Magisterarbeit, 2009
129 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Wichtige Phasen der deutschen Medienlandschaft von 1945 bis in die Gegenwart
1.1 Die Öffentlichkeitssituation der Nachkriegszeit
1.2 Die Entstehung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
1.3 Die Etablierung des Privatfunks und die gegenwärtige Medienlandschaft
2 Exkurs: „Medienreligion“ - Ein Phänomen der Massenmedien
3 Die evangelische Kirche und ihre Stellung in der Mediengesellschaft
3.1 Die Neuorganisation und das Medienverständnis zwischen 1945 und 1990
3.2 Die EKD-Gesamtpläne zur Publizistik von 1990 und 1997 im Kontext der deutschen Wiedervereinigung
3.3 Dokumente zur gegenwärtigen Medienpräsenz der evangelischen Kirche
4 Bundesweite Presseämter und gegenwärtige Printmedien der evangelischen Kirche
4.1 Der Evangelische Pressedienst (epd)
4.2 Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP)
4.3 Formate evangelischer Zeitungen und Zeitschriften
4.3.1 Die „Evangelische Zeitung“ – eine Wochenzeitung in Niedersachsen
4.3.2 „Zeitzeichen“ – das evangelische Monatszeitschrift für Intellektuelle
4.3.3 „chrismon“ – die auflagenstärkste evangelische Zeitschrift
4.3.4 Zwischenfazit: Evangelische Printmedien
5 Die evangelische Kirche im gegenwärtigen deutschen Rundfunk
5.1 Rechtsstellung der Kirche im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
5.2 Rechtsstellung der Kirche im privaten Rundfunk
5.3 Medienbeauftragte und Rundfunkbeauftragte der EKD
5.3.1 Zusammenschlüsse kirchlicher Medienarbeit
5.3.1.1 Das Evangelische Rundfunkreferat der norddeutschen Kirchen e.V. (ERR)
5.3.1.2 Die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk (aer)
5.4 Überblick der Sendeplätze und Formate im deutschen Rundfunk
5.4.1 Sendeplätze und Formate bei öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern
5.4.2 Eigene Sender der evangelischen Kirche
6 Rundfunkbeiträge der evangelischen Kirche im Vergleich – am Beispiel von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern unter dem Aspekt der Unterhaltung
6.1 Verkündigungsbeiträge im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
6.1.1 „Das Wort zum Sonntag“ - Der Klassiker der ARD
6.1.2 NDR 2 „Moment mal“ und die „Radiokirche“ bei N-JOY – Verkündigungsformate zwischen Ernst und Unterhaltung beim Hörfunk des NDR
6.2 Beiträge im privaten Rundfunk
6.2.1 „So gesehen“ - christliche Denkanstöße in 60 Sekunden
6.2.2 „ffn-Spezial“ und „Kinderbibelquiz“ - evangelische Beitragsvariationen bei ffn
Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Etablierung der evangelischen Kirche in den deutschen Medien (Print, Rundfunk, Online) von 1945 bis zur Gegenwart. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie sich die Position der Kirche in der Medienwelt gewandelt hat, welche Strategien für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt wurden und wie das Spannungsfeld zwischen christlicher Verkündigung und den Anforderungen einer kommerziellen Mediengesellschaft bewältigt wird.
1.1 Die Öffentlichkeitssituation der Nachkriegszeit
Die Funktionen und die Wirkungsweise von Medien wie Presse, Hörfunk und Fernsehen sind immer aus dem Kontext der gesamtgesellschaftlichen Situation zu verstehen. Um die Struktur unseres gegenwärtigen Mediensystems nachzuvollziehen und einen Zugang zu den medienrechtlichen Gesetzgebungen und Ordnungen zu erhalten, ist es erforderlich, sich der politischen und wirtschaftlichen Situation in Deutschland unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bewusst zu werden.
