Bachelorarbeit, 2005
82 Seiten, Note: 2,0
1 Gesundheitsförderung
1.1 Gesundheit, Krankheit, Prävention und Gesundheitsförderung
1.1.1 Erläuterung von Gesundheit und Krankheit
1.1.2 Erläuterung von Prävention und Gesundheitsförderung
1.1.3 Ansätze und Strategien der Gesundheitsförderung
1.2 Stellenwert und Bedarf der Gesundheitsförderung in Deutschland
1.2.1 Gesetzespolitischer Stellenwert der Gesundheitsförderung (WHO: 21 Gesundheitsziele; Bundesregierung: § 20 SGB V und Präventionsgesetz)
1.2.2 Bedarf von Gesundheitsförderung in Deutschland (Demografische Aspekte, Krankheitskosten)
2 Sport und Sportvereine
2.1 Sport und Sportteilnahme
2.1.1 Begriffsklärungen: Sport, Gesundheitssport, körperliche und sportliche Aktivität
2.1.2 Sportliche Aktivität als Gesundheitsparameter
2.1.3 Effekte sportlicher Aktivität auf die Gesundheit
2.1.4 Theorien und Motive zur Sportteilnahme
2.1.5 Art, Ausmaß und Stellenwert der Sportaktivität
2.1.6 Determinanten der Aufrechterhaltung gesundheitssportlicher Aktivität und Dropout
2.2 Sportvereine in Deutschland
2.2.1 Entwicklung und Merkmale der Sportvereine sowie Ergebnisse zur Sportvereinsforschung
2.2.2 Typisierung, Angebots- und Mitgliederstruktur sowie Verteilung
2.2.3 Organisationskultur und soziologische Bedeutung
2.2.4 Entwicklungen und Trends
3 Sportvereine und bisherige Gesundheitsförderungsmaßnahmen
3.1 Interventionen auf der Sportvereinsebene
3.2 Bisherige Gesundheitsförderungsmaßnahmen der Sportvereine und des Deutschen Sportbundes
3.2.1 Gesundheitssportprogramme in Deutschland
3.2.2 Kommunales Projekt
3.2.3 Kampagnen des Deutschen Sportbundes
3.3 Das Qualitätssiegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“
3.3.1 Beschreibung des Qualitätssiegels „SPORT PRO GESUNDHEIT“
3.3.2 Ziele der Programme
3.3.3 Kriterien für die Vergabe des Qualitätssiegels
3.3.4 Beteiligte der Programme und Angebote
3.4 Gesundheitsförderung durch sportliche Aktivität als gemeinsames Ziel der Sportwissenschaften und von Public Health
3.5 Zusammenfassende Einordnung der Gesundheitsförderung durch Sportvereine in den Public Health-Kontext
4 Potenziale der Gesundheitsförderung durch Sportvereine
4.1 Sportvereine als Setting für Gesundheitsförderung
4.2 Nutzung vorhandener Ressourcen
4.3 Kooperationen
4.4 Qualitätssicherung
4.5 Risiken und Chancen der Gesundheitsförderung durch Sportvereine
4.6 Zusammenfassende Betrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Rolle von Sportvereinen bei der Umsetzung von Gesundheitsförderung. Das zentrale Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit Sportvereine als "Setting" für gesundheitsfördernde Maßnahmen fungieren können, wie sie aktuell organisiert sind und welche Strategien sowie Herausforderungen bei der Integration gesundheitssportlicher Programme in das Vereinsangebot bestehen.
1.1.1 Erläuterung von Gesundheit und Krankheit
Die Begriffe „Gesundheit“ und „Krankheit“ werden aufgrund ihrer reziproken Beziehung bei Definitionsansätzen meistens im Zusammenhang aufgeführt, so auch in der Gründungserklärung der WHO von 1946, nach der Gesundheit ein Zustand des vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens ist und nicht nur das Freisein von Beschwerden und Krankheiten. Gesundheit und Krankheit sieht der Medizinsoziologe Antonovsky gemäß seines 1979 veröffentlichten Modells der Salutogenese nicht als dichotome Gegensätze, sondern als Pole, zwischen denen sich der Mensch auf einem Kontinuum bewegt. Von Interesse ist hier, wie Individuen mit Hilfe des Kohärenzgefühls gegenüber Anforderungen und Belastungen des Alltags einen Gleichgewichtszustand aufrecht erhalten können. Je besser ihnen das gelingt, desto gesünder sind sie.
