Bachelorarbeit, 2023
81 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Frühkindliche Bildung und das Medium Bilderbuch
1.1 Das Feld der Theorien zur frühkindlichen Bildung
1.2 Das Bilderbuch als Medium in der frühkindlichen Bildung
2 Ein Medium mit besonderen Merkmalen: Silent Books
2.1 Definition und Merkmale
2.2 Forschungsstand zu Silent Books
3 Lesesozialisation und diversitätsorientierte Literacy-Praxis
3.1 Emergent Literacy: Zugang zu Sprach- und Schriftkultur
3.2 Diversitätsorientierte Praktiken in der frühen Bildung
3.2.1 Ko-Konstruktives Lernen nach Vygotskij und Teilhabe
3.2.2 Dialogisches Lesen: eine ko-konstruktive Praktik
4 Silent Books: spezifische Aspekte und frühe Literacy
4.1 Sprache
4.1.1 Sprache in der frühkindlichen Bildung
4.1.2 Silent Books: frühe sprachliche Bildung
4.2 Narrativität
4.2.1 Narrativität in der frühkindlichen Bildung
4.2.2 Silent Books: frühe Bildung narrativer Konzepte
4.3 Theory of Mind (ToM)
4.3.1 Theory of Mind in der frühkindlichen Bildung
4.3.2 Silent Books: frühe Bildung der Theory of Mind
4.4 Visualität
4.4.1 Visualität in der frühkindlichen Bildung
4.3.2 Silent Books: frühe Bildung von visuellen Konzepten
4.5 Ergebnisse
5 Diskussion und Beantwortung der Forschungsfrage
6 Konzept: diversitätsorientierte Literacy-Bildung mit Silent Books
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bildungspotenzial von textfreien Bilderbüchern („Silent Books“) für eine diversitätsorientierte frühe Literacy-Bildung. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welches besondere Potenzial haben Bilderbücher ohne Text für die Förderung der Literacy-Entwicklung von Kindern im Elementarbereich?
4.1.2 Silent Books: frühe sprachliche Bildung
Nach Fuchs & Bindel (2012) kann eine erfolgreiche Sprachförderung, die zu einem „Handeln in und durch Sprache“ führen soll, nur gelingen, wenn die Verwendung von Sprache in komplexer Interaktion geschieht und erfahren wird und nicht durch direkte Instruktion (vgl. S. 193). Weiter konstatieren sie, dass nur die Momente der individuellen und emotionalen Begegnung zur Aufnahme von Sprache führen und dass diese intuitive Sprachaufnahme in einer dynamischen Lerngemeinschaft unabhängig von unterschiedlichen Sprachen geschieht (vgl. ebd. S. 193). Die neuere Forschung zu Silent Books ist insgesamt überschaubar, weist jedoch auf besondere Potenziale hin (vgl. Arizpe, 2014; Volz, 2018a; Moderegger, 2020, S. 139ff). So können das Gespräch zu einem Silent Book oder das Konstruieren der Geschichte „dazu beitragen, Geschichtenkonzepte zu stärken“ (vgl. von Lehmden, 2022, S. 368). Translinguale Praktiken, die im Fall der Silent Books von der Kenntnis der deutschen Sprache unabhängige Zugangsweisen zur Bilderbuchrezeption ermöglichen, bieten entsprechende barrierefreie sprachliche Bildungsmöglichkeiten durch dieses Medium (vgl. Panagiotopoulou, 2016, S. 33).
Moderegger (2020) wies nach, dass „Kinder durch die ungewöhnlich reduzierte Gestaltung und Brüche in der Narration zu Gedanken herausgefordert“ werden, „die weit über ein bloßes Beschreiben von Gesehenem hinausgingen“ (vgl. S. 160). Die Kinder brachten spontan und ohne gezielte Nachfrage „abstrahierende Übertragungen“ hervor und nutzten somit „metaphorische oder symbolisch Lektüreangebote“ (vgl. ebd. S. 160). Besonders bedeutsam für die sprachliche Anregung ist es, dass bei der Rezeption von Silent Books „die Handlungen der Figuren und die Handlungslogik“ aber auch „die Gedanken, Gefühle und Motive“ der Akteur*innen erschlossen werden müssen (Volz, 2020, S. 171) und die Rezipierenden bringen selbst die Stimme der erzählenden Person und „die Figurenrede hervor“ (vgl. ebd. S. 171; Volz, 2018, S. 180).
