Magisterarbeit, 2009
108 Seiten, Note: 1,7
Ziel der Untersuchung
Das Erbe der Keiefigur
Exkurs: Die Keiefigur in der mittelenglischen Dichtung
Keies erste Erwähnung im Text
Die Becherprobe der Damen
Zusammenfassung: Die Becherprobe der Damen
Die Becherprobe der Ritter
Waz half den chünig, daz im gelanch? (V. 1926).
Zusammenfassung: Becherprobe der Ritter
Keies Kampf gegen den Boten
Keie in der Gasoein-Episode
Exkurs: Gauriel von Muntabel, der Ritter mit dem Bock
Fortsetzung: Keie in der Gasoein-Episode
Zusammenfassung: Keie in der Gasoein-Episode
Keie und der Gerichtskampf mit Gasoein
Zusammenfassung: Keie und der Gerichtskampf mit Gasoein
Die Zaumzeugepisode
Zusammenfassung: Die Zaumzeugepisode
Keies Klage über den vermeintlichen Tod Gaweins
Zusammenfassung: Keies Klage über den vermeintlichen Tod Gaweins
Exkurs: Keies Gewalttaten im PARZIVAL
Exkurs: Das Hofamt des Truchsess im Hochmittelalter
Die Nachricht vom Überleben Gaweins
Zusammenfassung: Die Nachricht von Gaweins Überleben
Die Handschuhprobe der Damen
Exkurs: Die Sprechakte während der Tugendproben
Fortsetzung: Die Handschuhprobe der Damen
Zusammenfassung: Die Handschuhprobe der Damen
Die Handschuhprobe der Ritter
Zusammenfassung: Die Handschuhprobe der Ritter
Der Ritter mit dem Levitationsbock
Zusammenfassung: Der Ritter mit dem Levitationsbock
Keies Abschiedsrede
Zusammenfassung: Abschiedsrede
Vier Ritter auf Gralsfahrt
Neun Ritter und die Fürbitte an die Frauen
Zusammenfassung: Neun Ritter und die Fürbitte an die Frauen
Keies Rückkehr an den Artushof
Exkurs: Misogynie bei Keie und bei Heinrich von dem Türlin
Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Einbindung des Truchsess Keie in Heinrichs von dem Türlin Roman "Diu Crône". Das primäre Ziel ist es, die Wandlung und Aufwertung der Figur im Vergleich zu anderen hochmittelalterlichen Artusromanen zu analysieren, wobei insbesondere die Ambivalenz Keies sowie seine Rolle als rhetorisch kompetentes Sprachrohr des Erzählers und seine Funktion am Artushof im Zentrum stehen.
Die Becherprobe der Damen
Die Tugendprobe ist der Rahmen für Keies ersten, umfangreichen Sprechauftritt. Funktional übernimmt er die Aufgabe des Kommentators und tritt so vor den Erzähler, der Keie als rhetorisch kompetentes Sprachrohr für sein umfangreiches literarisches Vorwissen nutzt. Bei diesem Auftritt Keies zeigt sich die aus den Prätexten bekannte Neigung des Truchsessen zum Spott: Nv was Key vnd sein spot / Nah alter gewonheit da bei (V. 1239-40). Während dieser einführenden Probe bietet Heinrich eine Revue der prominentesten Figuren der Gattung auf und schafft gleichzeitig Keie eine Plattform für seinen Spott. Funktional eröffnen die von Keie dominierten Tugendproben eine innerfiktionale Debatte um die Idealität und Vorbildhaftigkeit des Artushofes.
