Diplomarbeit, 2008
108 Seiten, Note: 1,5
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
2. Stand der Forschung
2.1 Verortung der Thematik in die Geographie
2.2 Grundlegende Forschungen aus anderen Disziplinen
2.3 Schlussfolgerungen für die Arbeit
2.4 Probleme
3. Türken in Deutschland
3.1 Besondere Stellung der Türken
3.2 Zuwanderung türkischer Arbeitsmigranten
4. Türkische Bevölkerung in Berlin
4.1 Räumliche Verteilung
4.2 Altersstruktur der türkischen Bevölkerung
4.3 Ältere türkische Bevölkerung
4.3.1 Definition
4.3.2 Räumliche Verteilung der älteren türkischen Migranten
4.3.3 Strukturmerkmale
4.3.3.1 Geschlecht
4.3.3.2 Haushaltszusammensetzung und Familienstand
4.3.3.3 Erwerbsstatus und finanzielle Sicherung
4.3.3.4 Gesundheitliche Situation
4.4 Zusammenfassung
5. Altenpflege in Berlin
5.1 Kultursensible Altenpflege und interkulturelle Öffnung
5.2 Das kulturspezifische Pflegekonzept
5.3 Schwierigkeiten in der Umsetzung
5.4 Berliner Seniorenpolitik
5.5 Pflegeeinrichtungen
5.5.1 Ambulante Pflegeeinrichtungen
5.5.2 Stationäre Pflegeeinrichtungen
5.6 Zusammenfassung und abgeleitete Fragestellungen
6. Methoden
6.1 Das problemzentrierte Experteninterview
6.2 Der Forschungsleitfaden
6.3 Die Auswahl der Interviewpartner
6.4 Durchführung der Interviews
6.5 Auswertung nach der qualitativen Inhaltsanalyse
7. Ergebnisse der empirischen Untersuchung
7.1 Relevanz kulturspezifischer bzw. kultursensibler Pflegeeinrichtungen
7.1.1 Begründung
7.1.2 Das Hauptargument Sprache
7.1.3 Interkulturell geöffnete Pflegeeinrichtungen unter Gesichtspunkt Sprache
7.1.4 Problematische Aspekte
7.2 Das persönliche Umfeld
7.2.1 Berücksichtigung von Gewohnheiten
7.2.2 Unterschiede in der Pflege
7.2.3 Religion
7.2.4 Weitere Unterschiede
7.2.5 Biographiearbeit
7.3 Pflegepersonal
7.3.1 Anforderungen an das Pflegepersonal
7.3.2 Türkischstämmiges Pflegepersonal
7.3.3 Ethnisierung von Problemlagen
7.3.4 Pro und Kontra
7.4 Pflegebedarf und Inanspruchnahme
7.4.1 Gesundheitszustand
7.4.2 Pflegebedarf und Geschlecht
7.4.3 Inanspruchnahme von Pflegediensten
7.4.4 Pflege in der Familie
7.4.5 Image stationärer Pflegeeinrichtungen
7.5 Informationspolitik
7.5.1 Informationsdefizite
7.5.2 Informationsvermittlung
7.6 Zukunftseinschätzung
7.6.1 Pflegebedarf
7.6.2 Interkulturelle Öffnung
7.6.3 Kulturspezifische Einrichtungen
7.7 Tod
8. Zusammenfassung und Ausblick
9. Anhang
9.1 Datengrundlagen für Abbildungen
9.2 Interviewleitfaden
9.3 Kurzcharakteristik der Experten
10. Quellenverzeichnis
10.1 Literatur
10.2 Internetquellen
Die Diplomarbeit untersucht den Pflegebedarf und die Betreuungssituation älterer türkischer Migranten in Berlin vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob bestehende Altenpflegeangebote auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Bevölkerungsgruppe vorbereitet sind und ob eine Differenzierung zwischen kulturspezifischen Angeboten und der interkulturellen Öffnung von Regeldiensten erforderlich ist.
