Masterarbeit, 2009
102 Seiten
1. Einleitung
1.1 Themeneinführung
1.2 Fragestellung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Einflussfaktor Kultur
2.1 Annährung an dem Untersuchungsgegenstand
2.2 Definitionen von Kultur
2.3 Kulturelle Programmierung
2.4 Wertesysteme
2.5 Kultur und Kommunikation
2.5.1 Der Begriff der Kommunikation
2.5.2 Interkulturelle Kommunikation
2.5.3 Kommunikation und Humor
2.6 Kulturinterpretationen
2.6.1 Das Konzept der Kulturstandards
2.6.2 Das Konzept der Kulturdimensionen nach Hofstede
2.6.3 Das Konzept der Kulturdimensionen nach Fons Trompenaars
2.6.4 Nutzen der Kulturinterpretationen
3. Zusammentreffen von Kulturen
3.1 Interpretationen
3.1.1 Das Eigene und das Fremde - Überschneidungssituationen
3.1.2 Kulturshock
4. Interkulturelle Kompetenz
4.1 Die Begrifferklärung
4.2 Dimensionen interkultureller Kompetenz
4.2.1 Kognitive Dimension
4.2.2 Affektive Dimension
4.2.3 Verhaltensbezogene Dimension
4.3 Interkulturelle Sensibilität
4.4 Entwicklungsprozess interkultureller Kompetenz
4.5 Internationale Handlungskompetenz
4.6 Interkulturelle Kompetenz als Teilkomponente der Handlungskompetenz
4.6.1 Sachkompetenz
4.6.2 Sozialkompetenz
4.6.3 Selbstkompetenz
4.7 Zwischenfazit
5. Globale Unternehmen
5.1 Unternehmensebene
5.1.1 Unternehmenskultur
5.1.2 Begrifferklärung
5.1.3 Die Unternehmenskultur im Kontext der Internationalisierung
5.2 Interkulturelle Kompetenzen als Inhalt der interkulturellen Trainingsmaßnahmen
5.2.1 Möglichkeiten der Messung interkultureller Kompetenz
5.2.2 Interkulturelle Kompetenz als Gegenstand internationaler Personalentwicklung
5.2.3 Interkulturelle Trainings
5.2.4 Evaluation interkultureller Trainings - Forschungsstand
6. Anwendungsgebiete
6.1 Internationaler Marketing
6.2 Tourismus
6.3 Entwicklungszusammenarbeit
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht den interdisziplinären Begriff der "Interkulturellen Kompetenz" kritisch unter sozialwissenschaftlicher Perspektive, mit einem besonderen Fokus auf die Erlernbarkeit dieses Konstrukts in globalen Unternehmenskontexten und anderen Handlungsfeldern.
2.5.3 Kommunikation und Humor
Was als lustig gilt, ist auch kulturspezifisch. Diese Wirklichkeit möchte ich an einem Beispiel demonstrieren, der die unterschiedliche Auffassung von indonesischem und holländischem Humor analysiert:
„Es war ein ganz normaler Morgen […]. Alle saßen um den Besprechungstisch herum und stellten fest, dass ein Stuhl fehlte. Markus, einer der indonesischen Manager, ging durch die Verbindungstür in das Büro nebenan, um nachzuschauen, ob dort ein freier Stuhl war. Dieses Büro gehörte Frans, einem holländischem Manager. Er war nicht da, aber er würde nichts dagegen haben, einen Stuhl auszuleihen. Die ganzen Möbel gehörten sowieso der Firma. Markus schob gerade einen Stuhl aus Frans‘ Büro durch die Verbindungstür, als Frans von der anderen Seite hereinkam. Frans war gut aufgelegt. […] Im Vorbeigehen warf er Markus ein freundliches Grinsen zu und rief ihm über die Schulter zu: „Du bist mir ja reizender Dieb, Markus“. Er ging hinaus, ohne eine Antwort abzuwarten.
