Diplomarbeit, 2009
104 Seiten, Note: 1,1
1. Die Bindungstheorie
1.1. Entstehung der Bindungstheorie
1.2. Bindungstypen
1.2.1. Unsicher-vermeidend gebunden (A)
1.2.2. Sicher gebunden (B)
1.2.3. Unsicher-ambivalent gebunden (C)
1.2.4. Unsicher-desorganisiert / desorientiert gebunden (D)
1.3. Entwicklung der Bindung im ersten Lebensjahr
1.3.1. Die Entstehung der Mutter-Kind-Bindung
1.3.2. Feinfühligkeit
1.4. Auswirkungen von Bindungsmustern
1.4.1. Auswirkungen auf das Gehirn
1.4.2. Auswirkungen auf die weitere Entwicklung
1.5. Weiterer Verlauf der Bindung
1.5.1. Das Adult-Attachment-Interview (AAI)
1.5.2. Klassifikation von Bindungsrepräsentanzen
1.5.2.1. Sicher organisierte, wertschätzende Bindungseinstellung („free-autonomous“)
1.5.2.2. Unsicher-vermeidende, abwertende Bindungseinstellung („dismissing“)
1.5.2.3. Unsicher-ambivalente, verstrickte Bindungseinstellung („enmeshed, preoccupied“)
1.5.2.4. Unsichere Bindungseinstellung mit ungelöstem Trauma und/oder Verlust („unresolved trauma of loss“)
1.5.3. Stabilität des Bindungsmusters
1.5.4. Weitergabe von Bindungsmustern an die eigenen Kinder
1.5.5. Risiko- und Schutzfaktoren
1.5.5.1. Risikofaktoren
1.5.5.2. Schutzfaktoren
2. Kinderbetreuung
2.1. Kinderbetreuungsarten
2.2.1. Kinder(tages-)einrichtungen
2.2.1.1. Kindergarten
2.2.1.2. Kindertagesstätte, Kita, Krippe
2.2.1.3. Hort, Kernzeitbetreuung
2.2.2. Tagespflege, Tagesmutter
2.2.2.1. Definition
2.2.2.2. Gesetzliche Richtlinien für die Tagespflege
2.2.3. Familiäre Betreuung
2.2.4. Andere Betreuungsformen
3. Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen
3.1. Gesetzliche Regelungen für Familien mit Kleinkindern
3.1.1. Mutterschutz
3.1.2. Kindergeld
3.1.3. Elterngeld
3.1.4. Erziehungsgeld
3.1.5. Elternzeit
3.1.6. Weitere finanzielle Hilfen
3.2. Geschichte der Kinderbetreuung
3.3. Fremdbetreuung heute
3.3.1. Das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG)
3.3.2. Das Kinderförderungsgesetz (KiföG)
3.3.3. Das Kinderbetreuungsfinanzierungsgesetz
3.4. Aktuelle Situation
3.5. Exkurs: Wirtschaftspolitischer Hintergrund der Kita-Debatte
4. Auswirkungen von Kindertagesbetreuung
4.1. Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Bindung
4.1.1. Auswirkung der Trennung auf die Bindung
4.1.2. Auswirkung der mütterlichen Einstellung zur Betreuungsart
4.2. Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung
4.3. Auswirkungen auf die Aggressionsentwicklung
5. Kinder in besonderen Lebenslagen
5.1. Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund
5.2. Kinder in Armut
6. Rahmenbedingungen für eine gelingende Fremdbetreuung
6.1. Besonderheiten in der Erzieherin-Kind-Bindung
6.2. Gruppengröße
6.3. Altersstruktur und Betreuungsschlüssel
6.4. Eingewöhnungszeit
6.4.1. Information
6.4.2. Dreitägige Grundphase
6.4.3. Feststellung der individuellen Eingewöhnungszeit
6.4.4. Stabilisierungsphase
6.4.5. Schlussphase der Eingewöhnung
6.5. Frühe Bildung
6.5.1. Wie funktioniert frühkindliche Bildung?
6.5.2. Bildung in der Kita
6.5.2.1. Anregungsreiche Umgebung
6.5.2.2. Bildungspartnerschaft zwischen Erzieherinnen und Eltern
6.6. Weitere Merkmale für eine gelingende außerfamiliäre Betreuung
6.6.1. Gelingende Fremdbetreuung in Verantwortung der Eltern
6.6.2. Verantwortung der Einrichtung/des Trägers
7. Der Wunsch der Eltern nach mehr Betreuung
7.1 Vorgehensweise bei der Online-Befragung
7.2. Teilnehmer
7.2.1. Einkommen und Bildung
7.2.2. Alter und Geschlecht
7.2.3. Querschnitt der Probanden
7.2.4. Kinderanzahl
7.3. Inhaltliche Ergebnisse
7.3.1. Zufriedenheit mit Unterstützungsangeboten
7.3.2. Realer Wunsch der Betreuungsmöglichkeit
7.3.3. Was ist das Beste fürs Kind?
7.3.4. Wie wird das Kind tatsächlich betreut?
7.3.5. Vergleich des gewünschten und realen Kita-Besuchs
7.3.6. Gründe für die Fremdbetreuung
7.3.7. Betreuungsgeld
7.3.7.1. Gründe, die gegen ein Betreuungsgeld sprechen
7.3.7.2. Gründe, die für ein Betreuungsgeld sprechen
7.4. Kernpunkte der Überlegungen
7.4.1. Nähere Betrachtung von Frage 3
7.4.2. Schlussfolgerung
8. Mögliche Alternativen zum Ausbau der Betreuungsplätze
8.1. Betreuungsgeld
8.1.1. Inhalte des Betreuungsgeldes
8.1.2. Kritik am Betreuungsgeld
8.2. „Elternführerschein“
8.3. Kombination Betreuungsgeld und Elternführerschein
9. Fazit
Die Diplomarbeit untersucht den gesellschaftspolitischen Ausbau der Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige vor dem Hintergrund der Bindungsforschung, um Chancen und Risiken für die kindliche Entwicklung sowie die tatsächlichen Betreuungswünsche von Eltern zu analysieren.