7.1.2 Das Hauptargument Sprache
Hauptargument für die Relevanz einer kulturspezifischen Pflege für ältere türkische Migranten ist die Sprache. Nach Frau KEKILLI bestehe in Regeleinrichtungen nicht die Möglichkeit, türkische Migranten der ersten Generation angemessen zu versorgen, weil ihre Sprachkenntnisse dafür nicht ausreichend seien (vgl. Interview Frau KEKILLI). Aber die „Patienten äußern ihre Beschwerden und Wünsche auf türkisch und das muss verstanden werden.“ (Zitat Frau KEKILLI). Deshalb werde auch im Büro und nicht nur in der Pflege des Can-Vital-Pflegedienstes sowohl deutsch als auch türkisch zur Kommunikation angeboten, weil ältere türkische Migranten der ersten Generation häufig keine ausreichenden Deutschkenntnisse mitbringen, um sich verständlich zu machen (vgl. Interview Frau KEKILLI). Das Argument der Sprache wird auch von Frau ÜNER aufgegriffen. Es gebe viele Gründe, warum in der ersten Generation Sprachschwierigkeiten bestünden. Kontakt zu deutschen Personen gab es häufig nur während der Arbeitszeit. Nach dem Berufsausstieg ging dieser verloren und damit gingen auch die Sprachkenntnisse wieder zurück. Türkische Hausfrauen hatten oft eine enge Bindung an ihre Familie und türkische Freunde und somit geringere Chancen und Bedarf zum Erlernen der deutschen Sprache. Zudem ist bei einer geringen Schulbildung, d.h. bei einer geringen Verfügbarkeit über Schreib- und Lesekompetenzen in der eigenen Sprache, das Erlernen einer anderen Sprache besonders schwierig (vgl. Interview Frau ÜNER; vgl. MATTHÄI 2005, S.16).
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Wandel von türkischen Gastarbeitern zu Rentnern und leitet daraus die Fragestellung nach deren Pflegebedarf ab.
2. Stand der Forschung: Dieses Kapitel verortet das Thema im Bereich der Migrationsgeographie und Sozialgerontologie und diskutiert vorhandene Studien.
3. Türken in Deutschland: Es wird ein historischer Überblick über die Anwerbung türkischer Arbeitsmigranten und deren Einwanderungsgeschichte gegeben.
4. Türkische Bevölkerung in Berlin: Das Kapitel analysiert die räumliche Verteilung, Altersstruktur und sozio-ökonomische Merkmale der älteren türkischen Bevölkerung in Berlin.
5. Altenpflege in Berlin: Hier werden die Rahmenbedingungen der Berliner Seniorenpolitik und Ansätze zur kultursensiblen Pflege dargestellt.
6. Methoden: Es wird die Anwendung problemzentrierter Experteninterviews sowie deren Auswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse beschrieben.
7. Ergebnisse der empirischen Untersuchung: Dieses Hauptkapitel präsentiert und diskutiert die Erkenntnisse aus den Interviews hinsichtlich Pflegebedarf, Sprache und Zukunftsperspektiven.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit und gibt einen Ausblick auf künftige Herausforderungen in der Altenpflege.
Altenpflege, Türkische Migranten, Berlin, Kultursensible Pflege, Kulturspezifische Einrichtung, Interkulturelle Öffnung, Experteninterview, Migrationsgeschichte, Pflegebedarf, Sprache, Migration, Sozialgerontologie, Demografischer Wandel, Inanspruchnahme, Biographiearbeit
Die Arbeit befasst sich mit der Situation älterer türkischer Migranten in Berlin, die aufgrund ihres Alters zunehmend pflegebedürftig werden, und analysiert, wie das Berliner Altenpflegesystem darauf reagiert.
Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte, die demografische Entwicklung, der Gesundheitszustand der betroffenen Personen sowie die Barrieren und Herausforderungen bei der Inanspruchnahme von professionellen Pflegediensten.
Ziel ist es zu untersuchen, ob bestehende Altenpflegeangebote in Berlin den speziellen Bedürfnissen älterer türkischer Migranten gerecht werden und welche Rolle dabei kulturspezifische Ansätze spielen.
Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf problemzentrierten Experteninterviews basiert, welche mit Akteuren aus dem Pflegebereich und Vertretern der türkischen Gemeinde geführt wurden.
Der Hauptteil analysiert die empirischen Daten zu Wohn- und Rentensituation, beschreibt Barrieren bei der Pflegeinanspruchnahme und diskutiert die Relevanz von Sprache, Religion und kulturellen Traditionen für die Pflegebeziehung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Altenpflege, Migrationsgeschichte, Kultursensible Pflege, Interkulturelle Öffnung und Pflegebedarf.
Da viele Migranten der ersten Generation kaum Deutschkenntnisse besitzen, stellt Sprache eine fundamentale Barriere dar. Laut den Experten ist die Muttersprache entscheidend für das Vertrauensverhältnis, das Verständnis von Beschwerden und die allgemeine Versorgungsqualität.
Die Experten sind sich uneins: Während sie für die erste Generation aufgrund der kulturellen und sprachlichen Prägung oft als notwendig erachtet werden, wird für die Zukunft auch eine allgemeine interkulturelle Öffnung aller Regeleinrichtungen als langfristiges Ziel gefordert.
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