Bachelorarbeit, 2017
43 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Fragestellung
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Was bedeutet Empathie?
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Was bedeutet Empathie?
2.2 Sozialisation allgemein
2.3 Geschlechterspezifische Sozialisation
2.4 Der Macht-Begriff
2.5 Der Begriff ‚Führung‘
2.6 Was bedeutet Karriere?
3. Erziehungswissenschaftlicher Diskurs
3.1 Erziehungswissenschaftliche Aspekte
3.2 Feministische Aspekte
3.3 Wie werden Geschlecht und Empathie konstruiert?
3.4 Resümee zum erziehungswissenschaftlichen Diskurs
4. Methodischer Ansatz
4.1 Qualitative Sozialforschung
4.2 Definition Diskurs mit Schwerpunkt feministische Theorie
4.3 Definition Argumentationsanalyse
5. Öffentlicher Diskurs
5.1 Argumentation 1
5.2 Argumentation 2
5.3 Argumentation 3
5.4 Argumentation 4
5.5 Argumentation 5
5.6 Argumentation 6
5.7 Argumentation 7
5.8 Argumentation 8
6. Ergebnis der öffentlichen Diskussion
7. Fazit
8. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Stellenwert von Empathie in Führungspositionen im Kontext gesellschaftlicher Geschlechtervorstellungen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche (Macht-)Effekte der Diskurs „Empathie und Macht“ erzeugt und wie sich diese in der beruflichen Praxis sowie in Alltagsrepräsentationen widerspiegeln, wobei ein besonderer Fokus auf der Gegenüberstellung von erziehungswissenschaftlichen Perspektiven und dem ökonomisch geprägten öffentlichen Diskurs liegt.
Empathie wird überschätzt.
„Empathische Kellner bekommen mehr Trinkgeld, einfühlsame Verkäufer machen mehr Umsatz – zahlreiche Untersuchungen belegen, welche Vorteile Empathie im Berufsleben mit sich bringt. Im Vergleich zu anderen Qualitäten wird die Bedeutung emotionaler Aspekte aber häufig überschätzt, klagen Expert*innen wie die Psychologieprofessorin BECHTOLDT. ‚Natürlich ist es für Führungskräfte enorm wichtig, Gefühle und Stimmungen wahrzunehmen’, sagt sie. Dennoch seien Faktoren wie Intelligenz und Fachwissen wichtiger für das berufliche Vorankommen: ‚Emotionale Elemente werden zu hoch gehandelt’“. (Bechtoldt, 2015; Niederstadt; Niederstadt).
NIEDERSTADT begründet ihr Argument einer überschätzten Empathie mit Untersuchungen, die unklar sind, weil sie nicht angegeben werden, und einer Aussage einer Psychologieprofessorin der School of Finance & Management, deren Aussagen sich hier allerdings nur auf Männer beziehen. Diesbezüglich wird auf ein Weltbild zurückgegriffen, welches die Ratio über das Gefühl stellt. Die Gefühle werden in den Hintergrund geschoben, während das Fachwissen und die Intelligenz vordergründig sind. Das klare strukturierte System hat den Vorteil, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Es bringt Sicherheit, Stabilität und Zukunftsprognosen. Die Führungsebene ist kühl, bleibt immer sachlich und kommt auf den Punkt. Wenn schwierige Entscheidungen anstehen, erfolgt kein langes Grübeln. Durch das entsprechende Know-how und die Intelligenz werden hier Vorteile und Nachteile einer anstehenden Entscheidung gegenübergestellt und ein Entschluss wird getroffen. Führungspersonen mit weniger Empathiefähigkeit haben meist bessere analytisch methodische Fähigkeiten, daher sehen sie ihre Mitarbeiter*innen als System. Wenn ein/eine Mitarbeiter*in seinen/ihren Teil nur unzureichend erfüllt, wird er/sie ausgetauscht. Was die Kündigung für die einzelne Person bedeutet, kann die Führungskraft leichter ignorieren als eine einfühlsame Führungskraft.
