Bachelorarbeit, 2007
76 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Implementation
2.1 Die Bedeutung von Implementierungsstudien
2.1.1 Implementation als ein Prozess im Policy-Cycle
2.2 Implementation von EU-Rechtsnormen
2.2.1 Zur Bedeutung von Richtlinien
2.2.2 Implementation und Anwendung von Richtlinien als politischer Prozess
2.3 Theorien über die eine Implementation beeinflussenden Faktoren- die institutionelle oder die akteurszentrierte Herangehensweise
2.4 Feststellen einer effektiven Implementation- unterschiedliche Konzeptionen
3 Die supranationale und nationale Ebene – Akteure und Entwicklungen
3.1 Die supranationale Ebene
3.1.1 Die Rolle der Kommission bei der Umsetzung von EU-Richtlinien
3.1.2 Das Vertragsverletzungsverfahren – Kontrolle der nationalen Umsetzung durch den EuGH
3.1.3 Komitees und die Einrichtung von Europäischen Agenturen
3.1.4 Moderne Bemühungen um verbesserte Regelungen im Rahmen von Better Governance sowie der derzeitige Stand der Rechtsumsetzung von Richtlinien
3.2 Die nationale Ebene: allgemeine Gründe für mangelnde Umsetzung von Richtlinien ins nationale Recht aus Sicht der Nationalstaaten
4 Die Richtlinie über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung- die „Arbeitszeitrichtlinie“(ArbZRL)
4.1 Allgemeine Bedeutung einer Richtlinie über Arbeitszeit
4.2 Allgemeine Regelungen der ArbZRL
4.2.1 Die Regelungen der „alten“ Richtlinie 93/104/EG
4.2.2 Ausnahmeregelungen der Richtlinie 93/104/EG
4.2.3 Die Änderungsrichtlinie 2000/ 34/EG
4.2.4 Die Regelungen der Richtlinie 2003/88/EG
4.2.5 Die geplante Neuauflage der Arbeitszeitrichtlinie 2003/88/EG mit dem Kommissionsdokument (2004) 607 endg.
4.3 Die Urteile des EuGH
4.3.1 Zur Nichtigkeitsklage des Vereinigten Königreiches
4.3.2 Zur Klärung von Definitionen und ihre Wirkung auf den Bereitschaftsdienst
5 Die Implementation der ArbZRL
5.1 Implementierungsdefizite der Bundesrepublik Deutschland
5.1.1 Kompatibilität der ArbZRL mit dem deutschen Arbeitszeitgesetz
5.1.2 Implementierungsdefizite der Bundesrepublik Deutschland
5.1.3 Zwischenfazit: Die Implementation der ArbZRL in Deutschland
5.2 Implementierungsdefizite in den übrigen Mitgliedstaaten
5.2.1 Generelle Mängel bei der Implementation der ArbZRL und der Einfluss der supranationalen Ebene
5.2.2 Mögliche Erklärungen für die Implementierungsdefizite
5.2.3 Zwischenfazit: die Implementation der ArbZRL in den übrigen Mitgliedstaaten
5.2.4 Der aktuellste Stand zur Neuauflage der ArbZRL
6 Fazit und Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht aus aktueller Forschungsperspektive die Implementierung von EU-Richtlinien, wobei die Arbeitszeitrichtlinie (ArbZRL) als zentrales Fallbeispiel dient. Ziel ist es, die Gründe für Verzögerungen und Defizite bei der Umsetzung auf nationaler Ebene, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland, unter Anwendung theoretischer Ansätze der Implementierungsforschung zu analysieren.
Die Bedeutung von Implementierungsstudien
Es scheint angesichts der wachsenden Anzahl von Neuerscheinungen von Texten auf dem Gebiet der Implementierungsstudien, auch wenn meist eingebettet in Oberthemen wie das immer mehr in Mode kommende Thema Governance, auf den ersten Blick kaum notwendig, deren Bedeutung zu erläutern. Doch gerade, weil die empirische Untermauerung von Studien zur Implementation schwierig durchzuführen ist, ist es fundamental, deren Notwendigkeit zu betonen. In der Natur der EU als eine internationale Organisation sui generis begründet, gibt es eine zunehmende Verflechtung der unterschiedlichen Ebenen der Regulierung bzw. des Regierens, die sogenannte Mehrebenenverflecht ung im Rahmen des Systems des multi level governance. Implementierungsstudien zu Gesetzesmaßnahmen der EU sind an erster Stelle daher ein Indikator für die Regelbefolgung, law compliance, der einzelnen Mitgliedstaaten.
