Magisterarbeit, 2005
99 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG UND ENTWICKLUNG DER FRAGESTELLUNG(EN)
2. DER GEGENSTAND DER UNTERSUCHUNG – DIE KUNSTFÜHRUNG IM MUSEUM
2.1 DIE KLASSISCHE FÜHRUNG
2.1.1 Die klassische Kunstführung – Beobachtungen in einem Berliner Kunstmuseum (Fallbeispiel 1)
2.1.2 Museum und Jugend
2.2 DIE KOMMUNIKATIVE KUNSTFÜHRUNG - BILDGESPRÄCHE
2.2.1 Modellversuch „Reclaim the Arts!“ (Fallbeispiel 2)
2.2.2 Ursprünge bei den Bildgesprächen Alfred Lichtwarks
3. DIE ZIELGRUPPE – JUGENDLICHE
3.1 JUGENDALTER
3.2 JUGEND UND FREIZEIT
3.3 JUGENDLICHE UND ZEITGENÖSSISCHE KUNST
4. ERKENNTNISLEITENDE THEORIEN – DIE FRAGE DER ÄSTHETISCHEN WIRKUNG
4.1 NEUZEITLICHE THEORIEN ÄSTHETISCHER WIRKUNG
4.1.1 Kant: Eigengesetzliche ästhetische Verhaltensweisen
4.1.2 Schiller: Erziehung zur Freiheit durch Ästhetische Erziehung
4.2 THEORETISCHE ANSÄTZE ÄSTHETISCHER WIRKUNG IN DER GEGENWART
4.2.1 Erkenntnis durch ästhetische Erfahrung
4.2.2 Bildwahrnehmung und ästhetisches Empfinden
4.3 ZEITGENÖSSISCHE KUNST UND ÄSTHETISCHE WIRKUNG
5. METHODISCHES VORGEHEN – METHODE DER UNTERSUCHUNG
5.1 QUALITATIVE FALLSTUDIE
5.2 TEILNEHMENDE BEOBACHTUNG
5.3 FRAGEBOGEN
6. AUSSTELLUNGSFÜHRUNGEN IN BERLINER KUNSTMUSEEN UND JUGEND - BEOBACHTUNGEN
6.1 FALLBEISPIEL 1: HAMBURGER BAHNHOF – FÜHRUNGEN FÜR SCHULKLASSEN
6.1.1 Durchführung
6.1.2 Beobachtungsstudie
6.1.3 Fragebogenstudie
6.2 FALLBEISPIEL 2: „RECLAIM THE ARTS!“ – JUGENDLICHE FÜHREN JUGENDLICHE
6.2.1 Durchführung
6.2.2 Beobachtungsstudie
6.2.3 Fragebogenstudie
7. DIE RESONANZ UNTERSCHIEDLICHER AUSSTELLUNGSFÜHRUNGEN - VERGLEICH DER BEIDEN FALLBEISPIELE
8. ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit untersucht komparativ die Resonanz unterschiedlicher Ausstellungsführungen – klassische Führungen für Schulklassen versus kommunikative „Bildgespräche“ für Jugendliche – auf 13- bis 17-jährige Schüler und Schülerinnen, um Ansätze für eine ansprechende Vermittlung zeitgenössischer Kunst zu identifizieren.
Die Klassische Führung
Jedes Museum bietet ausstellungs- und museumsbezogene Führungen an. Diese finden meist an einem festgelegten Tag, zu einer festen Zeit (z.B. Sa, 2.4.05 14.00 Uhr) mit einem vorgegebenen Thema statt. Oftmals muss man sich im Voraus anmelden und eine Führungsgebühr zuzüglich zum Museumseintritt bezahlen.
Entschließt sich ein Museumsbesucher aus dem Stadium bloßen Besichtigens herauszutreten und sich einer Führung anzuvertrauen, tut er dies zunächst mit der Vorstellung einen Experten zu finden, der festlegt, welche Objekte warum „wertvoll“, „wissenswert“ und „von Interesse“ sind. Manchmal kann er dabei noch immer auf folgende Vermittlertypen treffen, die Weschenfelder/ Zacharias etwas zynisch wie folgt charakterisieren: „Da gibt es den Typ des von der Kunst besessenen, in Würde ergrauten Kunsterziehers, der (…) die Zuhörer in den Bann leidenschaftlicher Urteilsäußerungen zu ziehen versucht (…). Daneben steht der junge Volontär, der, gesenkten Blickes und in gelegentlich stockender Rede ausführlich gesellschaftliche und politische Zusammenhänge zur Entstehungsgeschichte der Bilder erzählt und auch einiges über die lange Odyssee der Objekte zu berichten weiß (…). Schließlich begegnet man noch der älteren Dame, die mit schriller Stimme Formanalysen entwickelt, die angesichts des Objekts kein Mensch nachvollziehen kann, und last not least der Reiseführerin, die ihrer Gruppe qm-Zahlen, Preise und Anekdoten anbietet“.
