Bachelorarbeit, 2023
53 Seiten, Note: 2,3
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Problemkontext und Forschungsthese
2. Wissenschaftlicher Hintergrund: (Rad-)verkehr und Stadt
2.1 Verkehr und Mobilität
2.2 Entwicklung des Radverkehrs in Deutschland
2.3 Das Fahrrad im Verkehrssystem deutscher Großstädte
2.3.1 Potenziale und Anforderungen des Radverkehrs
2.3.2 Planungs- und Führungselemente des Radverkehrs
3. Methodische Vorgehensweise
3.1 Angewandte Methoden
3.1.1 Dokumentenanalyse
3.1.2 Empirische Streckensimulation mit dem Fahrrad
3.2 Auswahl der Untersuchungsobjekte und Durchführung der Methoden
3.3 Methodenreflexion
4. „Best Practice“-Beispiele für den Radverkehr in Deutschland und Europa
4.1 Münster
4.2 Kopenhagen
4.3 Karlsruhe
4.4 Utrecht
4.5 Kernelemente aus den Beispielen
5. Analyse von Radverkehrsentwicklungsmaßnahmen der Stadt Bonn
5.1 Beweggründe
5.2 Ausgangslage
5.3 Zielsetzung und Strategie
5.4 Maßnahmen und Konzepte
6. Empirischer Erkenntnisgewinn: Strecken-Simulation in Bonn
6.1 Pendler
6.2 Einkäufer
6.3 Student
7. Ergebnisdiskussion und Handlungsempfehlungen
8. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Potenzial und die Umsetzung einer nachhaltigen Radverkehrsförderung in der Stadt Bonn. Ziel ist es, unter Einbeziehung vergangener Maßnahmenplanungen und Best-Practice-Beispiele europäischer Städte zu analysieren, warum Bonn das angestrebte Ziel, „Fahrradhauptstadt 2020“ zu werden, nicht erreicht hat, und welche Defizite in der aktuellen Radverkehrsinfrastruktur bestehen.
Die soziale und berufliche Dimension moderner Mobilität
RONELLENFITSCH (1995) geht sogar so weit und bezeichnet Mobilität als ein Recht des Menschen. Allgemein lässt sich zusammenfassen, dass der Begriff Verkehr einen physischen Prozess beschreibt, während der Begriff Mobilität ein etwas komplexeres und weniger greifbares Konstrukt darstellt. Dies bestätigt sich nur teilweise in der Ansicht von NUHN u. HESSE (2006), die Mobilität als mehrdimensionales Konstrukt bestehend aus räumlicher, sozialer und beruflicher Mobilität sehen.
Mit räumlicher Mobilität sind in diesem Fall, ähnlich wie bei dem Begriff Verkehr, die physischen Prozesse in Form von Fahrten, Beförderungen und Wegen gemeint. Soziale Mobilität bezieht den gesellschaftlichen Stand mit ein, während die berufliche Mobilität vor allem berufliche Veränderungen mit einbezieht (NUHN u. HESSE 2006). Demnach können dem Begriff Mobilität neben sozialen und eher ungreifbaren Aspekten auch physische Aspekte zugeordnet werden.
Betrachtet man die Verwendung der Begriffe im alltäglichen Sprachgebrauch oder in der medialen Berichterstattung, so stellen LANZENDORF u. SCHEINER (2004) fest, dass den Begriffen eine unterschiedliche positive bzw. negative Konnotation zugeschrieben wird. Während in Werbekampagnen von Pkw mehr von Mobilität gesprochen wird und in der Politik oft von nachhaltiger Mobilität die Rede ist, fallen laut der Wissenschaftler in Bezug auf den Verkehr häufig negative Begriffe wie „Verkehrschaos, Verkehrskollaps, Verkehrsinfarkt“ (LANZENDORF u. SCHEINER 2004: 14).
1. Problemkontext und Forschungsthese: Einführung in die Zielsetzung der Stadt Bonn, Fahrradhauptstadt 2020 zu werden, und Aufstellung der Forschungsthese bezüglich der mangelnden Umsetzung von Fahrradinfrastrukturplänen.
2. Wissenschaftlicher Hintergrund: (Rad-)verkehr und Stadt: Definition grundlegender Begriffe wie Verkehr, Mobilität und Radverkehr sowie Erläuterung der historischen Entwicklung und der Anforderungen an das Fahrrad im Verkehrssystem.
3. Methodische Vorgehensweise: Beschreibung der angewandten qualitativen Methoden, bestehend aus Dokumentenanalyse und empirischer Streckensimulation zur Datengewinnung.
4. „Best Practice“-Beispiele für den Radverkehr in Deutschland und Europa: Analyse erfolgreicher Radverkehrsstrategien in Münster, Kopenhagen, Karlsruhe und Utrecht zur Ableitung von Kernelementen einer positiven Radverkehrsentwicklung.
5. Analyse von Radverkehrsentwicklungsmaßnahmen der Stadt Bonn: Konkreter Überblick über die Beweggründe, Zielsetzungen und das Strategiekonzept der Stadt Bonn zur Radverkehrsförderung basierend auf offiziellen Plänen.
6. Empirischer Erkenntnisgewinn: Strecken-Simulation in Bonn: Darstellung der persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen bei der Befahrung spezifischer Routen durch verschiedene Radfahrertypen.
7. Ergebnisdiskussion und Handlungsempfehlungen: Zusammenführende Diskussion der Erkenntnisse mit Ableitung konkreter Empfehlungen zur Verbesserung der Bonner Radverkehrssituation.
8. Fazit: Abschließende Zusammenfassung der Forschungsarbeit und Ausblick auf die weitere Entwicklung des Radverkehrs in Bonn.
Radverkehr, Stadtentwicklung, Bonn, Mobilität, Verkehrssicherheit, Fahrradhauptstadt, Verkehrsplanung, Infrastruktur, Dokumentenanalyse, Streckensimulation, Radverkehrsnetz, Pendler, Nachhaltigkeit, Modal Split, Verkehrsmanagement
Die Arbeit analysiert die Radverkehrsentwicklung und das Potenzial der Stadt Bonn vor dem Hintergrund des (letztlich gescheiterten) Ziels, Fahrradhauptstadt zu werden.
Die Arbeit deckt die wissenschaftlichen Grundlagen der Verkehrsplanung, den Vergleich mit europäischen Städten sowie die Analyse aktueller Bonner Infrastrukturmaßnahmen ab.
Es soll untersucht werden, warum die Stadt Bonn trotz ambitionierter Zielsetzungen keine ausreichenden Fortschritte bei der Umsetzung ihrer Fahrradinfrastrukturpläne erzielt hat.
Der Autor verwendet eine Kombination aus qualitativer Dokumentenanalyse offizieller städtischer Pläne und einer empirischen Streckensimulation als „Selbstversuch“.
Der Fokus liegt auf der Analyse der Bonner Maßnahmenpläne im Abgleich mit internationalen Best-Practice-Beispielen sowie der Bewertung realer Radwegebedingungen vor Ort.
Kernbegriffe sind Radverkehr, Stadtentwicklung, Verkehrssicherheit, Mobilitätswandel, Infrastrukturbewertung und der Vergleich mit Best-Practice-Städten.
Es traten vor allem Konfliktpunkte durch mangelhafte oder fehlende Schutzstreifenmarkierungen, Baustellen sowie Behinderungen durch parkende Fahrzeuge auf.
Das Gegenstrom-Prinzip in Bonn setzt auf eine systemtheoretische Verknüpfung von Pkw-Restriktionen („Push“) und attraktiven, fördernden Radverkehrsangeboten („Pull“).
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