Diplomarbeit, 2008
147 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Einleitende Gedanken zum Verhältnis von Christentum und Politik
1.3 Idealtypische Beziehungsmuster zwischen Politik und Religion
1.4 Beschreibung der Micha-Initiative/ Micah Challenge
1.5 Aufbau der Arbeit
2 Historisch-Epochale Paradigmen im Verhältnis von Christentum und Politik - Von der Alternativkultur zur freundschaftlichen Kooperation
2.1 Urchristlich-Apokalyptisches Paradigma
2.2 Altkirchlich-Hellenistisches und orthodoxes Paradigma
2.3 Römisch-Katholisches Paradigma
2.4 Reformatorisch-Protestantische Paradigma
2.5 Modernes Paradigma
2.6 Exkurs zum Fundamentalismus:
2.7 Neuzeitlich-postmodernes Paradigma
3 Religion und weltanschauliche Neutralität - Die freundschaftliche Trennung von Politik und Religion und die Rolle religiöser Akteure
3.1 Voraussetzungen staatsbürgerlicher Solidarität und der Einfluss religiöser Orientierungen
3.2 Säkulare Öffentlichkeit und die Beteiligungsmöglichkeiten religiöser Akteure
3.3 Freundschaftliche Trennung aus christlicher Perspektive - Die Selbstpositionierung der Kirchen im säkularen Staat und der internationalen Zivilgesellschaft
4 Engel und Dämonen: Der gesellschaftspolitische Gehalt religiöser Orientierungen und die Einflussfaktoren für ihre Entwicklung
4.1 Die grundsätzliche Ambivalenz religiöser Orientierungen
4.2 Der Einfluss soziokultureller Bedingungen auf die historischen Ausprägungen des Christentums
4.2.1 Gesellschaftliche Makrostrukturen
4.2.2 Das kulturelle Umfeld
4.2.3 Strukturbedingungen religiöser Gemeinschaften
4.2.4 Individuelle Interessen und Charakterstrukturen
4.3 Die Voraussetzungen für sozialliberale und friedenspolitische Ausrichtung religiöser Organisationen
4.3.1 Strukturelles Autonomiepotential
4.3.2 Friedlichkeit der Lehre
4.3.3 Exkurs: Strukturmechanismen religiöser Orientierungen:
4.3.4 Verankerung der Lehre in den Strukturen der Gemeinschaft
4.3.5 Ausbildung in Friedenstechniken und Methoden sozialpolitischer Arbeit
5 Religion und Entwicklungszusammenarbeit
5.1 Staat und weltweite Gemeinschaft - Veränderte Strukturbedingungen und die Position der christlichen Kirchen
5.2 Die Voraussetzungen für einen positiven Beitrag religiöser Akteure in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit
6 Kriterien zur Beurteilung des politischen Engagements weltanschaulicher Organisationen
6.1 Gesellschaftspolitische Orientierungen
6.2 Arbeits- und Kooperationsweise
6.3 Interne Strukturen und strukturelle Verflechtungen
6.4 Religiöses Selbstverständnis
6.5 Reflektion kritischer Potentiale
7 Vorstellung der Micha-Initiative
7.1 Die evangelikalen Wurzeln der Micha-Initiative
7.1.1 Evangelikalismus und gesellschaftliches Engagement
7.1.2 Die Gründung des Micah-Networks und der Micha-Initiative
7.2 Motive und Vorrangige Ziele der Arbeit von Micah Challenge
7.3 Die Praktische Arbeit
7.3.1 Innerkirchliche Bildungsarbeit
7.3.2 Interkirchliche und zivilgesellschaftliche Netzwerkarbeit
7.3.3 Lobbying und Kampagnenarbeit
7.4 Einfluss der Micha-Initiative
7.4.1 Ihre Bedeutung innerhalb der evangelikalen Szene
7.4.2 Einfluss auf die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele
7.5 Die Micha-Initiative aus der Sicht externer Akteure
8 Gesellschaftspolitische Bewertung der Micha-Initiative
8.1 Gesellschaftspolitische Orientierungen
8.2 Arbeits- und Kooperationsweise
8.3 Interne Strukturen und strukturelle Verflechtungen
8.4 Religiöses Selbstverständnis
8.5 Reflexion kritischer Potentiale
9 Bewertung der Micha-Initiative
10 Zeitgeschichtliche Einordnung
11 Zur Rolle religiöse Akteure in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Christentum und Politik am Beispiel der Micha-Initiative (MI). Sie analysiert die historische und theologische Einordnung dieses Verhältnisses sowie die Rolle religiöser Akteure im säkularen Staat. Ziel ist es, Kriterien für ein sozialliberales und friedensförderndes Engagement religiöser Organisationen zu entwickeln und auf die MI anzuwenden.