Denn im System der Mehrebenenverflechtung sind einige Kompetenzen von den Mitgliedstaaten einerseits auf die Organe der EU übertragen worden und andererseits wurden von nationaler Ebene Kompetenzen auf die regionale Ebene verschoben. Ein Regionalisierungsprozess fand daher nicht nur in Ländern wie Deutschland, die über eine starke föderalistische Tradition verfügen, statt. Dies bedeutet für die Implementierungsstudien, dass die Realisierung von EU-Normen auf den verschiedenen Ebenen untersucht werden kann und muss. In der vorliegenden Arbeit sollen die supranationale und die nationale Ebene miteinbezogen, sich jedoch am Beispiel der Umsetzung einer Richtlinie auf nationaler Ebene konzentriert werden, denn die EU bleibt, trotz eines nicht nur intergouvernementalen Charakter, auf die Zustimmung der Mitgliedstaaten und deren freiwillige Zusammenarbeit angewiesen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des Implementierungsdefizits bei EU-Richtlinien und begründet die Relevanz der Implementierungsforschung für die Legitimität und das Funktionieren der EU.
2 Implementation: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Implementierung ein und differenziert zwischen Transposition, Vollzug und Anwendung als komplexe politische Prozesse.
3 Die supranationale und nationale Ebene – Akteure und Entwicklungen: Hier werden die Akteurskonstellationen auf supranationaler (Kommission, EuGH) und nationaler Ebene analysiert, die maßgeblich den Erfolg der Umsetzung von Richtlinien beeinflussen.
4 Die Richtlinie über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung- die „Arbeitszeitrichtlinie“(ArbZRL): Es werden die Inhalte der ArbZRL (93/104/EG und 2003/88/EG), deren Komplexität und die kontroversen EuGH-Urteile zur Definition des Bereitschaftsdienstes vorgestellt.
5 Die Implementation der ArbZRL: Dieses Hauptkapitel untersucht detailliert die Implementierungsdefizite in Deutschland sowie ausgewählten anderen Mitgliedstaaten und diskutiert die Hintergründe der Verzögerungen.
6 Fazit und Zusammenfassung: Das Fazit resümiert die Erkenntnisse zur Implementierungspraxis und betont, dass Richtlinien zwar zur Harmonisierung beitragen, jedoch an der Diskrepanz zwischen formeller Transposition und korrekter Anwendung leiden.
Europäische Union, Implementation, Richtlinie, Arbeitszeitrichtlinie, Implementierungsdefizit, Mehrebenensystem, Rechtsdurchsetzung, EuGH, Mitgliedstaaten, Bundesrepublik Deutschland, Politikzyklus, law compliance, Vetospieler, Sozialpolitik, Good Governance
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Umsetzung von EU-Richtlinien in nationales Recht am konkreten Beispiel der Arbeitszeitrichtlinie, um die Ursachen für Implementierungsverzögerungen und -defizite aufzudecken.
Im Zentrum stehen die Implementierungsforschung, das Mehrebenensystem der EU, die Dynamik zwischen supranationalen Vorgaben und nationaler Umsetzung sowie die Rolle von politisch-administrativen Akteuren.
Das Ziel ist ein besseres Verständnis der Faktoren, die eine korrekte und fristgerechte Umsetzung von EU-Recht fördern oder behindern, wobei insbesondere der politische Widerstand und institutionelle Strukturen untersucht werden.
Es wird ein hybrider Ansatz verfolgt, der sowohl top-down als auch bottom-up Perspektiven kombiniert und aktuelle politikwissenschaftliche Modelle (wie z.B. Misfit-Hypothese oder worlds of compliance) zur empirischen Analyse nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse des EU-Implementierungsprozesses, eine detaillierte Betrachtung der spezifischen Regelungen und EuGH-Rechtsprechung zur ArbZRL sowie eine empirische Untersuchung der Umsetzungsprobleme in Deutschland und anderen EU-Ländern.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Implementierungsdefizit, Arbeitszeitrichtlinie, Rechtsharmonisierung, Vertragsverletzungsverfahren, institutioneller Misfit und politische Willensbildung.
Der EuGH fungiert als entscheidender Akteur bei der Klärung von Definitionen, insbesondere hinsichtlich der Einstufung des Bereitschaftsdienstes als Arbeitszeit, was in vielen Mitgliedstaaten zu erheblichem Anpassungsdruck führt.
Deutschland dient als prominentes Fallbeispiel, da die Umsetzung der ArbZRL hier über Jahre hinweg mangelhaft war und die Arbeit zeigt, wie sich nationale Reforminteressen und politischer Wille mit EU-Vorgaben reiben.
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