Masterarbeit, 2023
118 Seiten, Note: 1,0
1 Problemlage
2 Fragestellung und Ziel der Arbeit
3 Sprachwissenschaftliche Grundlagen
3.1 Empirische Befundlage zur Kommakompetenz von Lernenden
3.2 Erwerb der Kommasetzung gemäß der usage-based theory
3.3 Herkömmliche kommadidaktische Zugänge auf dem Prüfstand
3.3.1 Intonatorischer Ansatz
3.3.2 Semantischer Ansatz
3.3.3 Lexikalischer Ansatz
3.3.4 Syntaktischer Ansatz ohne Valenzbezug
3.3.5 Syntaktischer Ansatz mit Valenzbezug
3.4 Musterbasierter Ansatz
4 Forschungsdesign
5 Untersuchungsergebnisse
5.1 Die Kommasetzung in der Lehrwerksreihe Starke Seiten Deutsch 1–4
5.2 Die Kommasetzung in der Lehrwerksreihe Deutschstunde 1–4 BASIS
5.3 Die Kommasetzung in der Lehrwerksreihe Vielfach Deutsch 1–4
5.4 Die Kommasetzung in der Lehrwerksreihe Genial! Deutsch 1–4
5.5 Die Kommasetzung in der Lehrwerksreihe Deutschstunde 1–4 PROFI
5.6 Fazit
6 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, wie populäre österreichische Schulbuchreihen der Sekundarstufe I die deutsche Kommasetzung didaktisch aufbereiten, und analysiert mögliche Lücken sowie risikobehaftete Vermittlungsstrategien im Vergleich zum musterbasierten, syntaktisch fundierten Kommazugang.
Erwerb der Kommasetzung gemäß der usage-based theory
„Die Zeichensetzung beginnt, bevor sie unterrichtlich thematisiert wird.“ (Eisenberg, Feilke & Menzel, 2005, S. 11) Zu dieser Feststellung gelangen Eisenberg et al. (ebd.) in Anbetracht der Untersuchungsergebnisse von Afflerbach (1997), welche sich in ihrer Studie der Ontogenese der Kommasetzung vom 7. bis 17. Lebensjahr widmet und dabei unter anderem das Kommasetzungsverhalten von 61 Grundschulkindern untersucht (S. 62). Aus ihrer Studie geht hervor, dass nahezu jedes vierte Grundschulkind der zweiten Schulstufe in seiner frei geschriebenen Tiergeschichte mindestens ein Komma setzt (ebd., S. 67), obwohl dieses Interpunktionszeichen im Deutschunterricht zuvor noch nicht thematisiert wurde (ebd., S. 63). Während die Anzahl der kommasetzenden Grundschulkinder in der dritten Schulstufe auf mehr als die Hälfte anwächst, bedienen sich der Kommasetzung mehr als 90 % der Probandinnen und Probanden der vierten Schulstufe (ebd., S. 67).
Obwohl Afflerbach (1997) keine Zahlen zu den kommarelevanten Positionen oder fehlenden Kommas in den Texten der Grundschulkinder nennt und sich dementsprechend keine Folgerungen über das Verhältnis von korrekt platzierten und fehlenden Kommas treffen lassen, wird in Anbetracht der Untersuchungsergebnisse ersichtlich, dass Schülerinnen und Schüler mit steigendem Alter vermehrt Kommas setzen und auch die Korrektheit der gesetzten Kommas einer steigenden Tendenz unterliegt (ebd., S. 67f.). Auch Betzel & Steinig (2020) widmen sich dem Kommasetzungsverhalten von Grundschulkindern, indem sie 333 frei geschriebene Texte von Viertklässlerinnen und Viertklässlern aus den Jahren 1972 (n=119), 2002 (n=99) und 2012 (n=115) auswerten (S. 110). Auch wenn sich die Probandinnen und Probanden „zumeist noch nicht explizit im Unterricht mit dem Komma auseinandergesetzt haben“ (ebd.), ist in nahezu jedem zweiten Text mindestens ein Komma anzutreffen. Insgesamt beinhalten die untersuchten Texte 1.356 kommarelevante Positionen, von denen beinahe ein Viertel korrekt kommatiert wurde (ebd., S. 115).