2.1 Urchristlich-Apokalyptisches Paradigma
Das Christentum verstand sich bis zu seiner gesellschaftlichen Etablierung im 3. Jahrhundert in erster Linie als Alternativgemeinschaft. Geprägt von einer apokalyptischen Weltsicht fand ein Rückzug aus den antiken Gesellschaftsverbänden statt. Endzeitliche Bedingungen vorwegnehmend zeichnete die frühchristliche Parallelgesellschaft eine weitgehend herrschaftsfreie und egalitäre Binnenstruktur aus. Die Vorrangstellung des Gebotes der Nächstenliebe und das prinzipiell universalistische Gottesbild führten zu einem Ausbruch aus dem Ethnozentrismus und gesetzesethischem Monismus des zeithistorischen Judentums; wenngleich man sich zunächst als jüdische Bewegung verstand.
Das Verhältnis zum römischen Recht und seinen Machtstrukturen gestaltete sich in ähnlicher Weise ambivalent. Einerseits widersprachen die christlichen Glaubensinhalte dem totalitären und quasi-religiösen Machtanspruch des römischen Kaisers. Auf Grund der apokalyptischen Weltsicht sowie ihres unaufgebbaren Monotheismus' fügten sich die frühen Christen zunächst nicht in die politisch-kulturelle Einheitswelt der römischen Antike. Sie übernahmen keine offiziellen Ämter und verweigerten sich öffentlichen heidnisch-politischen Ritualen. Zum Teil äußerten sie sich vehement kritisch gegenüber dem römischen Reich. Ihre grundsätzlich antipolitische, aber unter den gegebenen totalitären Strukturen hochpolitische Einstellung trug zu ihrer eigenen gesellschaftlichen Ausgrenzung und Verfolgung bei.
Andererseits ordneten sich die ersten Christen vorbehaltlos den römischen Gesetzen unter – sofern sie nicht wesentlichen Glaubensinhalten widersprachen - und wurden von ihren Leitern angewiesen, sich um das Wohl des Gemeinwesens zu sorgen. Darüber hinaus überschritten ihre sozialen Ideale die Grenzen der eigenen Gemeinde, so dass Christen in umfangreichem Maße soziale Arbeit leisteten und ihr Engagement für Kranke und Arme auch öffentliche Wertschätzung fand. Zum Teil setzten sie sich bei günstigen Gelegenheiten auch auf öffentlicher Ebene für eine Verbesserung der Situation marginalisierter Bevölkerungsgruppen ein.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert das Ziel der Arbeit und den Aufbau der Untersuchung.
2 Historisch-Epochale Paradigmen im Verhältnis von Christentum und Politik - Von der Alternativkultur zur freundschaftlichen Kooperation: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über sechs zentrale Epochen des Christentums zur Einordnung der Micha-Initiative.
3 Religion und weltanschauliche Neutralität - Die freundschaftliche Trennung von Politik und Religion und die Rolle religiöser Akteure: Hier wird die Rolle religiöser Akteure im säkularen Staat und die demokratietheoretische Basis diskutiert.