Wenn in diesem System eine Frau Karriere machen möchte, muss sie solche Fähigkeiten mitbringen, die einen Mann beschreiben. Am besten sieht sie auch aus wie ein Mann. Dieses Argument gleicht dem Weltbild von Argumention 1. Hier zählt die ökonomische Macht, die nach rationalen Aspekten arbeitet und handelt. Emotionen werden als nicht berechenbar betrachtet. Was zählt, sind Daten und Fakten. Die Stellenwerte der Kommunikation und des Menschen sind klein im Gegensatz zum enormen materiellen Gewinn, der durch das System erzielt werden möchte.
1. Einleitung: Beleuchtet die berufliche Benachteiligung von Frauen trotz Qualifikationen und führt in die Fragestellung zur Rolle von Empathie ein.
2. Theoretische Grundlagen: Definiert zentrale Begriffe wie Empathie, Macht, Führung und Karriere und erläutert die geschlechterspezifische Sozialisation.
3. Erziehungswissenschaftlicher Diskurs: Analysiert Führungskompetenzen aus erziehungswissenschaftlicher Sicht und diskutiert feministische Aspekte sowie die Konstruktion von Geschlecht und Empathie.
4. Methodischer Ansatz: Erläutert die Wahl der qualitativen Sozialforschung und das Vorgehen der Argumentationsanalyse zur Entschlüsselung von Weltbildern.
5. Öffentlicher Diskurs: Präsentiert und analysiert acht spezifische Argumente aus dem öffentlichen Diskurs hinsichtlich ihrer zugrunde liegenden Weltbilder.
6. Ergebnis der öffentlichen Diskussion: Fasst die gegensätzlichen Positionen zwischen ökonomisch-rationaler Effizienz und sozialer Kompetenz zusammen.
7. Fazit: Reflektiert die Ergebnisse unter Einbeziehung der erziehungswissenschaftlichen Bedeutung von Empathie gegenüber wirtschaftlichen Anforderungen.
8. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zieht Bilanz aus den Machteffekten und zeigt auf, dass traditionelle Geschlechterbilder trotz moderner Ansätze weiterhin Bestand haben.
Empathie, Macht, Führung, Karriere, Geschlechterspezifische Sozialisation, Feministische Aspekte, Argumentationsanalyse, Führungskompetenz, Soziale Intelligenz, Männerdominanz, Erziehungswissenschaft, Arbeitswelt, Karrierepolitik, Gender, Soft Skills.
Die Arbeit untersucht den Stellenwert von Empathie in der Berufswelt und analysiert, ob diese Eigenschaft als Führungskompetenz anerkannt wird oder ob ihr Einfluss auf Karrierewege von Frauen und Männern durch Machtstrukturen beeinflusst ist.
Die Arbeit verknüpft Erziehungswissenschaft, Soziologie und Betriebswirtschaft. Zentrale Themen sind geschlechterspezifische Sozialisation, Führungskultur, feministische Perspektiven und die Wirksamkeit von Empathie in unterschiedlichen Arbeitskontexten.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage: Welche (Macht-)Effekte gehen vom Diskurs ‚Empathie und Macht‘ aus, und wie verhalten sich diese zu gesellschaftlichen Praxisfeldern sowie Alltagsrepräsentationen?
Es wurde eine qualitative Argumentationsanalyse gewählt, um Texte aus dem öffentlichen Diskurs zu untersuchen und die impliziten Weltbilder und Absichten der Autorinnen und Autoren zu entschlüsseln.
Nach einem theoretischen Teil (Begriffsdefinitionen) und einer Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlichen Diskursen liegt der Fokus auf der Analyse von acht spezifischen Argumenten aus dem öffentlichen Bereich, die Empathie mal als Stärke, mal als Karrierehindernis darstellen.
Die zentralen Begriffe umfassen Empathie, Macht, Führung, Karriere, Sozialisation und Geschlechterstereotypen.
Die Erziehungswissenschaft betrachtet Empathie als wertvolle soziale Kompetenz und Führungseigenschaft, während der öffentliche Diskurs oft ein ökonomisch-rationales Weltbild vertritt, in dem Emotionen als ineffizient oder behindernd für den Erfolg angesehen werden.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass vorherrschende Diskurse traditionelle Geschlechterrollen im patriarchalen System stützen, indem sie Männern als „Siegertypen“ die fachliche Rationalität zuschreiben und Frauen auf fürsorgliche Rollen reduzieren, was Karriereaufstiege für Frauen erschwert.
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