädiatrischer medizinisch-traumatischer Stress, PMTS, Trauma, Pädiatrie, Pflegeintervention, Prävention, Kognitive Verhaltenstherapie, Familienzentrierte Pflege, Spielintervention, Kindesentwicklung, stationäres Setting, PTBS, psychologische Stressbewältigung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des pädiatrischen medizinisch-traumatischen Stresses (PMTS) bei Kindern und Jugendlichen zwischen 2 und 18 Jahren in stationären medizinischen Einrichtungen und identifiziert wirksame pflegerische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.
Die Themenfelder umfassen die Definition und Symptomatik von PMTS, die Bedeutung der Eltern-Kind-Interaktion bei medizinischen Traumatisierungen sowie den Einsatz von familienbasierten Ansätzen und spezifischen medizinischen Spielangeboten zur Traumabewältigung.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis der aktuellen Literatur wissenschaftlich fundierte Interventionen herauszuarbeiten, die PMTS verhindern oder reduzieren können, um so Handlungsempfehlungen für das Pflegepersonal im stationären Bereich abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer fachspezifischen, systematischen Literaturrecherche in den Datenbanken Medline via PubMed, CINAHL und PsycINFO via Ovid, deren Ergebnisse anschließend qualitativ synthetisiert und bewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bezugsrahmen, eine detaillierte methodische Beschreibung der Literaturrecherche sowie die Darstellung und Synthese der Ergebnisse hinsichtlich präventiver Maßnahmen, Kognitiver Verhaltenstherapie, familienzentrierter Interventionen und Spieltherapie.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie PMTS, Trauma, pädiatrische Pflegeintervention, familienzentrierte Pflege, Spielintervention und psychologische Stressbewältigung charakterisiert.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Eltern eine zentrale Rolle bei der Unterstützung ihrer Kinder während medizinischer Eingriffe spielen; ihr eigenes Stresserleben korreliert oft signifikant mit dem PMTS des Kindes, weshalb Maßnahmen zur elterlichen Unterstützung für das Kind präventiv wirken.
Medizinische Spielinterventionen, idealerweise angeleitet durch Fachpersonal (Child Life Specialists), stellen ein hochwirksames Werkzeug dar, um Ängste abzubauen, Informationen kindgerecht zu vermitteln und Kindern während belastender Aufenthalte ein Gefühl der Kontrolle zurückzugeben.
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