Diplomarbeit, 2009
102 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Angststörungen
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Prävalenz
2.3 Komorbidität
2.4 Dimensionen der Angst
2.5 Ätiologie
2.5.1 Lerntheoretische Modelle
2.5.1.1 Klassische Konditionierung
2.5.1.2 Operante Konditionierung
2.5.1.3 Lernen am Modell
2.5.2 Kognitive Theorien
2.5.2.1 Die Angsttheorie nach Lazarus
2.5.2.2 Die Angstkontrolltheorie nach Epstein
2.5.2.3 Kognitives Modell der Angst nach Beck und Emery
2.6 Klassifikation von Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen nach ICD-10
2.7 Ausgewählte Störungsbilder
2.7.1 Spezifische (isolierte) Phobie
2.7.2 Soziale Phobie
3 Psychologische Grundbedürfnisse
3.1 Das Grundprinzip der Konsistenzregulation
3.2 Klassifikation der psychologischen Grundbedürfnisse
3.2.1 Das Bindungsbedürfnis
3.2.2 Das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle
3.2.3 Das Bedürfnis nach Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung
3.2.4 Das Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung
3.3 Zusammenfassende Betrachtung
3.4 Der GBKJ
4 Angststörungen und psychologische Grundbedürfnisse
4.1 Angststörungen und Inkonsistenz
4.2 Angststörungen und Bindung
4.3 Angststörungen und Orientierung und Kontrolle
4.4 Angststörungen und Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung
4.5 Angststörungen und Lustgewinn und Unlustvermeidung
5 Bedeutung für die Soziale Arbeit
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse und der Entstehung kindlicher Angststörungen. Ziel ist es, durch die Zusammenführung theoretischer Erkenntnisse über Angststörungen und das Modell psychologischer Grundbedürfnisse nach Grawe, Anregungen für die Praxis der Sozialen Arbeit abzuleiten, um durch eine gezielte Bedürfnisbefriedigung zur Prävention beizutragen.
2.5.1.1 Klassische Konditionierung
Diese Theorie über das Erlernen von Verhaltensweisen wurde bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Pawlow entwickelt und stellt die Grundlage aller Lerntheorien dar. „Klassische Konditionierung ist ein Vorgang des assoziativen Lernens“ (Morschitzky 2004, S.302). Der Ansatz der klassischen Konditionierung geht davon aus, „dass ein ehemals neutrales Objekt oder eine neutrale Situation zum Auslöser einer Phobie werden kann, indem das Objekt oder die Situation mit einer Angst auslösenden Erfahrung gepaart wird“ (Zimbardo & Gerrig 2004, S. 673). Meermann und Okon (2006, S. 23) weisen jedoch darauf hin, dass der Prozess der klassischen Konditionierung zwar eine Angstreaktion auf ursprünglich neutrale Reize konditionieren kann, der Angstreflex an sich jedoch genetisch im Menschen verankert ist und nicht erst durch eine Konditionierung gebildet wird.
Bevor das Lernen erfolgt, liegen ein unkonditionierter Stimulus (UCS) und eine dadurch ausgelöste unkonditionierte Reaktion (UCR) vor. Das bedeutet, dass diese Reaktion nicht gelernt wurde, sondern intuitiv ausgelöst wird. Sie stellt also einen Reflex dar. Beim Prozess des Lernens wird nun ein neuer und an sich neutraler Stimulus (NS) mit dem unkonditionierten Stimulus gepaart, worauf die unkonditionierte Reaktion weiterhin gezeigt wird. Sie wurde erneut durch den unkonditionierten Reiz hervorgerufen. Nach einigen Wiederholungen des gleichzeitigen Vorhandenseins beider Stimuli kann eine Reaktion später auch dann hervorgerufen werden, wenn nur der ursprünglich neutrale Stimulus dargeboten wird. Er wird dann jedoch als konditionierter Stimulus (CS) bezeichnet, da das darauf folgende Verhalten dann auch keine neutrale Reaktion mehr darstellt, sondern eine konditionierte Reaktion (CR). Grawe (2004, S. 96) macht darauf aufmerksam, dass Angstreaktionen in Folge des eben beschriebenen Prozesses „ohne jede Beteiligung des Bewusstseins“ erworben werden können.
1 Einleitung: Stellt die Relevanz kindlicher Angststörungen dar und erläutert die Absicht, einen Zusammenhang zwischen Grundbedürfnissen und Angstentstehung aufzudecken.
2 Angststörungen: Bietet einen Überblick über Definitionen, Prävalenz, Ätiologie (u.a. lerntheoretische und kognitive Modelle) und Klassifikation von Angststörungen.
3 Psychologische Grundbedürfnisse: Erläutert das Modell von Grawe, das Grundprinzip der Konsistenzregulation und die vier psychologischen Grundbedürfnisse sowie das Diagnostikinstrument GBKJ.
4 Angststörungen und psychologische Grundbedürfnisse: Führt die Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel theoretisch zusammen, um den Zusammenhang zwischen Bedürfnisverletzungen und Angststörungen zu analysieren.
5 Bedeutung für die Soziale Arbeit: Überträgt die gewonnenen theoretischen Erkenntnisse in die Praxis der Sozialen Arbeit und formuliert Empfehlungen für den Umgang mit Kindern und Eltern.
6 Fazit: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Hypothese, dass Bedürfnisbefriedigung eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und Prävention von Angststörungen spielt.
Angststörungen, psychologische Grundbedürfnisse, Kindesalter, Grawe, Bindung, Kontrolle, Konsistenzregulation, soziale Phobie, spezifische Phobie, Prävention, Soziale Arbeit, Ätiologie, kognitive Modelle, Lerntheorie, Selbstwertschutz
Die Diplomarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen den psychologischen Grundbedürfnissen eines Menschen und der Entstehung von Angststörungen bei Kindern.
Die Arbeit fokussiert auf lerntheoretische und kognitive Modelle von Angst, das Modell der psychologischen Grundbedürfnisse nach Grawe sowie die praktischen Implikationen dieser Erkenntnisse für die Soziale Arbeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und wie eine mangelnde oder unverhältnismäßige Befriedigung der psychologischen Grundbedürfnisse zur Entstehung von kindlichen Angststörungen beitragen kann.
Es handelt sich um eine theoretische Abschlussarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Zusammenführung wissenschaftlicher Erkenntnisse (insbesondere von Grawe) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung von Angststörungen und Grundbedürfnissen sowie deren anschließende Verknüpfung im Hinblick auf Entstehungsursachen.
Angststörungen, Grundbedürfnisse, Bindung, Soziale Arbeit, Konsistenzregulation und Prävention.
Es wird als eines der zentralen Grundbedürfnisse identifiziert, wobei eine sichere Bindung als wesentlicher Schutzfaktor gegen die Ausbildung von Angststörungen fungiert.
Sozialarbeiter können Eltern dabei unterstützen, durch feinfühliges Erziehungsverhalten und die Förderung von positiven Kontrollerfahrungen die Grundbedürfnisse ihrer Kinder optimal zu befriedigen.
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