Antonovsky´s Modell orientiert sich also im Gegensatz zur Logik des im modernen Medizinsystem verankerten pathogenetisch-orientierten Risikofaktorenmodells weniger dem, was „eine optimale Funktionsfähigkeit des Körpersystems“ (Kolb, 1999, S. 28) beeinflusst und damit Menschen krank macht, sondern vielmehr danach, was sie gesund hält. Die so genannten Widerstandsressourcen (materielle, personale und soziale Ressourcen) helfen einem Menschen bei der Auseinandersetzung mit Anforderungen und Belastungen des Alltags. Je besser er diese Ressourcen mobilisieren kann, und je größer sein Kohärenzgefühl, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Mensch gesundheitlichen Belastungen standhalten und damit gesund bleiben kann. So fasst Fuchs (2003, S. 37-38) Kerngedanken des Salutogenese-Modells zusammen. Füllgraff (1999) hat ebenfalls eine umfassende Definition vorgelegt, die einem die Multidimensionalität vor Augen führt, welche mit dem Gesundheitsbegriff verbunden ist: „Gesundheit ist weder an körperliche Fähigkeiten oder Funktionen gebunden, noch gibt es eine eindeutige und scharfe Trennlinie zwischen gesund und krank. Zwischen schwarz und weiß liegen viele Töne von grau. Je reichhaltiger die individuellen subjektiven Möglichkeiten und Kompetenzen sind, und je geeigneter die objektiven Gegebenheiten, desto eher kann ein Gleichgewicht erreicht werden, das trotz andauernder Belastungen und Behinderungen als gesund erlebt werden kann.
1 Gesundheitsförderung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Gesundheit, Krankheit und Prävention sowie deren Stellenwert und Bedarf in Deutschland.
2 Sport und Sportvereine: Hier werden Definitionen zum Sport, gesundheitliche Effekte körperlicher Aktivität, Theorien zur Sportteilnahme sowie die Strukturen und Entwicklung von Sportvereinen in Deutschland analysiert.
3 Sportvereine und bisherige Gesundheitsförderungsmaßnahmen: Dieses Kapitel untersucht bestehende Interventionsansätze, Programme des Deutschen Sportbundes sowie das Qualitätssiegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“ im Kontext von Public Health.
4 Potenziale der Gesundheitsförderung durch Sportvereine: Das abschließende Kapitel bewertet die Chancen und Risiken für Vereine bei der Implementierung von Gesundheitsförderung und fasst die Ergebnisse zusammen.
Gesundheitsförderung, Sportvereine, Gesundheitssport, Prävention, Salutogenese, Setting-Ansatz, SPORT PRO GESUNDHEIT, Public Health, Sportteilnahme, Qualitätssicherung, körperliche Aktivität, Deutsche Sportbund, Lebensstil, Interventionsstrategien, gesundheitliche Ressourcen.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Rolle von Sportvereinen als Orte der Gesundheitsförderung in Deutschland, basierend auf dem sogenannten Setting-Ansatz.
Die Schwerpunkte liegen auf den Konzepten der Gesundheitsförderung, der Organisationsstruktur von Sportvereinen, der Evaluation sportlicher Programme und der Schnittstelle zwischen Sportwissenschaft und Public Health.
Das Ziel ist es, den Beitrag von Sportvereinen zur Förderung der öffentlichen Gesundheit zu analysieren und zu prüfen, wie Vereine durch strukturierte Angebote (wie den Gesundheitssport) gesundheitsrelevante Potenziale nutzen können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten und Studien (wie z. B. des SOEP oder von Bestanderhebungen des DSB) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Gesundheitsbegriffe, Interventionsmodelle), die Analyse der Sportvereinslandschaft und die Untersuchung konkreter gesundheitsfördernder Maßnahmen und Qualitätssiegel im Sport.
Kernbegriffe sind Gesundheitsförderung, Setting-Ansatz, Sportverein, Prävention, Salutogenese, Public Health und Qualitätssicherung.
Das Siegel dient als Instrument zur Standardisierung und Qualitätssicherung von gesundheitsorientierten Sportangeboten innerhalb der Vereine und soll die Professionalisierung in diesem Bereich fördern.
Die Arbeit berücksichtigt die steigenden Krankheitskosten und die demografische Entwicklung in Deutschland als wesentliche Faktoren, die den Bedarf an effektiven gesundheitsfördernden Maßnahmen in der Bevölkerung erhöhen.
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