Bachelorarbeit, 2009
60 Seiten, Note: 1,0
1 Themenwahl, Erkenntnisinteresse und Aufbau der Thesis
1.1 Themenwahl
1.2 Erkenntnisinteresse
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Die Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Ein kurzer Überblick zum SGB II
2.3 Zielsetzung der Grundsicherung
2.4 Regelungen der Aktivierung
2.5 Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende
3 Der persönliche Ansprechpartner im SGB II – eine erste Annäherung
4 Grundlegende Aspekte des SGB II
4.1 Vom welfare- zum workfare-Ansatz
4.2 Street-level bureaucracy
4.3 Die verschiedenen Governance-Ebenen im SGB II
4.4 Aspekte des Neuen Steuerungsmodells (new public management)
4.5 Soziale Arbeit als Dienstleistung
5 Das Fallmanagement und dessen Durchführung im SGB II
5.1. Definition Fallmanagement
5.2 Phasen des Fallmanagements
5.3 Qualitative Anforderungen
5.4 Die Umsetzung des Fallmanagements im SGB II
5.4.1 Anforderungen an das Fallmanagement im SGB II
5.4.2 Fachkonzept „Beschäftigungsorientiertes Fallmanagement im SGB II“
5.4.3 Durchführung des beschäftigungsorientierten Fallmanagement
5.4.4 Erfolgswirksame Faktoren
5.5 quo vadis Fallmanagement
6 Anforderungen an den persönlichen Ansprechpartner
6.1 Fallmanagement
6.2 EDV und Statistik
6.2.1 Das Fallmanagement in der Datenerfassung
6.2.2 Statistik
6.3 Finanzielle und qualitative Fördermöglichkeiten
6.4 Eingliederungsvereinbarung
6.5 Sanktionen
6.6 Organisatorische Rahmenbedingungen
7 Die Spannungsfelder des persönlichen Ansprechparners
7.1 Professionalität und Rollenverständnis
7.2 Politische, organisatorische und strukturelle Ebene
7.2.1 Gesetzliche und organisatorische Vorgaben
7.2.2 Anerkennung der Fachlichkeit
7.2.3 Einseitige arbeitsmarktpolitische Ausrichtung
7.2.4 Beschäftigungsverhältnisse der persönlichen Ansprechpartner
7.3 Strukturelle Ebene
7.3.1 Aktivierungsangebote
7.3.2 Arbeitsmarktlage
7.4 Kundenebene
7.4.1 Fallmanagement
7.4.2 Doppeltes Mandat
7.4.3 Fallzahlen
7.4.4 Nicht vermittelbare Kunden
7.5 EDV, Statistiken, Benchmarking und Controlling
7.6 Politische und Organisationale Implikationen
7.6.1 Makroebene der Gesetzgebung
7.6.2 Mesoebene der Organisation
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und die Arbeitsbedingungen des persönlichen Ansprechpartners im SGB II-Kontext. Dabei liegt der Fokus darauf, wie ein professionelles, beschäftigungsorientiertes Fallmanagement unter den gegebenen politischen, strukturellen und organisatorischen Spannungsfeldern erfolgreich umgesetzt werden kann, um sowohl den gesetzlichen Forderungen als auch dem Unterstützungsbedarf der Kunden gerecht zu werden.
5.1. Definition Fallmanagement
Bei „Fallmanagement“ als reiner Übersetzung des amerikanischen Begriffs Case Management handelt es sich um eine Methode der Sozialen Arbeit, die vielleicht besser mit Unterstützungsmanagement übersetzt werden kann. Im Fallmanagementprozess werden vorhandene individuelle Ressourcen und multiple Problemlagen methodisch erfasst und gemeinsam Versorgungsangebote und Dienstleistungen geplant, die anschließend vom Fallmanager implementiert, koordiniert, überwacht und evaluiert werden. Fall oder Case steht hierbei nicht für den Menschen, sondern für seine problematische Situation. Der Einsatz des Fallmanagements ist besonders dort angebracht, wo „Multiproblemlagen“ zu bewältigen sind. Da solche multiplen Problemlagen in der Sozialen Arbeit häufig vorkommen, sind die Einsatzmöglichkeiten des Case Managements sehr vielfältig. So wird z.B eine Familienhelferin zu Mitteln des Case Managements greifen (müssen). Dies kann durchaus geschehen ohne dass der Begriff des Fallmanagements explizit verwendet wird. Fallmanagement kann als eine komplexe und vernetzende Erweiterung tradierter Formen der Einzelfallhilfe betrachtet werden.
