Examensarbeit, 2009
59 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Intention
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Begriffsbestimmungen: Lesen, Lesekompetenz und Leseförderung
2.1 Zwei Ansätze zur Lesekompetenz
2.2 Leseförderung im Wandel
2.3 Kinder- und Jugendliteratur als Mittel zur Leseförderung
2.4 Warum Kinder Bücher brauchen
3. Bedingungen zur Schaffung und Stärkung von Lesemotivation
3.1 Kinder- und Jugendliteratur in offenen Lernsituationen
3.2 Handlungs- und produktionsorientierter Umgang als Mittel zur Leseförderung
4. Darstellung des Konzepts zur Leseförderung an der Marienschule Brilon
4.1 Primäre Lehrerfunktionen
4.2 Durchführung einer Umfrage zum Leseverhalten in der Erprobungsstufe
4.3 Organisatorische Vorüberlegungen zur konkreten Leseförderung
4.4 Vorstellung der Idee des Sommerleseclubs
4.5 Rahmenbedingungen des Leseförderungskonzepts
4.6 Individualität und Binnendifferenzierung als Voraussetzung für erfolgreiche Leseförderung
4.7 Die einzelnen Phasen der Lese-AG
4.7.1 Prätextuelle Phase: Wie gelangt der Leser zum Buch?
4.7.2 Lesephase: Lesen und Arbeiten mit selbst gewählten Büchern
4.7.2.1 Lesebegleitende Maßnahmen und Dokumentationen
4.7.2.2 Vorstellung der Lesemappe
4.7.2.3 Besuch aus der Stadtbibliothek
4.7.3 Posttextuelle Phase: Vertiefung nach der Buchlektüre
5. Evaluation des Leseförderungskonzepts
5.1 Evaluation der Kooperation mit der Stadtbibliothek Brilon
5.2. Evaluation durch die Teilnehmer der Lese-AG
6. Resümee und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines praxisorientierten Leseförderungskonzepts für die Erprobungsstufe der Marienschule Brilon, um die Lesemotivation der Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu steigern und eine positive Lesesozialisation zu fördern.
1. Einleitung
Während früher heimlich noch bis spät abends mit einer Taschenlampe unter der Bettdecke geschmökert wurde, lassen sich Schüler heutzutage lieber bis spät in die Nacht von ihrem Fernseher berieseln. Lesen als kurzweiliges Vergnügen wird (nicht nur) von Kindern und Jugendlichen längst durch andere Freizeitbeschäftigungen, wie z.B. Fernsehen, Musikhören oder Computerspielen zurückgedrängt. Solche Medien können im Gegensatz zum Bücherlesen schnell und ohne großen Aufwand konsumiert werden. Die Entwicklung zum Leser bzw. Nicht-Leser beginnt bereits früh durch die Vorbilder in der Familie. Rezipieren die Eltern selbst keine Bücher, lesen sie ihren Kindern auch nicht daraus vor oder vermitteln sie ihnen vielleicht sogar eine negative Einstellung zu Büchern, können die Kinder später nicht mehr oder nur mit großer Anstrengung zu Lesern werden. Wird der Grundstein für eine positive Lesesozialisation des Kindes nicht bereits in der Familie gelegt, sollte spätestens die Schule diese Aufgabe erfüllen, denn nur ihr gelingt es (fast) alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen. Bei der Lesesozialisation gilt das Motto: Je früher desto besser!
