Examensarbeit, 2008
130 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Das Lernjournal im Kontext des selbstregulierten Lernens
1.1 Begriffsklärung „selbstreguliertes Lernen“
1.2 Die drei Komponenten des selbstregulierten Lernens
1.2.1 Kognition
1.2.2 Metakognition
1.2.3 Motivation
1.2.4 Ressourcen-Management
1.3 Das Modell der Selbstregulation
1.4 Die Bedeutung der metakognitiven Strategien
2. Das Lernjournal: eine neue Lehr- und Lernmethode
2.1 Begriffsvielfalt und -klärung
2.2 Das Portfolio – ein Sonderfall des Lernjournals?
2.3 Funktionen von Lernjournalen
2.3.1 Dokumentation
2.3.2 Diagnose und Evaluation
2.3.3 Kommunikation
2.3.4 Motivation
2.3.5 Reflexion
2.3.5.1 Begriff „(Selbst-) Reflexion“ im Kontext des Lernens
2.3.5.2 Die Notwendigkeit der Reflexion beim Lernen
2.3.5.3 Die (Selbst-) Reflexion im Lernjournal
2.4 Die Wirkungsweise von Lernjournalen
3. Die Arbeit mit Lernjournalen im Unterricht
3.1 Formen des Lernjournals
3.2 Einsatzmöglichkeiten im Unterricht
3.3 Gelingungsbedingungen
3.4 Problematik der Bewertung
4. Aktueller Forschungsstand zum Lernjournal
5. Zusammenfassung
6. Fragestellungen und Ziele der Untersuchung
7. Methode
7.1 Das Untersuchungsdesign
7.2 Die Stichprobe
7.3 Die Untersuchungsdurchführung
7.4 Die Beschreibung und Begründung des methodischen Vorgehens
7.5 Die eingesetzten Erhebungsinstrumente
7.5.1 Das Lernjournal
7.5.2 Der Akzeptanzfragebogen
7.6 Die Auswertungsverfahren
7.6.1 Quantitatives Auswertungsverfahren
7.6.2 Qualitatives Auswertungsverfahren
8. Ergebnisse des Akzeptanzfragebogens
8.1 Ergebnisse der geschlossenen Fragen
8.2.1 Akzeptanz am Anfang/ am Ende
8.2.2 Lernschwierigkeiten
8.2.3 Hausaufgabenerledigung
8.2.4 Schwierigkeiten beim Führen des Lernjournals
8.2.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
9. Auswertung der Lernjournale
9.1 Vorüberlegungen
9.2 Lernjournal 1 (J. leistungsstärkste Schülerin)
9.3 Lernjournal 2 (S. leistungsschwächster Schüler)
9.4 Lernjournal 3 (B. leistungsstarke Schülerin)
9.5 Lernjournal 4 (R. leistungsschwache Schülerin)
9.6 Auswertung: Unterschiede/ Gemeinsamkeiten bezüglich der Selbstreflexionen der Schüler
9.6.1 Die leistungsstarken Schülerinnen
9.6.2 Die leistungsschwachen Schüler
9.6.3 Schlussfolgerungen
10. Zusammenfassung und abschließende Diskussion
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Lernjournalen als pädagogisches Reflexionsinstrument im Fremdsprachenunterricht an einem bulgarischen Gymnasium, um zu analysieren, wie Schüler ihren Lernprozess dokumentieren und reflektieren, um eigenständiger zu lernen.
1.1 Begriffsklärung „selbstreguliertes Lernen“
Beschäftigt man sich mit dem Gegenstand des „selbstregulierten Lernens“ im Unterricht, stößt man schnell auf eine Vielzahl anderer Begriffe wie „selbstgesteuertes“, „selbstständiges“, „eigenständiges“ oder „autodidaktisches Lernen“. Alle diese Termini werden nicht einheitlich definiert, so dass keine klare Abgrenzung möglich ist. Die unterschiedlich benutzten Begriffe basieren dennoch auf der gemeinsamen Grundlage einer Lernform, bei der der Lernende, wie Weinert meint, „die wesentlichen Entscheidungen darüber trifft, ob, was, wann, wie und woraufhin er lernt, gravierend und folgenreich beeinflussen kann.“
Eine Vielzahl der Konzepte des selbstregulierten Lernens stammt aus der pädagogischen Psychologie. Mit der „kognitiven Wende“ um 1970 kam es zu einem Wandel des Menschenbildes. Der Mensch wurde nicht mehr als passiv, extern gesteuert betrachtet, sondern als aktiv-reflexiv, intern gesteuert. Den Lernenden wurden nun Befähigungen zugesprochen, dass sie vernunftbegabt, selbstverantwortlich sowie selbstgesteuert handeln. Kennzeichnend war nun das „Selbst“, die Eigenaktivität und -verantwortung. Von verschiedenen Autoren ist dagegen betont worden, dass Lernen immer sowohl fremd- als auch selbstgesteuert ist. Eine „Reinkultur“ von Fremd- bzw. Selbststeuerung kommt als solche nicht vor.