Problemlage: Die Arbeit adressiert die Erfolglosigkeit der traditionellen Kommadidaktik, die Lernende oft mit komplexen, widersprüchlichen Regelwerken überfordert und so ein normgerechtes Schreibverhalten erschwert.
Fragestellung und Ziel der Arbeit: Das Ziel ist die Identifikation von Lücken und Risiken in der Vermittlung der Kommasetzung in österreichischen Lehrwerken durch eine kriteriengeleitete Korpusanalyse im Vergleich zum musterbasierten Ansatz.
Sprachwissenschaftliche Grundlagen: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, beleuchtet die empirische Befundlage zur Kommakompetenz und stellt die ‚usage-based theory‘ als spracherwerbstheoretische Basis für den Mustererwerb vor.
Forschungsdesign: Hier werden die Auswahlkriterien für das Untersuchungssample sowie die Methodik der kriteriengeleiteten Schulbuchanalyse detailliert dargelegt.
Untersuchungsergebnisse: Dieser zentrale Teil liefert die detaillierte Analyse der einzelnen populären Lehrwerksreihen hinsichtlich ihrer kommadidaktischen Qualität und ihrer Übereinstimmung mit dem musterbasierten Ansatz.
Fazit: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt, wobei aufgezeigt wird, dass keine der untersuchten Lehrwerksreihen die Kommadidaktik vollständig lücken- und widerspruchsfrei darstellt.
Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert ihre fachwissenschaftliche Relevanz und betont die Notwendigkeit einer kommadidaktischen Neuausrichtung hin zum musterbasierten Zugang.
Kommadidaktik, Kommasetzung, Schreibkompetenz, usage-based theory, Schulbuchanalyse, Interpunktion, Satzgrenzenkomma, Koordination, Herausstellung, Spracherwerb, grammatische Desintegration, syntaktischer Mustererwerb, Sekundarstufe I, Orthographieunterricht, didaktische Reduktion.
Die Arbeit untersucht die Effektivität von Kommadidaktik in österreichischen Lehrwerken der Sekundarstufe I und zeigt auf, warum traditionelle Vermittlungsmethoden oft scheitern.
Zentrale Themen sind der Erwerb von Interpunktionsregeln durch Lernende, die Kritik an traditionellen Ansätzen (z.B. der Signalwortmethode) und die Anwendung der 'usage-based theory' auf die deutsche Kommasetzung.
Das Ziel ist es, lehrwerksseitige Defizite bei der Vermittlung der Kommasetzung aufzudecken, um Impulse für eine Reform des Deutschunterrichts und der Lernmaterialien zu geben.
Der Autor führt eine kriteriengeleitete Schulbuchanalyse durch, bei der die Erklärungen in ausgewählten Lehrwerken systematisch bewertet werden.
Der Hauptteil evaluiert die in österreichischen Schulbüchern verwendeten didaktischen Ansätze und gleicht diese mit einem ‚musterbasierten Ansatz‘ ab, der auf drei syntaktischen Kommadomänen basiert.
Wichtige Begriffe sind Kommadidaktik, usage-based theory, Schulbuchanalyse, Interpunktion sowie die spezifischen Domänen Satzgrenze, Koordination und Herausstellung.
Weil sie Lernende durch die Fixierung auf einzelne Wörter wie ‚aber‘ oder ‚dass‘ in die Irre führen kann, da diese nicht immer eine Kommastelle markieren, und zudem die Einsicht in die zugrunde liegende Satzstruktur verhindert.
Diese Theorie erklärt, dass Sprache durch den unbewussten Erwerb syntaktischer Muster gelernt wird, weshalb Unterrichtsmaterialien diese Muster explizit fördern sollten, statt durch abstrakte oder irreführende Regeln zu hemmen.
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