Magisterarbeit, 2007
145 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Methodisches Vorgehen und Gliederung
2. Entwicklungstheorie: Grundlagen und Begriffe
2.1 Der Paradigmenstreit in der Entwicklungstheorie
2.1.1 Der Entwicklungsbegriff: Kontroversen und Definitionsversuche
2.1.1.1 MDGs: Gemeinsame Entwicklungsziele der Staatengemeinschaft
2.1.1.2 ‚Das Magische Fünfeck’: Ein dynamisches Begriffsverständnis
2.1.2 Der Paradigmenstreit in der Entwicklungstheorie
2.1.2.1 Modernisierungstheorie
2.1.2.2 Dependenzansätze
2.1.2.3 Das Ende der großen Entwicklungstheorien
2.1.3 Nach dem Ende der Dritten Welt: Was macht noch den Entwicklungsstaat aus?
2.2 Auf dem Weg zu einem neuen Entwicklungs- und Sicherheitsverständnis
2.2.1 Entwicklungs- und Sicherheitsbegriffliche Verlaufsgeschichte
2.2.1.1 Entwicklungspolitische Genese: Bipolare Nachkriegsordnung?
2.2.1.2 Zäsur 1989/90: Nord-Süd-Beziehungen nach dem Ost-West-Konflikt
2.2.1.3 Post 9/11: Sicherheitspolitische Erweiterung des Entwicklungsbegriffes
2.2.2 Neuere Sicherheits- und Entwicklungsstrategien
2.2.2.1 Ein neues Sicherheitsverständnis: Die Europäische Sicherheitsstrategie
2.2.2.2 Konditionierte Entwicklungshilfe: Orientierung auf good governance
2.2.3 Entwicklungszusammenarbeit – Ein eigenständiges Politikfeld?
3. Die Entwicklungszusammenarbeit der EU
3.1 Die Europäische Union: Ein Sonderfall in der Akteursanalyse?
3.2 Strukturen der europäischen Entwicklungszusammenarbeit
3.2.1 Vertragliche Grundlagen (EGV-Nizza)
3.2.2 Akteursebenen der Europäischen Entwicklungszusammenarbeit
3.2.2.1 Die Gemeinschaftshilfe und ihre Koordinierungsfunktion
3.2.2.2 Bilaterale Geber – Konkurrenzangebote zur Gemeinschaftshilfe?
3.3 Normativer Handlungsrahmen europäischer Entwicklungszusammenarbeit
3.3.1 Grundsätze der Entwicklungspolitik der Europäischen Gemeinschaft
3.3.2 Pariser Erklärung – Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit
3.3.3 Gemeinsame Wert- und Zielorientierung: The European Consensus
3.4 Konkrete Entwicklungspolitik der EG/EU
3.4.1 Exemplarische entwicklungspolitische Tätigkeit: Die EU-AKP-Kooperation
3.4.1.1 Die Lomé-Abkommen
3.4.1.2 Das Abkommen von Cotonou
3.4.1.3 Bewertung der EU-AKP-Kooperation
3.5 Grenzen der Gemeinschaftshilfe – Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit
3.6 Mögliche Szenarien für die Europäische Entwicklungszusammenarbeit
4. Conclusio
Die Arbeit untersucht den Integrationsprozess der europäischen Entwicklungszusammenarbeit, um die Akteursqualität der Europäischen Union in diesem Bereich zu bestimmen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den Grenzen der sektorspezifischen Integration angesichts nationalstaatlicher Interessen und der Verflechtung mit anderen Politikfeldern wie der Außen- und Sicherheitspolitik.