1.2. Bindungstypen
Bindung wird hauptsächlich dann ersichtlich, wenn sich ein Kind bedroht fühlt. Dies ist zum Beispiel in Trennungssituationen der Fall. Mary Ainsworth hat diese Situation für ihre Idee einer standardisierten Beobachtungssituation genutzt.
Hierzu entwickelte sie den so genannten „Fremde Situation“-Test, in dem Kinder im Alter von 12-20 Monaten zwei Mal kurz von ihrer Mutter getrennt werden. Der Test untergliedert sich in folgende Schritte:
Zuerst betreten Mutter und Kind ein Spielzimmer. Sie können sich nun an den Raum gewöhnen, das Kind kann die Umgebung mit den bereit gestellten Spielsachen erkunden, das Verhalten der Mutter ist frei gestellt.
Nun kommt eine fremde Person ins Zimmer und nimmt nach 2 Minuten Kontakt mit der Mutter auf. Während des kurzen entstehenden Dialogs reagieren die meisten Kinder mit Neugier oder etwas Angst und verringern den Abstand zur Mutter. Danach versucht die Person, Kontakt mit dem Kind aufzunehmen, indem sie an sein Spiel anknüpft.
Auf ein Klopfzeichen hin verabschiedet sich die Mutter mit wenigen Worten von ihrem Kind und verlässt den Raum. Nun aktiviert sich das Bindungssystem des Kindes: es reagiert auf die Trennung, indem es der Mutter nachschaut oder schon anfängt zu weinen. Die fremde Person versucht, das Kind zu trösten oder mit einem Spiel abzulenken.
Nach ungefähr drei Minuten kehrt die Mutter zurück und beruhigt ihr Kind. Aus diesem Wiedervereinigungsverhalten können wesentliche Rückschlüsse über den Bindungstyp getroffen werden. Während die Mutter ihr Kind tröstet, verlässt die fremde Person den Raum.
1. Die Bindungstheorie: Erläutert die Grundlagen der Bindungsforschung, die verschiedenen Bindungstypen nach Ainsworth sowie die Entwicklung der Mutter-Kind-Bindung im ersten Lebensjahr.
2. Kinderbetreuung: Definiert und differenziert verschiedene Betreuungsformen wie Kindertageseinrichtungen, Tagespflege und familiäre Betreuungsalternativen.
3. Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen: Analysiert die gesetzlichen Regelungen für Familien und die historische sowie aktuelle Entwicklung der Fremdbetreuung in Deutschland.
4. Auswirkungen von Kindertagesbetreuung: Untersucht kritisch die Folgen außerhäuslicher Betreuung auf die Eltern-Kind-Bindung, die kognitive Entwicklung und die Aggressionsbildung bei Kindern.
5. Kinder in besonderen Lebenslagen: Behandelt die spezifischen Anforderungen und Vorteile der Fremdbetreuung für Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus armen Familien.
6. Rahmenbedingungen für eine gelingende Fremdbetreuung: Beschreibt Qualitätskriterien wie Erzieherin-Kind-Bindung, Eingewöhnungsmodelle und frühkindliche Bildung.
7. Der Wunsch der Eltern nach mehr Betreuung: Präsentiert die Ergebnisse der Online-Umfrage zu Elternwünschen, Betreuungsgeld und der Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität.
8. Mögliche Alternativen zum Ausbau der Betreuungsplätze: Diskutiert Betreuungsgeld und Elternführerschein als ergänzende Ansätze zum reinen Ausbau von Betreuungsplätzen.
9. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert das Spannungsfeld zwischen staatlicher Vereinbarkeitspolitik und den Bedürfnissen nach familiärer Erziehung.
Bindungstheorie, Kindertagesbetreuung, Betreuungsgeld, Fremdbetreuung, Mutter-Kind-Bindung, Eingewöhnung, Elternführerschein, KiföG, Frühförderung, Elternschaft, frühkindliche Entwicklung, Kindeswohl, Sozialwesen, Vereinbarkeit, Erziehungspartnerschaft.
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen dem politisch forcierten Ausbau der Kindertagesbetreuung und den Erkenntnissen der Bindungsforschung bezüglich der Bedürfnisse von Kleinkindern.
Die zentralen Felder umfassen Bindungstheorie, gesetzliche Rahmenbedingungen der Kinderbetreuung, Auswirkungen der Fremdbetreuung auf das Kind sowie die Erforschung realer Elternwünsche.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen staatlichen Angeboten und den tatsächlichen Wünschen von Eltern zu ergründen und Alternativen für eine echte Wahlfreiheit zu erarbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer eigenen empirischen Online-Umfrage unter jungen Eltern.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse der aktuellen Betreuungssituation, eine Untersuchung der Auswirkungen von Betreuung sowie die Auswertung der selbst durchgeführten Elternbefragung.
Bindungstheorie, Fremdbetreuung, Betreuungsgeld, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Kindertagesstätte und Elternführerschein.
Es ist ein in der Arbeit beispielhaft beschriebenes Konzept, das eine gelingende, schrittweise Eingewöhnung des Kindes in eine Betreuungseinrichtung ermöglichen soll.
Die Autorin argumentiert, dass echte Wahlfreiheit auch die finanzielle und gesellschaftliche Aufwertung der innerfamiliären Erziehung beinhalten muss, anstatt nur einseitig Fremdbetreuung zu fördern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