Deutschland wurde nach der Kriegsniederlage 1945 von der Militärregierung der alliierten Besatzungsmächten USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion beherrscht. Mit klaren Leitvorstellungen und Plänen, die teilweise bereits vor Kriegsende entwickelt worden waren, leisteten insbesondere die USA und Großbritannien intensive Beiträge zum Wiederaufbau der deutschen Demokratie. Die Grundsätze lauteten: Entnazifizierung, Entmilitarisierung, Demokratisierung und Dezentralisierung. Ein staatliches Herrschaftsmonopol wie das nationalsozialistische Hitler-Regime, das sämtliche Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche vereinnahmte und zentralisierte und Deutschland zu einem absolutistischen Staat machte, sollte in jeder Hinsicht verhindert werden. Die alliierten Westmächte wollten ihre Regierungshoheit nutzen, um föderalistische Strukturen zu entwickeln und den deutschen Staatsbürgern ein neues Gesellschaftsbewusstsein zu vermitteln. Neben dem Bildungs- und Kulturbereich hatte dabei die Neuordnung des Medienwesens oberste Priorität. Dafür wurden alle bestehenden Presse- und Verlagseinrichtungen unter Kontrolle gebracht. Vor allem dem Rundfunk wurde eine klare Staatsferne verordnet, weil dieser seit der Machtübernahme Hitlers im Januar 1933 ausnahmslos als Instrument der NS-Propaganda fungiert hatte.
1. Wichtige Phasen der deutschen Medienlandschaft von 1945 bis in die Gegenwart: Dieses Kapitel erläutert die medienpolitische Neuordnung unter den Alliierten sowie die Entstehung des dualen Rundfunksystems in Deutschland.
2 Exkurs: „Medienreligion“ - Ein Phänomen der Massenmedien: Hier wird das religionssoziologische Phänomen der Medienreligion und deren Bedeutung für die moderne Medienwirkungsforschung analysiert.
3 Die evangelische Kirche und ihre Stellung in der Mediengesellschaft: Dieses Kapitel beleuchtet das historische und aktuelle Verhältnis zwischen der evangelischen Kirche und den Medien sowie die Entwicklung kircheninterner publizistischer Gesamtpläne.
4 Bundesweite Presseämter und gegenwärtige Printmedien der evangelischen Kirche: Hier werden die wichtigsten Institutionen der kirchlichen Pressearbeit und spezifische Printformate wie "chrismon" und "Zeitzeichen" vorgestellt.
5 Die evangelische Kirche im gegenwärtigen deutschen Rundfunk: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen für kirchliche Senderechte sowie die Organisation und Vernetzung kirchlicher Medienarbeit im Rundfunk.
6 Rundfunkbeiträge der evangelischen Kirche im Vergleich – am Beispiel von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern unter dem Aspekt der Unterhaltung: Abschließend werden konkrete Sendeformate der Kirche vergleichend analysiert, insbesondere im Hinblick auf den Spannungsgrad zwischen Unterhaltung und religiöser Verkündigung.
Evangelische Kirche, Medienarbeit, Rundfunk, Printmedien, EKD, Medienethik, Medienreligion, duales Rundfunksystem, Öffentlichkeitsarbeit, Publizistik, Verkündigung, Medienpolitik, Christentum, Medienwandel, Programmgestaltung.
Die Arbeit analysiert die Beziehung zwischen der evangelischen Kirche und den Medien in Deutschland unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen von 1945 bis heute.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des deutschen Rundfunks, die Medienethik, die kirchliche Publizistik, die Rolle kirchlicher Medienbeauftragter sowie die inhaltliche Gestaltung kirchlicher Sendebeiträge.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die evangelische Kirche ihren Verkündigungsauftrag unter den Bedingungen eines sich ständig verändernden, kommerziell orientierten Mediensystems wahrnimmt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung kirchlicher Dokumente (Gesamtpläne) und einer komparativen Analyse von Rundfunk- und Printformaten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Medienentwicklung, eine theoretische Einordnung (Medienreligion) und eine detaillierte Untersuchung der gegenwärtigen kirchlichen Print- und Rundfunkmedien.
Zu den zentralen Begriffen zählen Medienethik, Mandat und Markt, Verkündigungsauftrag, Duales System und Öffentlichkeitsarbeit.
Während im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Verkündigungspflicht besteht, erfordert der Privatfunk eine stärkere journalistische Ausrichtung, um sich in einem kommerziellen, unterhaltungsorientierten Umfeld durchzusetzen.
Der Begriff dient als Exkurs, um zu verdeutlichen, dass Medien selbst religiöse Dimensionen im Alltag von Rezipienten erzeugen können, was die Kirche vor neue Herausforderungen für ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit stellt.
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