Examensarbeit, 2023
98 Seiten, Note: 1,33
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Rechtsradikalismus
2.1 Definition
2.2 Erscheinungsformen
2.3 Ursachen
2.4 Gesellschaftliche Auswirkungen von (Rechts)Radikalisierung
3. Sprache des Rechtsextremismus
3.1 Die Welt der germanischen Mythologie
3.2 Nutzung germanischer Mythologie
3.3 Runen
3.4 Verwendung von Symbolen aus der germanischen Mythologie
3.5 Verwendung von Symbolen aus weiteren Kulturkreisen
3.6 Zahlen- und Buchstabencodes
3.7 Funktion
4. Popkultur
5. Popkultur und Rechtsradikalismus
5.1 Musik
5.1 Internet
5.2 Mode
5.3 Printmedien
6. Comics
6.1 Comicanalyse
6.2 Analyse: „Vierundzwanzig“
6.2.1 Rahmen
6.2.2 Bild
6.2.3 Text
6.2.4 Konstruktion der Narration
6.2.5 Zeichen
6.2.6 Stil und Farbe
6.2.7 Zeit
6.2.8 Erzählebenen
6.2.9 Genres und Stimmungen
6.3 Zusammenfassung
7. Handlungsmöglichkeiten
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie rechtsextreme Gruppierungen moderne Popkultur nutzen, um ihre Ideologien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und analysiert dabei die sprachlichen und symbolischen Mittel dieser Verbreitungsstrategien. Zudem wird die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen diskutiert, wobei der Fokus auf der Bedeutung von Bildung und Aufklärung liegt.
1. Einleitung
„Die Legende, das unsere Musik, unsere Filme, unsere Comics automatisch mit dem Progressiven, Sozialen und Liberalen, mit der Verbesserung der Welt verbunden sein müssten, mit dem Geschmack von Freiheit, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit – diese Legende haben wir schon seit geraumer Zeit begraben. In beinahe jedem musikalischen Genre, jeder Mode, jedem Medium hat sich ein dezidiert rechtes bis faschistoides Segment gebildet“ (Seeßlen 2018: 169). Laut Seeßlen herrscht in der gegenwärtigen Popkultur eine „rechte Hegemonie“ (Seeßlen 2018: 171), da „rechtspopulistische und neofaschistische Kräfte, Identitäre, Neue Rechte, Neocons, Volkstreue“ (Seeßlen 2018: 171) die gegenwärtige Popkultur infiltriert hätten. Sprache, vor allem „die Verwendung spezifischer Lexik, propagandistischer Wortneubildungen, Umwertung der Semantik, die Vereinnahmung von Begrifflichkeit oder von ganzen Themenbereichen usf. tragen wesentlich zur Identitätsstiftung der rechten Szene bei“ (Schuppener 2010: 9f).
Rechtsextreme Gruppierungen beschränken sich jedoch schon längst nicht mehr auf szeneninterne Veröffentlichungen, sie nutzen das Spektrum der modernen Popkultur zur Verbreitung ihrer Botschaften. Hier setzen sie neben Musik z.B. auch auf Mode, das Internet oder Comics. Welche sprachlichen Mittel und Motive werden genutzt, um die rechten Botschaften zu vermitteln und welche Ziele verfolgen sie damit? Im empirischen Teil der Arbeit wird der Comic „Vierundzwanzig“ aus dem Hydra Comic Verlag mit Hilfe der Comicanalyse von Jakob F. Dittmar untersucht. Hier werden unter anderem auch die unterschwellig verwendeten Botschaften untersucht werden. Im letzten Teil der Arbeit sollen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, die der Radikalisierung der Gesellschaft entgegenwirken.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Infiltration moderner Popkultur durch rechtsextreme Akteure und das Ziel der Arbeit ein, diese Strategien kritisch zu beleuchten.
2. Rechtsradikalismus: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe des rechten Spektrums und erörtert verschiedene Organisationsformen wie Parteien, Bürgerinitiativen und Vereine samt ihrer jeweiligen Vorteile für das rechtsextreme Milieu.
3. Sprache des Rechtsextremismus: Hier wird der sprachliche Missbrauch germanischer Mythen, Runen und Symbole untersucht, die als Chiffren zur Identitätsstiftung und zur Umgehung harter Verbote dienen.
4. Popkultur: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Definition von Popkultur in ihren vielfältigen Facetten, die als gesellschaftliches Feld für hegemoniale Kämpfe fungiert.
5. Popkultur und Rechtsradikalismus: Die Untersuchung zeigt, wie Musik, das Internet, Mode und Printmedien als Instrumente der rechtsextremen Szene eingesetzt werden, um ideologische Botschaften unterschwellig zu verbreiten.
6. Comics: Der Schwerpunkt dieses Abschnitts liegt auf einer detaillierten Comicanalyse, wobei der Comic „Vierundzwanzig“ als Fallbeispiel dient, um die Konstruktion rechter Narrationsmuster in bildgeladenen Medien aufzudecken.
7. Handlungsmöglichkeiten: Hier werden präventive und repressive Ansätze vorgestellt, die der schleichenden Radikalisierung der Gesellschaft durch Aufklärung und didaktische Intervention begegnen sollen.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Dringlichkeit, die "rechte Hegemonie" in der Popkultur durch eine stärkere demokratische Bildung zu brechen.
Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, Popkultur, Germanische Mythologie, Runen, Symbolik, Rechtsrock, Internet-Propaganda, Fashion-Profiling, Comicanalyse, Hydra-Verlag, Radikalisierung, Demokratiebildung, Identitätsstiftung, Extremismusprävention.
Die Arbeit analysiert die Strategien der rechtsextremen Szene, durch die Infiltration und Nutzung moderner Popkultur eigene Ideologien zu verbreiten und neue Anhänger zu gewinnen.
Zu den Kernbereichen gehören die Instrumentalisierung von Musik, das Internet (soziale Medien, Foren), Modetrends und Comics als Propagandamedien.
Ziel ist es, die subtilen sprachlichen und symbolischen Mittel sowie die Narrationsstrategien rechtsextremer Akteure sichtbar zu machen, um die Radikalisierungsgefahr für Jugendliche zu verdeutlichen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung und eine empirische Analyse, wobei insbesondere die Comicanalyse nach Jakob F. Dittmar angewendet wird.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Gebrauch von Mythen und Symbolen, der Wirkung von Rechtsrock, der Manipulation durch alternative Internetplattformen sowie der Analyse des Comics „Vierundzwanzig“.
Zentrale Begriffe sind Rechtsextremismus, Popkultur, Symbolik, Radikalisierung, Identitätsstiftung und Prävention.
Sie dient der Szene als "Erberezeption" zur Legitimation von Tradition und Tiefe, wobei bestimmte Eigenschaften wie Kampf oder Stärke glorifiziert und zur Identitätsstiftung genutzt werden.
Rechte Akteure nutzen die Anonymität und fehlende Moderation alternativer Foren für Propaganda, um das Meinungsspektrum unbemerkt nach rechts zu verschieben und eine "kulturelle Hegemonie" anzustreben.
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