Diplomarbeit, 2008
188 Seiten, Note: 2
Vorwort............................................................................................................................ 5
1. Einleitung
1.1 Vorbemerkungen.................................................................................................... 9
1.2 Ziele der Arbeit: Methoden und Forschungsfragen ............................................... 9
1.3 Zu den ausgewählten Schauspieltheorien ............................................................ 11
1.4 Begleitende Maßnahmen und Einschränkungen.................................................. 12
2. Die Anfänge des Schauspiels in Theater und Film
2.1 Vom Ursprung zum Heute ................................................................................... 13
2.2 Entstehungsgeschichte des Bühnenschauspiels .................................................... 15
2.3 Natürlichkeit nach den Regeln der Theaterkunst................................................. 19
2.4 Zur Emotionalität des Schauspielers.................................................................... 19
2.5 Die Entwicklung der Darstellungsstile in den Anfängen des Films .................... 20
2.6 Schauspieltheorien des Theaters im historischen Kontext................................... 23
2.7 Zum Verhältnis von Schauspieler und Publikum ................................................ 29
3. Konstantin Stanislawski und seine Visionen der Schauspielkunst
3.1 Ein „System“ für den Schauspieler...................................................................... 31
3.2 Eine Methode für den Schauspieler ..................................................................... 37
3.3 Über seine Auffassung von Wahrheit in Bezug auf die Schauspielkunst............ 39
3.4 Das emotionale Gedächtnis.................................................................................. 40
3.5 Die Kunst des Erlebens........................................................................................ 41
3.6 Die Bedeutung der Handlung............................................................................... 42
3.7 Das Publikum....................................................................................................... 45
3.8 Auffassungen zur Regie ....................................................................................... 46
4. Lee Strasberg und die Entwicklungen seiner „Method“ für den Schauspieler
4.1 Die „Method“ .......................................................................................................48
4.2 Über die Erweiterung des emotionalen Gedächtnisses .......................................54
4.3 Die Bezüge zum Film ...........................................................................................56
4.4 Über die Probleme und Gefahren der „Method“ für den Schauspieler ................59
5. Bertolt Brecht und die Entwicklungen seiner „neuen Schauspielkunst“
5.1 Über das epische Theater......................................................................................60
5.2 Zur „neuen Schauspielkunst“ ...............................................................................62
5.3 Über den Umgang mit Emotionen bei Brechts Schauspielern .............................63
5.4 Regiearbeit............................................................................................................64
5.5 Brecht und der Film..............................................................................................65
5.6 Filmarbeit am Beispiel des Films „Kuhle Wampe“ .............................................67
6. Vergleich der drei Theaterkünstler
6.1 Brecht gegenüber Stanislawski und Strasberg .....................................................72
6.2 Brecht und Strasberg ............................................................................................73
6.3 Brecht und Stanislawski .......................................................................................73
7. Ambivalenzen und Gemeinsamkeiten von Theater- und Filmschauspiel
7.1 Theoriebildungen zur Schauspielkunst beim Medium Film ................................76
7.2 Theaterkunst und neue Medien ............................................................................79
7.3 Reproduzierbarkeit und Aura ..............................................................................83
7.4 Der Bezug zur Rolle .............................................................................................90
7.5 Raum und Zeit ......................................................................................................91
7.6 Rhythmus und Tempo ..........................................................................................97
7.7 Spiel und Publikumswirkung ...............................................................................98
8. Gesonderte Bemerkungen zum Medium Film
8.1 Besonderheiten beim Film..................................................................................102
8.2 Die Produktion und die Schauspieler .................................................................104
8.3 Das Drehbuch ....................................................................................................105
8.4 Die Regie............................................................................................................ 109
8.5 Die Kamera und ihre Bedeutung für den Schauspieler...................................... 111
8.6 Der Schnitt und seine Bedeutung für den Schauspieler..................................... 118
9. Schlussbemerkung .................................................................................................. 128
10. Anhang
10.1 Bibliografie ...................................................................................................... 131
10.2 Filmografie....................................................................................................... 141
10.3 Internetquellen ................................................................................................. 141
10.4 Interviews......................................................................................................... 145
10.5 Abstract............................................................................................................ 184
Das Hauptziel der Arbeit ist es, die grundsätzlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Theater- und Filmschauspiel aufzuzeigen und dabei insbesondere die Gründe für Schwierigkeiten bei Theaterschauspielern zu ergründen, die zum Film wechseln möchten. Die Arbeit beleuchtet hierbei die theoretischen Ansätze von Stanislawski, Strasberg und Brecht und setzt diese in einen Kontext zu den spezifischen technischen Anforderungen des Films.
2.1 Vom Ursprung zum Heute
Der Geschichtenerzähler sitzt im Kreis seiner Zuhörer. Alle warten gespannt auf seine Erzählung. Man kann die Spannung um ihn herum spüren, alle Augen sind auf ihn gerichtet. Jeder wartet darauf, dass er anfängt die Geschichte zu erzählen, wartet auf die ersten Worte, mit denen das gemeinsame Abenteuer beginnen würde. Dann ist der Moment gekommen. Der Erzähler wählt seine Worte und den Ton seiner Stimme mit Bedacht: Es war einmal...