Als Frans nach dem Mittagsessen in sein Büro zurückkam, wartete Markus schon auf ihn. Frans fiel auf, dass Markus eine Krawatte angezogen hatte, was ungewöhnlich war. „Markus, mein Lieber, was kann ich für dich tun?“, fragte er. Markus schaute ihn bedrückt an, saß kerzengerade auf seinem Stuhl und sagte mit fester und ernster Stimme: „Frans, ich erkläre hiermit, dass ich kein Dieb bin“. Verdutzt fragte Frans, was zum Teufel er ihm da erzähle. Er brauchte dann weitere fünfundvierzig Minuten, um das Missverständnis zu klären.“
In der holländischen Kultur ist die „freundlich gemeinte Beleidigung“ unter Freunden im Spaß durchaus gängig. Wörter wie „du Schurke“ oder „du bist doof“ sind, wenn sie richtig betont werden, Ausdruck echter Sympathie. In Indonesien, wo der Status heilig ist, wird eine Beleidigung immer wörtlich aufgenommen. Frans hätte dies wissen müssen (vgl. Hofstede, 2006, S. 452f).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung interkultureller Begegnungen durch Globalisierung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Erlernbarkeit interkultureller Kompetenz.
2. Einflussfaktor Kultur: Das Kapitel definiert den Kulturbegriff sowie verschiedene Wertesysteme und erläutert die Bedeutung von Kulturstandards und Kulturdimensionen für die Kommunikation.
3. Zusammentreffen von Kulturen: Hier werden Überschneidungssituationen und der Prozess eines Kulturschocks bei Auslandsaufenthalten theoretisch beleuchtet.
4. Interkulturelle Kompetenz: Dieses Kapitel erarbeitet Definitionen und systematisiert interkulturelle Kompetenz in kognitive, affektive und verhaltensbezogene Dimensionen.
5. Globale Unternehmen: Anhand des Beispiels global agierender Unternehmen wird diskutiert, wie interkulturelle Trainingskonzepte und Personalentwicklung zur Kompetenzvermittlung beitragen können.
6. Anwendungsgebiete: Hier wird der Transfer interkultureller Forschung auf die Bereiche Internationales Marketing, Tourismus und Entwicklungszusammenarbeit dargestellt.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass interkulturelle Kompetenz eine Erweiterung bestehender Handlungskompetenzen darstellt und deren Erwerb an individuelle Voraussetzungen geknüpft ist.
Interkulturelle Kompetenz, Kultur, Kommunikation, Globalisierung, Unternehmenskultur, Personalentwicklung, Trainingsmaßnahmen, Kulturschock, Wertesysteme, Handlungskompetenz, Sozialkompetenz, Selbstkompetenz, Sachkompetenz, Interkulturelle Sensibilität, Diversität.
Die Arbeit untersucht das Konstrukt der interkulturellen Kompetenz und analysiert kritisch, inwieweit diese Fähigkeit erlernbar ist oder ob sie auf festen persönlichen Merkmalen basiert.
Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Fundierung des Kulturbegriffs, die psychologischen Auswirkungen von Kulturkontakten, Dimensionen interkultureller Kompetenz sowie deren praktische Anwendung und Förderung in der globalen Wirtschaft.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Kernfrage, ob interkulturelle Kompetenz als eigenständige, erlernbare Fähigkeit betrachtet werden kann oder ob sie als erweiterte Teilkomponente allgemeiner Handlungskompetenz verstanden werden muss.
Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz unter interdisziplinärer Perspektive, wobei Erkenntnisse aus Soziologie, Psychologie, Pädagogik und Wirtschaftswissenschaften zur Systematisierung des Konstrukts herangezogen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse von Kulturbegriffen, die Systematisierung der Kompetenzdimensionen in kognitive, affektive und verhaltensbezogene Cluster sowie die Untersuchung von Trainings- und Messmethoden in globalen Unternehmen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie "Interkulturelle Kompetenz", "Personalentwicklung", "Kulturelle Überschneidung", "Handlungskompetenz" und "Lernprozess" beschreiben.
Die Autorin weist darauf hin, dass das Marionettenmodell eine weit verbreitete, aber falsche Sichtweise darstellt, bei der Kultur als statische, homogene Größe wahrgenommen wird, die das Individuum vollständig determiniert, ohne dessen Eigenheiten oder Mehrfachzugehörigkeiten zu berücksichtigen.
Die Unterscheidung hilft dabei, die unterschiedlichen Anforderungen an den Kompetenzerwerb zu verstehen, da affektive Aspekte (z.B. Ambiguitätstoleranz) schwerer durch Trainings zu verändern sind als kognitive Aspekte (Wissensvermittlung).
Trainingsmaßnahmen werden als wichtiges Instrument für die Personalentwicklung gesehen, wobei die Autorin betont, dass diese Trainings nur an bereits bestehende allgemeine Handlungskompetenzen anknüpfen und keine "Wunderlösung" für interkulturelle Konflikte darstellen.
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