Die so dargebotene Führung ist durch folgende Kriterien gekennzeichnet: Fehlen persönlicher Kontakte mit der Gruppe, Rein rezeptives Verhalten der Gruppe, Monotonie des Führungsablaufs, Unrezipierbare Fülle an Detailinformationen, Fehlende Herausarbeitung von Entwicklungen und Strukturzusammenhängen, „Überladung“ der Führungsteilnehmer mit fremden, nicht immer nachvollziehbaren Wertungen.
1. EINLEITUNG UND ENTWICKLUNG DER FRAGESTELLUNG(EN): Das Kapitel führt in die Problematik der musealen Vermittlungsarbeit für Jugendliche ein und begründet das Interesse an einer Untersuchung der Resonanz unterschiedlicher Führungsmodelle.
2. DER GEGENSTAND DER UNTERSUCHUNG – DIE KUNSTFÜHRUNG IM MUSEUM: Es werden die klassischen Museumsführungen sowie kommunikative Bildgespräche (inkl. des Modellversuchs „Reclaim the Arts!“) als unterschiedliche Vermittlungsansätze theoretisch und praxisnah dargestellt.
3. DIE ZIELGRUPPE – JUGENDLICHE: Dieser Abschnitt beleuchtet den Begriff des Jugendalters soziologisch und pädagogisch sowie die Bedeutung der Freizeit und der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst für diese Altersgruppe.
4. ERKENNTNISLEITENDE THEORIEN – DIE FRAGE DER ÄSTHETISCHEN WIRKUNG: Hier werden zentrale ästhetische Konzepte von Kant und Schiller sowie zeitgenössische Ansätze behandelt, die als theoretische Basis für die Untersuchung der Wirkung von Kunst auf Jugendliche dienen.
5. METHODISCHES VORGEHEN – METHODE DER UNTERSUCHUNG: Es wird das methodische Design der Arbeit erläutert, welches auf einer qualitativen Einzelfallstudie mittels teilnehmender Beobachtung und ergänzender Fragebogenerhebung basiert.
6. AUSSTELLUNGSFÜHRUNGEN IN BERLINER KUNSTMUSEEN UND JUGEND - BEOBACHTUNGEN: Dieser Hauptteil dokumentiert die konkreten Beobachtungsstudien und Fragebogenergebnisse für die beiden Fallbeispiele: klassische Führungen im Hamburger Bahnhof und „Reclaim the Arts!“ im Martin-Gropius-Bau sowie in der Berlinischen Galerie.
7. DIE RESONANZ UNTERSCHIEDLICHER AUSSTELLUNGSFÜHRUNGEN - VERGLEICH DER BEIDEN FALLBEISPIELE: Die Ergebnisse aus den beiden Fallstudien werden einander gegenübergestellt und die Resonanz auf die jeweiligen Führungsmodelle verglichen.
8. ZUSAMMENFASSUNG: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit kommunikativer Vermittlungsmethoden zur nachhaltigen Begeisterung Jugendlicher für das Museum.
Jugendliche, Kunstmuseum, Museumspädagogik, Ausstellungsführung, Bildgespräch, ästhetische Wirkung, Reclaim the Arts!, Zeitgenössische Kunst, Kulturvermittlung, qualitative Fallstudie, Besucherforschung, ästhetische Erfahrung, Vermittlungsstrategie, Freizeit, Partizipation.
Die Magisterarbeit untersucht die Wirkung und Resonanz unterschiedlicher Ausstellungsführungen auf Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren in Berliner Kunstmuseen.
Die Arbeit verknüpft Ansätze aus der Museumspädagogik, der Ästhetik (insbesondere Kant und Schiller) sowie der Jugendsoziologie, um die Diskrepanz zwischen musealen Vermittlungsangeboten und den Bedürfnissen Jugendlicher zu beleuchten.
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen klassischer, lehrerhafter Führungen im Vergleich zu kommunikativen „Bildgesprächen“ (am Beispiel des Projekts „Reclaim the Arts!“) zu evaluieren.
Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz, bestehend aus teilnehmender Beobachtung in verschiedenen Berliner Museen und ergänzenden Fragebogenumfragen unter den jugendlichen Teilnehmenden.
Der Hauptteil analysiert detailliert zwei Fallbeispiele: Klassische Führungen für Schulklassen im Hamburger Bahnhof und alternative Bildgespräche durch Jugendliche für Jugendliche in der Berlinischen Galerie bzw. im Martin-Gropius-Bau.
Wichtige Begriffe sind u.a. Partizipation, ästhetische Bildung, Besucherorientierung, „Reclaim the Arts!“, jugendspezifische Lernfähigkeit und die Überwindung des „Frontalunterrichts“ im Museum.
Das Projekt ermöglicht Jugendlichen, ihre eigenen Interpretationen einzubringen, indem Gleichaltrige als Gesprächsleiter fungieren, was die Hemmschwelle senkt und ein Dialog-orientiertes Lernen fördert.
Die klassische Führung wird oft als „Frontalunterricht im Gehen“ empfunden, wirkt auf Jugendliche eher demotivierend und fördert primär die reine Wissensaufnahme statt das ästhetische Erleben.
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