Bachelorarbeit, 2009
115 Seiten
1. Einleitung
1.1. Hinführung zum Thema
1.2. Fragestellung der Arbeit
2. Der Mythos
2.1. Definition, Wesen und Herkunft des Mythos
2.2. Antike mythologische Quellen
2.3. Nachantiker Umgang mit dem Mythos
2.4. Der Mythos im ‚siglo de oro‘
3. Lope de Vega
3.1. Lope de Vega und sein Werk
3.2. Die Grundzüge von Lope de Vegas Theater
4. Das Stück Adonis y Venus
4.1.1. Antike Fassung des Mythos
4.1.2. Datierung, Struktur und Inhalt
4.2.1. Das Motiv der göttlichen Strafe
4.2.2. Die Rolle des Liebesgottes Cúpido
4.2.3. Das Motiv der Misogynie
4.2.4. Die Konfiguration der Liebespaare
5. Das Stück La fábula de Perseo
5.1.1. Antike Fassung des Mythos
5.1.2. Datierung, Struktur und Inhalt
5.2.1. Die Darstellung des Protagonisten Perseo
5.2.2. Die Figur des Antagonisten Fineo
5.2.3. Die Rolle des Goldes
5.2.4. Spezialeffekte
5.2.5. Zeitgenößische Anspielungen
5.2.6. Die Rolle der Könige und der Macht
6. Das Stück El laberinto de Creta
6.1.1. Antike Fassung des Mythos
6.1.2. Datierung, Struktur und Inhalt
6.2.1. Das Motiv des Verlassenwerdens
6.2.2. Die Rolle der Ehre
6.2.3. Die Beziehung zwischen Teseo und dessen Dieners Fineo
6.2.4. Der dritte Akt
6.2.5. Politische Aussagen des Stücks
7. Das Stück El marido más firme
7.1.1. Antike Fassung des Mythos
7.1.2. Datierung, Struktur und Inhalt
7.2.1. Die Macht der Liebe und der Eifersucht
7.2.2. Das Motiv des Wahnsinns
7.2.3. Der Höllengang des Protagonisten
7.2.4. Die Rolle des Orakels und der Vorzeichen
7.2.5. Zeitgenößische Anspielungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die mythologischen Theaterstücke („comedias mitológicas“) des spanischen Autors Lope de Vega im Kontext der Literatur des „Siglo de Oro“. Ziel ist es, die spezifische Bearbeitung antiker Mythen in vier exemplarischen Werken zu analysieren, wobei die Forschungsfrage darauf fokussiert, wie Lope den antiken Stoff an die theatralen, soziokulturellen und politischen Bedingungen des 17. Jahrhunderts anpasst und inwiefern er dabei sein übliches dramatisches Schema variiert oder beibehält.
4.1.1. Antike Fassung des Mythos
Der Mythos des Adonis ist ursprünglich syrischer Herkunft, hielt jedoch schon früh via Hesiod Einzug in die abendländische Kultur und wurde in der Folge von einer Reihe weiterer Autoren wie Apolodor, Properz, Strabon und Servius thematisiert und weiterentwickelt. Der Mythos unterscheidet sich in den einzelnen Fassungen relativ stark, weist jedoch zumindest einige Komponenten auf, die immer übereinstimmen. So ist Adonis stets die Frucht einer inzestuösen Beziehung seiner Mutter Myrrha, die aufgrund der Intervention Venus in Liebe zu ihrem eigenen Vater Theias (bzw. in anderen Vesionen Kinyras) entbrannte. Nach der gängigsten Version gelang es Myrrha, mit Hilfe ihrer Hebamme ihren Vater zu täuschen und zwölf Nächte mit diesem zu verbringen.
In der zwölften Nacht erkannte der Vater jedoch seine Tochter und wollte diese daraufhin, rasend vor Wut, töten. Allerdings scheiterte das Vorhaben, da sich die Götter (oder in anderen Versionen sogar die Liebesgöttin Venus selbst) ihrer erbarmten und Myrrha in einen Myrrhebaum verwandelten. Zehn Monate später brach unter dessen Rinde der schöne Jüngling Adonis hervor, der unter Nymphen aufwuchs aber schon bald das Wohlgefallen der Göttinnen Venus und Proserpina erweckte und diese sich um dessen Gunst stritten. Juppiter (bzw. die Muse Kalliope in dessen Auftrag) schlichtete schließlich den Streit, indem er beiden Göttinnen Adonis je ein Drittel des Jahres zuordnete und das verbleibende Drittel Adonis zur freien Wahl stellte.
