Bachelorarbeit, 2010
56 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Hobbes Staatsphilosophie
2.1 Zugang zu Hobbes politischer Philosophie
2.2 Vom Menschen
2.3 Über den Naturzustand
2.4 Zum Staat
3. Staaten und Unternehmen
3.1 Spieltheorie
3.2 Markt
3.3 Analogien zwischen Staaten und Unternehmen
4. Strukturelle Grenzen
5. Schluss
Diese Arbeit untersucht die Analogien zwischen der staatstheoretischen Philosophie von Thomas Hobbes und der ökonomischen Struktur moderner Unternehmen. Das primäre Ziel ist es, den menschlichen Naturzustand nach Hobbes mithilfe wirtschaftswissenschaftlicher Konzeptionen wie der Spieltheorie und der Marktlogik zu analysieren und zu zeigen, dass sowohl Staaten als auch Unternehmen als Kooperationsgemeinschaften fungieren, die auf rationalem Handeln und einer notwendigen zentralen Machtstruktur basieren.
3.1 Spieltheorie
Die gesamte Spieltheorie an dieser Stelle im Detail zu behandeln würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, an dieser Stelle sei aber auf folgendes hingewiesen: Neben anderen Unterscheidungen unterteilt man die Spieltheorie in eine kooperative und eine nicht-kooperative Spieltheorie. Die kooperative Spieltheorie zeichnet sich dadurch aus, dass bei dieser Variante bindende Verträge zwischen den einzelnen Individuen abgeschlossen werden können – genauso wie dies im hobbesschen Staat gefordert wird. Bei der nicht-kooperativen Spieltheorie ist dies nicht möglich. Die zweite Variante entspricht demnach dem Naturzustand, wobei das allgemein bekannteste Beispiel jenes des Gefangenendilemmas ist.
Das Gefangenendilemma wird nach einer Situation benannt in der sich zwei Gefangene befinden, die verdächtigt werden gemeinsam eine Straftat begangen zu haben. Die mögliche Höchststrafe für das Verbrechen beträgt z.B. fünf Jahre. Beiden Gefangenen wird von der Polizei ein Handel angeboten, worüber beide informiert sind. Im Falle, dass einer der Gefangenen die Tat gesteht und somit den anderen Gefangenen ebenfalls belastet, kommt er straffrei davon und der andere muss die vollen fünf Jahre absitzen. Schweigen hingegen beide, bleiben dem Gericht nur Indizienbeweise, welche nur ausreichen um die beiden für 2 Jahre hinter Gitter zu bringen. Gestehen beide die Tat erwartet sie jeweils eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren. Die Gefangenen werden nun getrennt voneinander befragt und haben nicht mehr die Möglichkeit sich abzusprechen.
Von einem Dilemma spricht man, da die individuell optimierende Entscheidung (gestehen) und die kollektiv optimierende Entscheidung (schweigen) auseinander fallen. In der Summe führt die je individuell optimierende Strategie zu einem Ergebnis, dass alle Beteiligten schlechter stellt (je 4 bzw. total 8 Jahre). Die individuell nicht-optimierende Strategie hingegen führt dazu, dass alle Beteiligen besser gestellt werden (je 2 bzw. total 4 Jahre).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein und postuliert die Unternehmung als Leviathan, indem sie die Relevanz der hobbesschen Staatsphilosophie für moderne wirtschaftliche Strukturen begründet.
2. Hobbes Staatsphilosophie: Dieses Kapitel erläutert das anthropologische Fundament von Hobbes, das Menschenbild als kausal bewegtes Wesen und die Herleitung des Staates aus der rationalen Notwendigkeit der Friedenssicherung.
3. Staaten und Unternehmen: Hier werden theoretische Brücken zwischen Politik und Ökonomie geschlagen, wobei besonders die Spieltheorie und Marktmechanismen als Analysewerkzeuge für den Naturzustand und staatliche bzw. unternehmerische Strukturen genutzt werden.
4. Strukturelle Grenzen: Das Kapitel untersucht die Gefahren, denen Gemeinschaften durch innere und äussere Feinde ausgesetzt sind, und hinterfragt die Legitimität absoluter Machtstrukturen.
5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Macht in Staaten wie Unternehmen auf der Zustimmung und dem Rechtsverzicht der Beteiligten basiert, deren Motivation jedoch stets in der Selbsterhaltung verwurzelt bleibt.
Thomas Hobbes, Leviathan, Naturzustand, Staatstheorie, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Markt, Machtakkumulation, Kooperationsgemeinschaft, Rationalität, Rechtsverzicht, Selbsterhaltung, Souveränität, Unternehmenspolitik, Interessengemeinschaft.
Die Arbeit untersucht die philosophischen Parallelen zwischen dem Staat nach Thomas Hobbes und der Struktur moderner Unternehmen als Interessensgemeinschaften.
Im Zentrum stehen die politische Philosophie von Hobbes, spieltheoretische Analysen, ökonomische Marktmechanismen und die strukturelle Analyse von Gemeinschaften.
Das Ziel ist es, die Gültigkeit von Hobbes' Überlegungen zum Naturzustand und zur Staatsgründung auf die moderne Geschäftswelt und den Unternehmenserfolg zu übertragen.
Der Autor nutzt die geometrische Methode der Analyse und Synthese nach Hobbes sowie spieltheoretische Modelle als komparative Analyseinstrumente.
Der Hauptteil analysiert das Menschenbild bei Hobbes, die Eskalation im Naturzustand, die Übertragung auf das Gefangenendilemma und die Analogie zwischen Marktgleichgewicht und staatlicher Ordnung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Machtstreben, Knappheit, rationaler Rechtsverzicht, Kooperation und Leviathan beschreiben.
Ein Unternehmen kann als künstliches Konstrukt betrachtet werden, das Sicherheit vor Markteinflüssen bietet, ähnlich wie der Staat seine Bürger vor dem Krieg aller gegen alle schützt.
Es dient als Modell, um zu veranschaulichen, wie rationale individuelle Nutzenmaximierung in einem Umfeld ohne Zentralmacht zu kollektiv suboptimalen Ergebnissen führt.
Die Ruhmsucht fungiert als dritte Konfliktursache, die die Eskalation im Naturzustand weiter verschärft, da Menschen über ihren reinen Selbsterhaltungstrieb hinaus nach Macht streben.
Der Autor diskutiert dies anhand von Carl Schmitts Kritik, der darin die Keimzelle für die Zersetzung des Leviathan sieht, während Hobbes darin ein Ventil für die Stabilität sieht.
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