Bachelorarbeit, 2021
49 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die spanischen Konquistadorengruppen
2.1 Eroberungslizenzen
2.2 Die Rolle des Bellum Iustum
2.2.1 Der Gebrauch des Requerimientos als rechtliche Absicherung für die Konquistadoren
3 Die Belohnungslogik der Conquista
3.1 Die Beuteökonomie und ihre Auswirkungen
3.2 Formen unmittelbarer Beute
3.3 Die zweite Ebene der Belohnungslogik: Belohnung durch königliche Gnaden
4 Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die spanische Expansion in Amerika durch das gesellschaftliche und materielle Gewinnstreben privater Akteure der Conquista geprägt war. Dabei wird analysiert, wie diese Akteure ihre Unternehmungen rechtlich legitimierten und welche ökonomische Logik hinter ihrer Beuteerwartung und den Belohnungsstrukturen stand.
Die spanischen Konquistadorengruppen
Um die Dynamik des Prozesses, der gemeinhin als Conquista bekannt ist, greifbar zu machen, soll zunächst die Beschaffenheit jener Gruppen von Spaniern, die vom ausgehenden 15. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts ihre Eroberungszüge in der „Neuen Welt“ unternahmen, charakterisiert werden. Diese kriegerischen Feldzüge unterschieden sich wesentlich von jenen, welche Spanien zur selben Zeit unter Karl V. beispielsweise in Italien oder gegen die deutschen Protestanten führte. Die Konquistadorengruppen agierten weder auf Befehl des Königs, noch handelte es sich beim Großteil von ihnen um professionelle Soldaten. Bei den Operationen im karibischen Raum und später in Mittel- und Südamerika, handelte es sich um privat finanzierte Kriegsunternehmungen, die vom spanischen Monarchen oder seinem Statthalter lediglich lizenziert und indirekt unterstützt wurden, wobei die Eroberer im Gegenzug das königliche Fünftel, also 20% der gewonnenen Beute, zu entrichten hatten.
Die Krone selbst, die sich nicht an den Kosten der Expedition beteiligte, ging somit in diesem System kein Risiko ein, welches mit wenigen Ausnahmen bei den Konquistadoren lag. Die Tatsache, dass die Teilnehmer des Unternehmens sämtliche Auslagen für Material, Ausrüstung und Verpflegung selbst zu tragen hatten und sich häufig für die Finanzierung zuvor verschuldet hatten, erklärt die tendenziell geringe Bereitschaft unter den Konquistadoren, auch in schwierigen Situationen, ihre Feldzüge vorzeitig abzubrechen. Grundsätzlich gilt, dass je höher der eigene Anteil des Einzelnen an der Gesamtinvestition aller war, umso größer fiel der prozentuelle Anspruch auf Beteiligung am Gewinn aus, wobei die konkrete Belohnungslogik in Kapitel 3 eingehender beleuchtet wird. Das erfolgreiche Beutemachen war existenziell für die Beteiligten, bedeutete ein Misslingen doch häufig den persönlichen Ruin.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie stark die Conquista durch privates Gewinnstreben anstatt durch königliche Befehle motiviert war, und umreißt den methodischen Rahmen.
2 Die spanischen Konquistadorengruppen: Das Kapitel analysiert die soziale Herkunft und Motivation der privaten Akteure, die zumeist keine professionellen Soldaten, sondern privat finanzierte Abenteurer waren.
2.1 Eroberungslizenzen: Dieser Abschnitt erläutert die rechtliche Grundlage der Expeditionen durch die Kapitulationen, die zwischen der Krone und privaten Vertragspartnern abgeschlossen wurden.
2.2 Die Rolle des Bellum Iustum: Es wird die ideologische Rechtfertigungsgrundlage des „gerechten Krieges“ analysiert, die als Basis für die rechtmäßige Aneignung von Beute diente.
2.2.1 Der Gebrauch des Requerimientos als rechtliche Absicherung für die Konquistadoren: Das Kapitel beschreibt die praktische Anwendung des Requerimientos, einer juristischen Farce, um die Unterwerfung der indigenen Bevölkerung zu erzwingen.
3 Die Belohnungslogik der Conquista: Hier wird das ökonomische System der Belohnung untersucht, das die Konquistadoren finanziell an ihre Unternehmungen band.
3.1 Die Beuteökonomie und ihre Auswirkungen: Der Text beschreibt, wie die leistungs- und investitionsorientierte Beuteverteilung zu einer Eigendynamik der Conquista führte.
3.2 Formen unmittelbarer Beute: Es wird diskutiert, wie Edelmetalle, Sklaven und Encomiendas die unmittelbaren Ziele der Konquistadoren darstellten.
3.3 Die zweite Ebene der Belohnungslogik: Belohnung durch königliche Gnaden: Das Kapitel analysiert, wie nach den unmittelbaren Eroberungen Ansprüche auf Titel und Privilegien durch formelle Dienstberichte geltend gemacht wurden.
4 Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Conquista ein privat organisiertes „Empire Building von unten“ war, das maßgeblich durch materielles Gewinnstreben angetrieben wurde.
Conquista, Konquistadoren, Spanien, Amerika, Beuteökonomie, Encomienda, Requerimiento, Bellum Iustum, Kapitulationen, Kolonialgeschichte, Gewinnstreben, Karl V., indigene Akteure, soziale Mobilität, Hidalgo
Die Arbeit untersucht, inwiefern die spanischen Eroberungen in Amerika zwischen 1519 und der Mitte des 16. Jahrhunderts nicht als staatlich gelenkte Missionen, sondern als privat finanzierte Unternehmungen betrachtet werden müssen, die durch Gewinnstreben motiviert waren.
Im Zentrum stehen die soziale Zusammensetzung der Eroberergruppen, die rechtliche Legitimierung ihres Vorgehens durch Verträge und Glaubensdoktrinen sowie die ökonomischen Anreizsysteme, die das Handeln der Konquistadoren dauerhaft prägten.
Das Ziel ist es zu analysieren, wie gesellschaftliches und materielles Gewinnstreben das Verhalten der Konquistadoren beeinflusste und inwiefern dies zur Etablierung dauerhafter kolonialer Strukturen beitrug.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse zeitgenössischer Dokumente, wie den Berichten von Hernán Cortés (Cartas de relación), sowie einer Auswertung aktueller historischer Fachliteratur, insbesondere aus der Tradition der „New Conquest History“.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der sozialen Struktur der Gruppen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Eroberungslizenzen (Kapitulationen) und die zweistufige Belohnungslogik bestehend aus unmittelbarer Beuteökonomie und dem System königlicher Gnaden.
Wichtige Begriffe sind Conquista, Konquistadoren, das Encomienda-System, der rechtliche Status des „gerechten Krieges“ (Bellum Iustum) und die soziale Gruppe der Hidalgos.
Die Kapitulationen waren vertragliche Vereinbarungen zwischen der Krone und privaten Expeditionsleitern, die festlegten, dass der Eroberer auf eigene Kosten handelte, während die Krone Lizenzen und anteilige Gewinne vergab.
Durch die Verlautbarung des Requerimientos wurde den Indigenen formal ein juristisches Verfahren angeboten, dessen Ablehnung den Spaniern den „gerechten Krieg“ ermöglichte und so die Ausbeutung rechtlich absicherte.
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