Einleitung: Überblicksartige Darstellung der Ausgangslage zur frühen Literacy-Bildung, zur Bildungsungleichheit und zur thematischen Einführung der Forschungsfrage zu „Silent Books“.
1 Frühkindliche Bildung und das Medium Bilderbuch: Theoretische Rahmung der frühkindlichen Bildung und interdisziplinäre Untersuchung des Bilderbuchs als klassisches Medium in diesem Bereich.
2 Ein Medium mit besonderen Merkmalen: Silent Books: Abgrenzung des textfreien Bilderbuchs vom textbasierten Medium sowie Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu „Silent Books“.
3 Lesesozialisation und diversitätsorientierte Literacy-Praxis: Analyse der Bedeutung von Lesesozialisation und Vorstellung inklusiver, diversitätsorientierter Literacy-Praktiken, insbesondere des dialogischen Lesens.
4 Silent Books: spezifische Aspekte und frühe Literacy: Detaillierte Untersuchung von vier zentralen Literacy-Kompetenzbereichen (Sprache, Narrativität, Theory of Mind, Visualität) im Kontext von „Silent Books“.
5 Diskussion und Beantwortung der Forschungsfrage: Synthese und Diskussion der Rechercheergebnisse zur Klärung des besonderen Potenzials von „Silent Books“ für die frühkindliche Literacy-Bildung.
6 Konzept: diversitätsorientierte Literacy-Bildung mit Silent Books: Vorstellung einer fünfphasigen Konzeptidee für pädagogische Fachkräfte zur Implementierung von „Silent Books“ in der Praxis.
7 Fazit und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und Darstellung von offenem Forschungsbedarf.
Frühkindliche Bildung, Literacy-Bildung, Silent Books, Bilderbücher ohne Text, Lesesozialisation, Diversitätsorientierung, Inklusion, Sprachentwicklung, Narrativität, Theory of Mind, Visual Literacy, Ko-Konstruktion, Dialogisches Lesen, Medienpädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema der frühkindlichen Literacy-Bildung und analysiert, inwieweit „Silent Books“ (textfreie Bilderbücher) als Instrument zur Unterstützung von Teilhabechancen und Bildungsgerechtigkeit fungieren können.
Die zentralen Themen umfassen die frühkindliche Medienpädagogik, die Lesesozialisation, Diversität in Bildungseinrichtungen sowie die spezifische Verzahnung von Bildbetrachtung und sprach- bzw. kompetenzfördernden Narrativen.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer Literaturrecherche das besondere Bildungspotenzial von textfreien Bilderbüchern für die Literacy-Förderung von Kindern im Elementarbereich herauszuarbeiten und daraus praxisnah ein Konzept für Fachkräfte abzuleiten.
Die Autorin wählt eine hermeneutische Literaturarbeit bzw. Literaturanalyse durch, bei der sie wissenschaftliche Quellen zum Thema aus interdisziplinären Blickwinkeln auswertet und auf die Forschungsfrage bezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Literacy-Praktiken sowie eine differenzierte Auseinandersetzung mit vier Schlüsselbereichen: Sprache, Narrativität, Theory of Mind und Visualität im Kontext von „Silent Books“.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie „Frühkindliche Bildung“, „Literacy-Förderung“, „Silent Books“, „Dialogisches Lesen“ und „Diversitätsorientierung“ aus.
Weil sie einen barrierefreien Zugang ermöglichen, der weitgehend unabhängig von den spezifischen sprachlichen Vorkenntnissen der Kinder ist. Da kein einziger „korrekter“ Text vorgegeben ist, können Kinder verschiedener Herkunftssprachen gleichberechtigt am Dialog über das Gesehene teilhaben.
Die Fachkraft fungiert als „Gatekeeper“ für den Bildungszugang. Sie muss über die didaktischen Möglichkeiten von „Silent Books“ informiert sein und durch eine dialogisch ausgerichtete, selbstreflexive Haltung in der Lage sein, die individuellen Sinnbildungsprozesse der Kinder zu begleiten und zu unterstützen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