2.1.1 Der Entwicklungsbegriff: Kontroversen und Definitionsversuche
„Entwicklung ist […] mehr als der Übergang von Arm zu Reich, von einer traditionellen Agrarwirtschaft zu einer komplexen Stadtgemeinschaft. Sie trägt in sich nicht nur die Idee des materiellen Wohlstands, sondern auch die von mehr menschlicher Würde, mehr Sicherheit, Gerechtigkeit und Gleichheit.“
Um diesem ersten Hinweis nach einer Mehrdimensionalität des Entwicklungsbegriffes näher nachzugehen, gilt es zunächst, die einzelnen Implikationen des Entwicklungsbegriffes näher zu bestimmen, um sich anschließend dem Entwicklungsbegriff als solchen nähern zu können. Während die einzelnen Implikationen des Entwicklungsbegriffes (Entwicklungsstrategien, -theorien, -politiken, -hilfen) in aller Kürze schlüssig definierbar sind, stellt sich für den Entwicklungsbegriff selbst ein raumzeitliches Problem, das es zu lösen gilt.
Zunächst einmal sind Entwicklungsstrategien als Empfehlungen zu verstehen, die Probleme zu lösen, die Entwicklungstheorien zu analysieren versuchen. Entwicklungsstrategien umfassen damit entwicklungspolitische Maßnahmen, wie beispielsweise Weltmarktintegration oder eben Weltmarktdissoziation, um ein angestrebtes Wachstums- oder Transformationsziel zu erreichen. Folglich versuchen Entwicklungstheorien die Ursachen der Unterentwicklung zu erklären um Strategien zu liefern, die auf die Veränderung der gesellschaftlichen Wirklichkeit abzielen. Als Entwicklungspolitik wird schließlich die Implementierung dieser Strategien auf einer Ebene der politischen Handlungen bezeichnet.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Nord-Süd-Beziehungen sowie die Rolle der Entwicklungspolitik im Kontext der Europäischen Sicherheitsstrategie.
2 Entwicklungstheorie: Grundlagen und Begriffe: Dieses Kapitel definiert den Entwicklungsbegriff und analysiert den theoretischen Diskurs zwischen Modernisierungstheorien und Dependenzansätzen sowie das Ende der klassischen Entwicklungstheorien.
3 Die Entwicklungszusammenarbeit der EU: Dieser Hauptteil untersucht die Strukturen der EU-Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere die Bedeutung des Drei-Säulen-Modells und die Rolle der Kommission sowie der AKP-Kooperation.
4 Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert die Herausforderungen für eine kohärente europäische Entwicklungspolitik.
Europäische Union, Entwicklungszusammenarbeit, Nord-Süd-Beziehungen, Entwicklungstheorie, Modernisierungstheorie, Dependenzansätze, Good Governance, Sicherheit, Sicherheitspolitik, AKP-Kooperation, Cotonou-Abkommen, Integration, Mehrebenensystem, Armutsbekämpfung, Politikkohärenz
Die Arbeit analysiert die Rolle der Europäischen Union als Akteur in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und beleuchtet deren strukturelle Ausgestaltung.
Die zentralen Felder sind die entwicklungstheoretischen Grundlagen, die Verknüpfung von Entwicklung und Sicherheit sowie die institutionellen Strukturen der europäischen Entwicklungspolitik.
Das Ziel ist es, den sektorspezifischen Integrationsprozess der europäischen Entwicklungspolitik zu erklären und die Akteursqualität der EU in diesem Politikbereich kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die verschiedene Integrationstheorien (intergouvernemental, supranational, konstruktivistisch) auf den Gegenstand der Entwicklungspolitik anwendet.
Der Hauptteil analysiert die Strukturen der EU-Entwicklungszusammenarbeit, die Rolle der Kommission, die vertraglichen Grundlagen und das Fallbeispiel der EU-AKP-Kooperation.
Schlüsselbegriffe sind "Good Governance", der "Security-Development-Nexus", Kohärenz, das "Magische Fünfeck" und der europäische Integrationsprozess.
Der Nexus führt dazu, dass die EU Entwicklungspolitik vermehrt als Teil einer umfassenden Sicherheitsstrategie begreift, um globale Stabilität zu fördern.
Das Abkommen stellt eine neue Basis für die Zusammenarbeit dar, indem es politische Konditionalität, "Good Governance" und regionale Freihandelsabkommen stärker in den Vordergrund rückt.
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