Dennoch endet die Geschichte in keiner Version glücklich, da Adonis auf der Jagd von einem wilden Eber tödlich verletzt wird. Darüber, wie es zu diesem Vorfall kommt, bietet nahezu jede Bearbeitung eine andere Erklärung, zumeist ist jedoch göttliche Eifersucht im Spiel. So wird Adonis Tod unter anderem Diana, Mars oder Apollo zugeschrieben, die entweder den Eber zur Tötung veranlassten oder sich sogar selbst in diesen verwandelten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz antiker Mythen in der Literatur ein und begründet die Auswahl der vier zu untersuchenden Stücke von Lope de Vega.
2. Der Mythos: Das Kapitel erläutert das theoretische Verständnis des Mythosbegriffs und dessen Wandel von der Antike bis zur Frühen Neuzeit.
3. Lope de Vega: Hier wird das umfangreiche Werk Lope de Vegas sowie die Charakteristika seiner Theaterdramaturgie dargelegt.
4. Das Stück Adonis y Venus: Die Analyse dieses ersten mythologischen Theaterstücks von Lope beleuchtet insbesondere die göttliche Strafe und die Rolle des Liebesgottes Cúpido.
5. Das Stück La fábula de Perseo: Dieses Kapitel widmet sich der Darstellung des Protagonisten Perseo, der Rolle des Goldes und den technischen Spezialeffekten des Stücks.
6. Das Stück El laberinto de Creta: Im Fokus stehen hier das Motiv des Verlassenwerdens, die Bedeutung der Ehre sowie die Beziehung zwischen Teseo und seinem Diener Fineo.
7. Das Stück El marido más firme: Die Untersuchung dieses Spätwerks behandelt die zentrale Rolle von Liebe und Eifersucht sowie das Motiv des Wahnsinns.
Lope de Vega, Siglo de Oro, Comedia mitológica, Griechisch-römische Mythologie, Ovid, Metamorphosen, Theaterwissenschaft, Dramaturgie, Ehre, Eifersucht, Didaktik, Rezeption, Antike, Barock, Literaturwissenschaft
Die Arbeit befasst sich mit den mythologischen Theaterstücken des spanischen Dramatikers Lope de Vega und analysiert, wie diese Werke antike Mythenstoffe in das barocke spanische Theater integrieren.
Im Zentrum stehen die Adaption mythologischer Inhalte, die Anwendung von Ehre- und Eifersuchtsmotiven, die Rolle der Götter sowie die strukturelle Anpassung der antiken Vorlagen an die „Comedia nueva“.
Es wird untersucht, wie Lope de Vega originär antike Mythen bearbeitet, welche dramaturgischen Freiheiten er sich nimmt und inwieweit die Stücke als moralisch-didaktische Instrumente innerhalb seines Kontextes funktionieren.
Die Arbeit ist eine textnahe, analytische Literaturuntersuchung, die einzelne Motive und Figurenentwicklungen vergleichend zwischen den Stücken und ihren klassischen Vorlagen analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu den vier Stücken „Adonis y Venus“, „La fábula de Perseo“, „El laberinto de Creta“ und „El marido más firme“, in denen jeweils spezifische Motive und Strukturmerkmale untersucht werden.
Wichtige Begriffe sind „Siglo de Oro“, „Comedia mitológica“, die „Justicia poetica“ als moralisches Prinzip sowie der Einfluss der ovidianischen „Metamorphosen“.
Sie dient dazu, das Handeln der Figuren moralisch zu bewerten und ein Ende zu begründen, bei dem Fehlverhalten (z.B. mangelnde Dankbarkeit) bestraft wird, um dem Publikum ein moralisch nachvollziehbares Weltbild zu vermitteln.
In den mythologischen Stücken agiert der „Gracioso“ häufig nicht nur als komische Kontrastfigur, sondern übernimmt mitunter die Rolle eines zeitgenössischen Kritikers oder Referenzpunkts, der moralische oder soziale Aspekte der Handlung kommentiert.
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