Der Fallmanager orientiert sich an der Lebenswelt des Kunden, an dessen Zielen und Bedürfnissen und begleitet ihn als „Anwalt“. Durch persönliche Interaktion und die Förderung des Selbstmanagements (Empowerment) soll die Stärkung der Selbstverantwortung des Klienten erreicht werden. Das Ziel des Fallmanagements ist erreicht, wenn Ziele des Klienten erreicht sind (consumer-driven Case Management). Case Management in diesem Kontext kann als methodisches Konzept auf der personalen Handlungsebene – hier zwischen erwerbsfähigem Hilfebedürftigem und persönlichen Ansprechpartner – verstanden werden.
1 Themenwahl, Erkenntnisinteresse und Aufbau der Thesis: Diese Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, die Relevanz des SGB II sowie die Zielsetzung und Struktur der Arbeit.
2 Die Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II): Dieses Kapitel bietet einen geschichtlichen Überblick sowie eine Erläuterung der gesetzlichen Grundlagen und Ziele des SGB II.
3 Der persönliche Ansprechpartner im SGB II – eine erste Annäherung: Hier erfolgt eine erste definitorische Annäherung an die Rolle des persönlichen Ansprechpartners im gesetzlichen Rahmen.
4 Grundlegende Aspekte des SGB II: Das Kapitel beleuchtet theoretische Konzepte wie Welfare/Workfare, Governance und das Neue Steuerungsmodell im Kontext der Grundsicherung.
5 Das Fallmanagement und dessen Durchführung im SGB II: Es wird das Fallmanagement als Methode der Sozialen Arbeit definiert und dessen praktische Umsetzung im SGB II detailliert beschrieben.
6 Anforderungen an den persönlichen Ansprechpartner: Dieses Kapitel analysiert spezifische Kompetenzanforderungen sowie die Bedeutung von EDV, Statistik und organisatorischen Rahmenbedingungen.
7 Die Spannungsfelder des persönlichen Ansprechparners: Hier werden die verschiedenen Spannungsfelder zwischen Professionalität, Politik, Struktur und Kundenebene analysiert.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Empfehlungen für eine qualitativ hochwertige Ausgestaltung des Fallmanagements.
SGB II, persönlicher Ansprechpartner, Fallmanagement, Case Management, Grundsicherung, Aktivierung, Arbeitsmarktintegration, Fördern und Fordern, Soziale Arbeit, Arbeitsbündnis, Dienstleistung, Organisationsentwicklung, Professionalität, Sanktionen, Bedarfsgemeinschaft.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und den Arbeitsbedingungen von persönlichen Ansprechpartnern im Kontext des SGB II, insbesondere unter der Perspektive eines beschäftigungsorientierten Fallmanagements.
Die zentralen Themen sind die gesetzliche Ausgestaltung des SGB II, die methodischen Grundlagen des Fallmanagements, die Rolle der persönlichen Ansprechpartner sowie die diversen Spannungsfelder, denen diese im Alltag zwischen Verwaltungshandeln und Sozialer Arbeit begegnen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein persönlicher Ansprechpartner im Sinne der gesetzlichen Zielsetzungen erfolgreich agieren kann und welche Rahmenbedingungen hierfür auf struktureller und organisatorischer Ebene erforderlich sind.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zu theoretischen Konzepten wie dem Neuen Steuerungsmodell und der Street-level bureaucracy sowie die Auswertung von Studien zur Arbeitssituation von Ansprechpartnern, ergänzt durch die berufliche Erfahrung der Autorin.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des SGB II, die detaillierte Durchführung des Fallmanagements in verschiedenen Phasen, die Anforderungen an das Personal und die Analyse der Spannungsfelder auf politischer, struktureller und organisatorischer Ebene.
Wichtige Begriffe sind SGB II, Fallmanagement, Aktivierung, persönlicher Ansprechpartner, Soziale Arbeit, Arbeitsmarktintegration und die Spannungsfelder zwischen Fördern und Fordern.
Es verknüpft die methodische Arbeit der Sozialen Arbeit (Beratung, Ressourcenerschließung) spezifisch mit den arbeitsmarktpolitischen und fiskalischen Zielvorgaben des SGB II sowie den hoheitlichen Aufgaben der Behörde.
Das doppelte Mandat beschreibt den schwierigen Spagat zwischen der Funktion als unterstützender Berater (Anwalt des Kunden) und der Funktion als Kontrolleur bzw. Sanktionsinstanz im Auftrag der Organisation.
Die Autorin erkennt die Notwendigkeit der Datenerfassung an, kritisiert jedoch, dass diese oft zu Lasten der "eigentlichen Arbeit" am Kunden geht und die Mitarbeiter sich durch reine Kennzahlen (Benchmarking) stark fremdbestimmt fühlen.
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