4 Engel und Dämonen: Der gesellschaftspolitische Gehalt religiöser Orientierungen und die Einflussfaktoren für ihre Entwicklung: Dieses Kapitel analysiert Faktoren, die religiöse Weltbilder prägen und die Voraussetzungen für eine friedliche Ausrichtung schaffen.
5 Religion und Entwicklungszusammenarbeit: Es werden Probleme und formale Voraussetzungen für die Zusammenarbeit mit religiösen Akteuren in der Entwicklungszusammenarbeit benannt.
6 Kriterien zur Beurteilung des politischen Engagements weltanschaulicher Organisationen: Hier werden Kriterien für die gesellschaftspolitische Bewertung religiöser Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit entwickelt.
7 Vorstellung der Micha-Initiative: Das Kapitel stellt die Motivation, die Ziele und die praktische Arbeit der Micha-Initiative vor.
8 Gesellschaftspolitische Bewertung der Micha-Initiative: Die entwickelten Kriterien werden auf die Micha-Initiative angewendet, um deren formale Position zu prüfen.
9 Bewertung der Micha-Initiative: Die Untersuchung der Micha-Initiative wird zusammengefasst.
10 Zeitgeschichtliche Einordnung: Die Micha-Initiative wird als neuzeitlich-postmoderne Form des Christentums eingeordnet.
11 Zur Rolle religiöse Akteure in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit für das Verhältnis von Religion und Politik zusammengefasst und offene Fragen diskutiert.
Micha-Initiative, Christentum, Politik, Religion, Entwicklungszusammenarbeit, Gesellschaftspolitik, Evangelikalismus, Millenniumsentwicklungsziele, Zivilgesellschaft, weltanschauliche Neutralität, friedliche religiöse Orientierungen, soziale Gerechtigkeit, Postmoderne.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Christentum und Politik am Beispiel der Micha-Initiative, einer evangelikalen Entwicklungsinitiative, und beleuchtet die Rolle religiöser Akteure in der säkularen Gesellschaft.
Die zentralen Themen sind historische Paradigmen des Christentums, die Rolle von Religion in säkularen Staaten, Bedingungen für friedliche religiöse Orientierungen und die Praxis der Entwicklungszusammenarbeit durch religiöse Akteure.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie die Micha-Initiative das Verhältnis von Religion und Politik gestaltet und welche Kriterien für eine sozialliberale und friedensfördernde religiöse Arbeit in der Entwicklungszusammenarbeit entscheidend sind.
Die Arbeit nutzt einen historisch-kirchengeschichtlichen Ansatz in Anlehnung an Hans Küng zur Epochenbildung und entwickelt politiktheoretische Kriterien, um das Engagement religiöser Organisationen formal zu bewerten.
Im Hauptteil werden historische Entwicklungen des Christentums skizziert, die demokratietheoretische Verortung von Religion im säkularen Staat diskutiert sowie die Micha-Initiative detailliert vorgestellt und anhand der entwickelten Kriterien bewertet.
Schlüsselwörter sind unter anderem Micha-Initiative, Christentum und Politik, Integrale Mission, Millenniumsentwicklungsziele, säkularer Staat und Zivilgesellschaft.
Im Gegensatz zu fundamentalistischen Strömungen zeichnet sich die Micha-Initiative durch Offenheit für gesellschaftlichen Pluralismus, Kooperation mit anderen gesellschaftlichen Akteuren und eine Ausrichtung an allgemeinen menschenrechtlichen Zielen aus, statt auf religiöser Machtausübung zu beharren.
Die Südkirchen bilden eine wesentliche Basis der Micha-Initiative; sie fördern eine stärkere Gewichtung von sozialpolitischen Themen gegenüber rein missionarischen Aspekten und bringen eine Perspektive ein, die auf der Erfahrung mit unmittelbaren sozialen Problemen beruht.
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