Examensarbeit, 2006
88 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Zeitalter Jakobs I. (1603 - 1625): ein historischer Abriss
2.1 Zur politischen Entwicklung Englands im Zeitalter Jakobs I.
2.2 Zur sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung Englands und zur Bedeutung der Familie im Zeitalter Jakobs I.
2.2.1 Zur sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung Englands im Zeitalter Jakobs I.
2.2.2 Zur Zusammensetzung, Funktion und Bedeutung der Familie im Zeitalter Jakobs I.
2.3 Zwischenfazit
3. Die Darstellung von Familienbeziehungen im jakobäischen Drama
3.1 Die Darstellung von Familienbeziehungen in Thomas Middletons A Chaste Maid in Cheapside
3.1.1 Zum Autor und Inhalt des Dramas
3.1.2 Die Darstellung von Familienbeziehungen in der Komödie
3.1.3 Zur Intention des Autors bei der Darstellung der Familienbeziehungen
3.1.4 Zur Form des Dramas als Unterstützung der Darstellung der Familienbeziehungen
3.2 Zwischenfazit
3.3 Die Darstellung von Familienbeziehungen in John Fords ’Tis Pity She’s a Whore
3.3.1 Zum Autor und Inhalt des Dramas
3.3.2 Die Darstellung von Familienbeziehungen in der Tragödie
3.3.3 Zur Intention des Autors bei der Darstellung der Familienbeziehungen
3.3.4 Zur Form des Dramas als Unterstützung der Darstellung der Familienbeziehungen
3.4 Zwischenfazit
4. Zusammenfassung und ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Repräsentation von Familienbeziehungen im jakobäischen Drama, wobei sie aufzeigt, wie Thomas Middleton und John Ford die soziopolitischen Strukturen und Funktionen der Familie des frühen 17. Jahrhunderts in ihren Werken reflektieren und kritisch verarbeiten.
3.1.2.1 Die Yellowhammers als Beispiel für die aufstrebende Familie des Bürgertums
Die Handlung der Komödie A Chaste Maid in Cheapside dreht sich um mehrere Familien, die verschiedenartig miteinander verbunden sind. In der Darstellung dieser Familien lehnt sich Middleton an die familiären Strukturen und Funktionen des jakobäischen Zeitalters an, welche im ersten Kapitel dieser Arbeit aufgezeigt wurden. Er stellt diese Gegebenheiten jedoch satirisch dar, um die wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Zustände seiner Zeit zu kritisieren.
Die Sippe des wohlhabenden Goldschmiedes Yellowhammer, der mit seiner Gattin Maudline und der gemeinsamen Tochter Moll in Cheapside lebt und dessen Sohn Tim in Cambridge studiert, entspricht der in der jakobäischen Zeit häufig vorzufindenden Kernfamilie. Bereits zu Beginn des Dramas, das aus fünf Akten besteht, wird allerdings klar, dass dies das einzig „Normale“ an dieser Familie ist. Sämtliche familiäre Bindungen, insbesondere die Beziehung der Eltern zu ihrer Tochter, sind hier gestört. Maudline kritisiert Moll beispielsweise, weil sie kein Interesse zeigt, verheiratet zu werden, und sagt:
[…] You are a dull maid o’late, methinks; You had need have somewhat to quicken Your green sickness - do you weep? - a husband. […] When I was of your youth, I was lightsome And quick two years before I was married. You fit for a knight’s bed - Drowsy-browed, dull eyed, drossy spirited! (CM, 1.1.4 – 13)
Was als intimes Gespräch zwischen einer Mutter und ihrer heiratsfähigen Tochter aufgefasst werden könnte, deren Beziehung in der jakobäischen Familie gemeinhin innig ist, entpuppt sich hier als bloße Strategie, um den sozialen Aufstieg der Familie zu sichern. Moll soll mit Sir Walter Whorehound verheiratet werden, der zwar adlig, jedoch als Weiberheld verschrien ist. Dies ist den Eltern allerdings, wie auch die Gefühle Molls, gleichgültig. Sie berufen sich stattdessen auf ihr Recht, den künftigen Ehepartner ihrer Tochter bestimmen zu können.
1. Einleitung: Einführung in die Begriffsgeschichte der Familie und Darlegung des Forschungsinteresses an jakobäischen Dramen.
2. Das Zeitalter Jakobs I. (1603 - 1625): ein historischer Abriss: Analyse der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die die familiäre Ordnung prägten.
3. Die Darstellung von Familienbeziehungen im jakobäischen Drama: Detaillierte Untersuchung von Familienstrukturen in Middletons Komödie und Fords Tragödie im Hinblick auf deren gesellschaftliche Intention.
4. Zusammenfassung und ausblick: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der gesellschaftskritischen Funktion des jakobäischen Theaters.
Jakobäisches Drama, Thomas Middleton, John Ford, Familienbeziehungen, city comedy, Tragödie, Familienstrukturen, gesellschaftlicher Wandel, Kapitalismus, Vater-Kind-Verhältnis, Ehe, Inzest, sozialer Aufstieg, Wertewandel, Patriarchat.
Die Arbeit analysiert die Darstellung familiärer Beziehungen in ausgewählten Dramen des jakobäischen Zeitalters und deren Spiegelung soziokultureller Bedingungen der Zeit.
Die Arbeit behandelt die Bedeutung der Familie als soziale Basis, die Auswirkungen ökonomischer Umbrüche auf das Familienleben sowie die Rolle von Ehe und Verwandtschaft im frühen 17. Jahrhundert.
Das Ziel ist der Nachweis, dass beide Autoren unabhängig von ihrer Gattung (Komödie oder Tragödie) bestehende familiäre Strukturen kritisch nutzen, um gesellschaftliche Fehlentwicklungen zu kommentieren.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Dramen in ihren zeitgenössischen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext einbettet.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifische Zusammensetzung der untersuchten Familien, das Eltern-Kind-Verhältnis und den Einfluss von Status und Kapital auf familiäre Entscheidungen.
Die Arbeit lässt sich über Begriffe wie jakobäisches Drama, familiäre Strukturen, gesellschaftlicher Wandel und literarische Kritik definieren.
Middleton nutzt satirische Mittel, um gesellschaftliche Missstände offenzulegen, während Ford die Strukturen durch die extreme Thematisierung von Inzest in seiner Tragödie verfremdet und radikalisiert.
Frauen werden häufig als ökonomische Manövriermasse oder „Ware“ betrachtet, wobei die Arbeit aufzeigt, wie die Protagonistinnen innerhalb dieser patriarchalen Strukturen versuchen, zu agieren.
Während bei Middleton reale Londoner Orte eine realistische, materialistische Welt illustrieren, fungiert Parma bei Ford als mentales Konstrukt zur Kritik englischer Verhältnisse.
Der aufkommende Kapitalismus führt dazu, dass emotionale Bindungen in den Dramen durch rein ökonomische Erwägungen, Heiratsverträge und den Wunsch nach sozialem Status ersetzt werden.
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