Alle drei Jahre werden im Auftrag der OECD (Organization for Economic Co-operation and Development) die Kompetenzen 15-Jähriger auf den Gebieten Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften untersucht und mit den Ergebnissen aller teilnehmenden Staaten verglichen. Seit dem Erscheinen der ersten Vergleichsstudie des Programme for International Student Assessment (PISA) im Jahr 2000, die schwerpunktmäßig die Lesekompetenz der Probanden untersuchte, ist der Begriff Leseförderung zentraler Gegenstand zahlreicher Diskussionen um das deutsche Bildungssystem geworden. Damals lösten die Ergebnisse einen regelrechten „PISA-Schock“ aus. Deutschland lag mit Platz 21 von 32 beteiligten Staaten im Ländervergleich weit zurück. Es zeigte sich, dass 23 % der deutschen 15-Jährigen geschriebene Texte nur schlecht lesen und verstehen konnten. Außerdem gaben 42 % der Jugendlichen an, dass sie nicht zum Vergnügen lesen würden. Die aktuelle PISA-Studie von 2006 bescheinigt den deutschen Teilnehmern eine unsignifikante Verbesserung in der Kategorie Lesekompetenz und deckt auf, dass weiterhin 20 % der Jugendlichen, insbesondere der männlichen Teilnehmer, schlechte Lese- und Verstehensleistungen erbringen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Problematik sinkender Lesemotivation bei Jugendlichen und begründet die Notwendigkeit schulischer Leseförderung im Anschluss an PISA-Ergebnisse.
2. Begriffsbestimmungen: Lesen, Lesekompetenz und Leseförderung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe und stellt die theoretischen Ansätze der Lesekompetenz sowie die Bedeutung von Kinder- und Jugendliteratur dar.
3. Bedingungen zur Schaffung und Stärkung von Lesemotivation: Hier werden die Voraussetzungen für ein offenes, handlungs- und produktionsorientiertes Leselernen diskutiert.
4. Darstellung des Konzepts zur Leseförderung an der Marienschule Brilon: Dieses Kernkapitel beschreibt das entwickelte Konzept, die Lehrerrollen, die Umfrageergebnisse und die konkrete Ausgestaltung der Lese-AG.
5. Evaluation des Leseförderungskonzepts: Das Kapitel erläutert die Methoden zur Überprüfung des Konzepts, sowohl im Hinblick auf die Kooperation mit der Bibliothek als auch durch Feedback der teilnehmenden Schüler.
6. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Empfehlungen zur langfristigen Implementierung des Konzepts in den Schulalltag.
Leseförderung, Lesemotivation, Erprobungsstufe, Lesesozialisation, Marienschule Brilon, Sommerleseclub, Lesekompetenz, Lese-AG, Lesemappe, Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Binnendifferenzierung, Literaturunterricht, PISA-Studie, Lesegewohnheiten, Stadtbibliothek.
Die Hausarbeit befasst sich mit der Entwicklung und Planung eines Konzepts zur systematischen Leseförderung für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 an der Marienschule Brilon.
Zentrale Felder sind die Lesesozialisation, die theoretischen Ansätze zur Lesekompetenz, die Bedeutung von Kinder- und Jugendliteratur sowie die Gestaltung offener Lernsituationen im Literaturunterricht.
Das Ziel ist es, ein nachhaltiges Leseförderungskonzept zu erstellen, das die Freude am Lesen weckt, die Lesemotivation steigert und durch eine Kooperation mit der Stadtbibliothek Brilon fest in den Schulalltag integriert wird.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu aktuellen Leseforschungsergebnissen und einer quantitativen Umfrage zum Leseverhalten der Schülerschaft, um die Bedarfe der Zielgruppe empirisch zu untermauern.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die organisatorische Darstellung des Konzepts einer Lese-AG und die konkrete Planung der verschiedenen Phasen der Textbegegnung inklusive der Lesebegleitung durch eine Lesemappe.
Die wichtigsten Begriffe sind Leseförderung, Lesemotivation, Lese-AG, Lesemappe und handlungs- und produktionsorientierter Unterricht.
Durch die Kooperation werden Schüler als Testleser für den Sommerleseclub gewonnen, was ihnen den Zugang zu aktuellen Büchern erleichtert und die Bibliothek als außerschulischen Lernort festigt.
Die Lesemappe dient als zentrales Instrument der individuellen Dokumentation des Leseprozesses, in der Schüler handlungs- und produktionsorientierte Aufgaben bearbeiten und ihre Leseerfahrungen reflektieren.
Dies erfolgt durch Binnendifferenzierung: Die Aufgaben in der Lesemappe sind so gestaltet, dass sie verschiedene Schwierigkeitsgrade abdecken, und die Buchauswahl richtet sich nach individuellen Interessen und Leistungsständen.
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