Mit jedem weiteren Wort entstehen deutlichere Bilder bei den Zuhörern. Überdies treten Farben und Bewegungen in Beziehung zueinander, Figuren tauchen auf und in den Gedanken eines jeden Zuhörers wird ein ähnliches und doch ganz individuelles „Theater“ inszeniert. Die Worte fließen, die Bilder reihen sich aneinander. Jeder taucht in seine ganz persönliche Welt, die als Grundlage visuellen Denkens angesehen werden kann. Dabei handelt es sich um Erzählen in seiner ursprünglichen Form, bei der Erzähler und Publikum noch direkten Kontakt hatten.
Diese Interaktion zwischen Erzähler und Zuhörer, die ihre Ursprünglichkeit im mittelalterlichen Minnegesang und bei den Troubadouren hatte, schöpfte aus dem Verhältnis zwischen Erzähler und Zuhörer eine dynamische, interaktive Beziehung. Im Laufe der Jahre hat sich aus dieser einfachen Art des Erzählens ein ganzes Imperium an Ideen entwickelt, die auch im heutigen Theater und Film vertreten sind.
1. Einleitung: Definition des Themenfeldes, Darlegung der Forschungsfragen und Vorstellung der gewählten Schauspieltheorien von Stanislawski, Strasberg und Brecht.
2. Die Anfänge des Schauspiels in Theater und Film: Historische Herleitung des Schauspiels, von der Entstehungsgeschichte des Bühnenschauspiels bis zu den frühen technischen Ansätzen des Films.
3. Konstantin Stanislawski und seine Visionen der Schauspielkunst: Analyse des sogenannten „Systems“ von Stanislawski, insbesondere die Konzepte von Erleben, emotionalem Gedächtnis und der Bedeutung der Handlung.
4. Lee Strasberg und die Entwicklungen seiner „Method“ für den Schauspieler: Untersuchung von Strasbergs „Method“ und seiner Arbeit im Actors Studio sowie der Anwendung des sensorischen Gedächtnisses.
5. Bertolt Brecht und die Entwicklungen seiner „neuen Schauspielkunst“: Darstellung des epischen Theaters und des Verfremdungseffekts am Beispiel von Brechts Filmarbeit, insbesondere „Kuhle Wampe“.
6. Vergleich der drei Theaterkünstler: Gegenüberstellung der theoretischen Positionen von Brecht, Stanislawski und Strasberg hinsichtlich ihrer Identifikationsmodelle.
7. Ambivalenzen und Gemeinsamkeiten von Theater- und Filmschauspiel: Untersuchung der Unterschiede in Raum- und Zeitwahrnehmung sowie der Auswirkungen der Reproduzierbarkeit und Aura im Medium Film.
8. Gesonderte Bemerkungen zum Medium Film: Praktische Analyse der Filmproduktion, insbesondere der Rollen von Regie, Kamera und Schnitt aus Schauspielersicht.
Schauspielkunst, Schauspieltheorie, Theaterschauspiel, Filmschauspiel, Stanislawski, Strasberg, Brecht, Method-Acting, Verfremdungseffekt, Authentizität, Bühnenpräsenz, Filmmontage, Kameraführung, Regie, Rollengestaltung.
Die Arbeit untersucht die Schauspielkunst im Spannungsfeld zwischen Theater und Film und vergleicht, wie Schauspieler in beiden Medien ihre Aufgaben unter dem Einfluss verschiedener Theorien erfüllen.
Zentral sind die Schauspieltheorien von Konstantin Stanislawski, Lee Strasberg und Bertolt Brecht, deren Konzepte zur Rollenaneignung und zum Umgang mit Emotionen detailliert analysiert werden.
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Theater- und Filmschauspiel aufzuzeigen und die Gründe für Schwierigkeiten zu ergründen, mit denen Theaterschauspieler beim Wechsel zum Film konfrontiert sind.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Analyse der Schauspieltheorien mit einer praktischen Auseinandersetzung am Filmset sowie Experteninterviews mit ausgebildeten Schauspielerinnen und Schauspielern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine theoretische Analyse der drei genannten Schauspielgrößen und eine Untersuchung der technischen Bedingungen beim Film, wie etwa die Bedeutung von Schnitt, Kamera und Regie.
Schauspieltheorie, Method-Acting, episches Theater, Verfremdungseffekt, filmisches Erzählen, Auraverlust und das Konzept der „spielenden Seele“.
Weil der Theaterraum auf Unmittelbarkeit und Publikumskontakt basiert, während der Film durch Montage und technische Apparaturen eine völlig andere Arbeitsweise erfordert, die den Schauspieler oft in seiner gewohnten Arbeitsweise einschränkt.
Die Kamera und die Montage wirken als "Parzellierung" des Spiels, die den Schauspieler zwingt, seine theatralische Ausdruckskraft zu reduzieren und "kleiner" zu agieren, was häufig zu Schwierigkeiten führt, wenn die gewohnten großen Gesten ausbleiben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

