Bachelorarbeit, 2009
32 Seiten, Note: 1,7
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Erforschung der Entstehung der Idioma de Signos Nicaragüense (ISN) und untersucht, ob diese Gebärdensprache als Beleg für die Universalgrammatik im Sinne Chomskys angesehen werden kann. Im Fokus steht die Theorie des Bioprogramms von Derek Bickerton, die die Hypothese von der genetisch bedingten Sprachfähigkeit des Menschen mit der Entwicklung von Kreolsprachen aus Pidginsprachen zu belegen versucht.
Die Einleitung führt in die Thematik der sprachlichen Universalien ein und stellt Chomskys Hypothese der genetisch bedingten Sprachfähigkeit des Menschen vor. Es wird erläutert, wie die Entstehung der ISN als Beweis für diese Hypothese herangezogen werden kann.
Kapitel 2 erläutert Bickertons Theorie des Bioprogramms, die auf der Entstehung von Kreolsprachen aus Pidginsprachen basiert. Die Theorie versucht zu erklären, wie die komplexen grammatikalischen Strukturen von Kreolsprachen entstehen und als Beweis für die Existenz eines menschlichen Bioprogramms für Sprache interpretiert werden können.
Kapitel 3 gibt einen Überblick über die Merkmale von Gebärdensprachen und stellt dar, dass es sich bei solchen Sprachen um natürliche Sprachen handelt, die in gleicher Weise wie lautsprachliche Sprachen für linguistische Forschungsarbeiten genutzt werden können.
Kapitel 4 beleuchtet die Entstehung der ISN und analysiert die Ergebnisse von Feldstudien, die qualitative Unterschiede zwischen der ursprünglichen Gebärdensprache Nicaraguas (LSN) und der ISN untersuchen. Die Studien konzentrieren sich insbesondere auf den Einfluss von sprachbegleitenden Gesten, den Gebrauch räumlicher Modulationen und Klassifizierer als grammatische Elemente. Die Ergebnisse dieser Studien werden im Kontext der Theorie des Bioprogramms diskutiert und kritisch betrachtet.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Gebärdensprachen, Universalgrammatik, Bioprogramm, Kreolsprachen, Pidginsprachen, Idioma de Signos Nicaragüense (ISN), sprachliche Universalien, genetisch bedingte Sprachfähigkeit, sprachliche Evolution, Feldstudien, linguistische Analyse.
Es ist die Gebärdensprache Nicaraguas, die in den 1970er/80er Jahren entstand und als Beweis für eine angeborene Sprachfähigkeit des Menschen gilt.
Da die Sprache ohne äußeres Vorbild von Kindern entwickelt wurde, deutet die spontane Entstehung komplexer Grammatik auf ein genetisch bedingtes Sprachorgan hin.
Sie besagt, dass Kinder beim Fehlen eines vollwertigen Sprachmodells (wie bei Pidginsprachen) auf ein angeborenes Bioprogramm zurückgreifen, um eine komplexe Kreolsprache zu erschaffen.
Klassifizierer sind grammatische Elemente, die Form oder Größe von Objekten im Raum darstellen und in der ISN als Zeichen fortgeschrittener Sprachentwicklung untersucht wurden.
LSN (Lenguaje de Signos Nicaragüense) war die frühe Form mit eher gestischen Zügen, während sich daraus die ISN als voll entwickelte Sprache mit komplexer Syntax entwickelte.
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