Eine reine Fremdsteuerung ist dahingehend nicht möglich, als dass der Lernende letztlich immer selbst entscheidet, wann er was, wie aufnimmt. Seine Lernaktivitäten lassen sich nicht bestimmen. Umgekehrt gilt dies auch für die Selbststeuerung, die nicht ohne Fremdsteuerung möglich ist. Die Lernsituation muss immer ganzheitlich betrachtet werden. Folglich können alle Anleitungen und Unterstützungen von der Lehrkraft oder Mitschülern sowie Lernmaterialien (z.B. Bücher) als Fremdindikatoren betrachtet werden.
1. Das Lernjournal im Kontext des selbstregulierten Lernens: Vermittelt die theoretischen Grundlagen des selbstregulierten Lernens, inklusive kognitiver, metakognitiver und motivationaler Komponenten sowie des Modells der Selbstregulation.
2. Das Lernjournal: eine neue Lehr- und Lernmethode: Definiert das Lernjournal, grenzt es vom Portfolio ab und erläutert dessen didaktische Funktionen wie Dokumentation, Diagnose und Reflexion.
3. Die Arbeit mit Lernjournalen im Unterricht: Diskutiert verschiedene Formen von Lernjournalen, deren Einsatzmöglichkeiten, Gelingungsbedingungen sowie die Problematik der Bewertung.
4. Aktueller Forschungsstand zum Lernjournal: Bietet einen Überblick über den Stand der Forschung bezüglich der Wirksamkeit von Lernjournalen.
5. Zusammenfassung: Fasst die theoretischen Erkenntnisse zur Bedeutung des Lernjournals für die Förderung selbstregulierten Lernens zusammen.
6. Fragestellungen und Ziele der Untersuchung: Formuliert die zwei zentralen Forschungsfragen sowie die Ziele der empirischen Erprobung an einer bulgarischen Schule.
7. Methode: Beschreibt das Untersuchungsdesign, die Stichprobe, die Durchführung und die eingesetzten quantitativen sowie qualitativen Auswertungsverfahren.
8. Ergebnisse des Akzeptanzfragebogens: Präsentiert und analysiert die statistischen Ergebnisse der Akzeptanzfragebögen, getrennt nach Leistungsstärke der Schüler.
9. Auswertung der Lernjournale: Analysiert qualitativ ausgewählte Lernjournale zur Ermittlung von Reflexionsunterschieden zwischen leistungsstarken und -schwachen Schülern.
10. Zusammenfassung und abschließende Diskussion: Diskutiert die Hauptergebnisse der Studie und zieht Schlussfolgerungen für den zukünftigen Einsatz von Lernjournalen.
Selbstreguliertes Lernen, Lernjournal, Metakognition, Reflexion, Selbstregulation, Lernstrategien, Fremdsprachenunterricht, Dokumentation, Diagnose, Motivation, Lernfortschritt, Schulpraktikum, Selbstbeobachtung, Lernprozess, Evaluation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erprobung und Evaluation von Lernjournalen als Instrument zur Förderung selbstregulierten Lernens im Fremdsprachenunterricht.
Zentrale Themen sind die Theorie des selbstregulierten Lernens, die methodische Anwendung von Lernjournalen sowie deren Einfluss auf die Reflexionsfähigkeit und Arbeitsweise von Schülern.
Die Arbeit untersucht, inwiefern bulgarische Schüler durch den Einsatz eines Lernjournals ihren Lernprozess dokumentieren und reflektieren können, um selbstregulierter zu lernen, und ob es dabei Unterschiede zwischen leistungsstarken und -schwachen Schülern gibt.
Es wird ein quasiexperimentelles Untersuchungsdesign angewandt, das quantitative Methoden (Fragebögen) mit einer qualitativen Inhaltsanalyse der Lernjournale kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Selbstregulation und Lernjournaldidaktik sowie einen empirischen Teil, der die Erprobung an einer bulgarischen Schule detailliert auswertet.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie selbstreguliertes Lernen, Lernjournal, Metakognition, Reflexion und Lernstrategien charakterisieren.
Leistungsschwächere Schüler hatten insbesondere Probleme mit der Dokumentation des Lernprozesses und der Zielsetzung, während leistungsstarke Schüler kaum Schwierigkeiten äußerten.
Die Reflexion stellt das Herzstück der Arbeit dar; sie dient als Bindeglied zwischen Denken und Handeln und ermöglicht Schülern, ihren eigenen Lernprozess aus einer Distanz zu betrachten und zu regulieren.
Nein, die Ergebnisse zeigen, dass die Schüler das Lernjournal aufgrund des hohen Zeit- und Arbeitsaufwands nicht langfristig weiterführen möchten, obwohl sie den Nutzen grundsätzlich anerkennen.
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