Direkt im Anschluss an die zweizeilige Einführung Heinrichs beginnt Keies erste Schimpfrede, zunächst noch einzig über den Becher ohne eine(n) der Anwesenden direkt anzusprechen: Er sprach: Von zin oder von plei / waer ein centenaer / vil chaum also swaer / als dirre leidig chopf ist (V. 1241f). Dabei hat der Truchsess nichts zu befürchten, da er über umfangreiche Rechte am Hof verfügt. In dieser Szene zeigt sich erstmals die Ambivalenz der Keiefigur im Roman, da er nicht nur den Becher als schlimm beziehungsweise böse (Als dirre leidig chopf ist V. 1244) bezeichnet, sondern auch Ginover warnt. FRANZISKA WENZEL sieht hier eine erfolgreiche Warnung, die zu einer Verhaltensänderung der Königin führt. Zwar ist die Ansprache Keies als Warnung markiert. Diese Absicht wird deutlich durch die Anrede Ginovers: Vrowe, da lat ivch nv niht an (V. 1257) und Daz schült ir bewaren. (V. 1266). Allerdings verhallt seine Warnung ohne Folgen, da Ginover den Becher direkt im Anschluss an die Rede Keies (V. 1241-72) dann doch annimmt (Gynever disen chopf nam (V. 1273)), um zu trinken. Das nutzt wiederum Keie, um die Königin zu verspotten: Vrowe, ich het ivch wol gelert (V. 1283). In dieser einleitenden Szene haben Keies Bemerkungen also noch keinerlei Einfluss auf die Handlungen der Angesprochenen.
Ziel der Untersuchung: Einleitung zur Forschungsfrage, wie Heinrich von dem Türlin den Truchsess Keie in "Diu Crône" darstellt und ob eine gezielte Aufwertung der Figur vorliegt.
Das Erbe der Keiefigur: Analyse der frühen walisischen Ursprünge von Cei und deren Einfluss auf die spätere kontinentaleuropäische literarische Gestaltung.
Die Becherprobe der Damen: Untersuchung von Keies erstem großen Auftritt als Kommentator, bei dem die Ambivalenz der Figur zwischen Spott und Funktion am Hof deutlich wird.
Die Becherprobe der Ritter: Erörterung der Rolle Keies als "Spielleiter" und Mahner bei der Becherprobe der Ritter, trotz seines eigenen, oft problematischen Auftretens.
Keies Kampf gegen den Boten: Darstellung von Keies Rachedurst und seiner extremen Gegenposition zum vertrauensvollen Verhalten König Artus', was in einer Niederlage endet.
Keie in der Gasoein-Episode: Analyse von Keies Verhalten während des Aufbruchs und der Auseinandersetzung mit dem geheimnisvollen Ritter, wobei die Aufwertung der Figur weiter voranschreitet.
Heinrich von dem Türlin, Diu Crône, Truchsess Keie, Artusroman, Tugendprobe, Becherprobe, höfische Ideale, Ambivalenz, Literaturwissenschaft, Mittelalter, ritterliche Tugenden, Erzählweise, Gawan, Gasoein, Gralsfahrt.
Die Arbeit analysiert die spezifische Darstellung des Truchsess Keie in dem spätmittelalterlichen Artusroman "Diu Crône" von Heinrich von dem Türlin.
Im Zentrum steht die Ambivalenz Keies, seine Rolle als Spötter am Artushof und seine funktionale Aufwertung durch den Autor Heinrich.
Es soll geklärt werden, warum Heinrich Keie mehr Raum gibt als seine Vorgänger und ob die Figur zum Aventiureritter umgestaltet wird oder ihre traditionellen Merkmale behält.
Die Untersuchung folgt der Romanhandlung chronologisch, analysiert wörtliche Reden sowie Erzählerkommentare und bezieht literarische Vorbilder sowie Forschungsliteratur mit ein.
Besonders die Tugendproben (Becherprobe, Handschuhprobe) sowie die verschiedenen Episoden (Gasoein-Episode, etc.) werden detailliert auf Keies Verhalten untersucht.
Integration, Variation, Ambivalenz, ritterliche Bewährung, höfische Literatur, Aufwertung der Figur, Erzählfunktion.
Heinrich von dem Türlin räumt Keie deutlich mehr Handlungsspielraum ein und nimmt ihn in Schutz, wenn seine spöttischen Kommentare die Situation am Hof eskalieren lassen.
Nein, der Autor strebt keine Umwertung zum reinen Minneritter an, sondern wertet die Figur auf, während ihr traditionelles Verhaltensspektrum weitgehend erhalten bleibt.
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