Masterarbeit, 2022
75 Seiten, Note: 8
A. Einleitung
I. Die Besteuerungsprobleme der Digitalwirtschaft
II. Überblick über das BEPS-Projekt und die Säule 1: Der einheitliche Ansatz ("Unified Approach")
1. Der Aktionspunkt 2013 und der erste Abschlussbericht 2015
2. Der Zwischenbericht 2018
3. Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahren 2019
4. Die Entwicklung des einheitlichen Ansatzes nach 2019
III. Forschungsfrage und Aufbau der Arbeit
B. Der einheitliche Ansatz ("Unified Approach")
I. Das neue Besteuerungsrecht der Marktstaaten
1. In-Scope Aktivitäten
2. Schwellenwerte und De-minimis-Ausnahme für Auslandsumsatz
3. Nexus - Regelung
4. Bestimmung der einem Marktstaat zugeordneten Umsätze (Revenue Sourcing Rules)
5. Bestimmung der Bemessungsgrundlage für Amount A
a) Der Konzernabschluss als Ausgangsbasis
b) Segmentierung
c) Verlustvortrag
6. Ermittlung und Allokation des Amount A
a) Die Formel
aa) 1. Schritt: Profitabilitätstest
bb) 2. Schritt: Ermittlung des Amount A
cc) 3. Schritt: Gewinnallokation an Marktstaaten
dd) Ansätze zur Umsetzung der Formel
b) Das Risiko der Doppelzählung („Double-Counting)
7. Vermeidung der Doppelbesteuerung für Amount A
a) Die Identifizierung der zahlenden Konzerngesellschaften
b) Methode zur Beseitigung der Doppelbesteuerung
II. Fixe Vergütung für bestimmte Basis – Marketing- und Vertriebsaktivitäten (sog. Amount B)
1. Anwendungsbereich
2. Berechnung des Amount B
3. Zusammenfassung
III. Verbesserte Prozesse der Steuersicherheit (Tax Certainty)
1. Steuersicherheit im Bezug des Amount A – Konzepts
a) Der Panel - Mechanismus
b) Early-Certainty-Prozess
aa) Der Validierungsprozess
bb) Review Panel
cc) Determination Panel
c) Ausblick des Early-Certainty-Prozesses
2. Steuersicherheit jenseits von Amount A
C. Kritische Analyse des einheitlichen Ansatzes
I. Probleme hinsichtlich der Anwendung des Amount A – Konzepts
1. Unklarheiten beim Anwendungsbereich
2. Problemen bezüglich der Segmentierung
3. Die Komplexität hinter Revenue Sourcing Rules
4. Problem bei der Ermittlung einheitlichen steuerlichen Bemessungsgrundlage
5. Unvereinbarkeit der Verteilung von Amount A und der Berücksichtigung des Marketing- und Distribution Safe Harbour
6. Offene Frage nach dem Paying Entities - Konzept
II. Probleme hinsichtlich der Steuersicherheit
III. Herausforderungen bei der Umsetzung des Unified Approach
D. Bewertung der Realisierbarkeit der Säule 1
E. Schlussbemerkung
Die Arbeit analysiert die Neuzuordnung der Besteuerungsrechte im Rahmen des „Pillar One Blueprint“ der OECD, um zu klären, wie Besteuerungszuständigkeiten zwischen Staaten in der digitalisierten Wirtschaft neu verteilt werden können und welche Hürden sowie Risiken – wie etwa Doppelbesteuerung oder mangelnde Steuersicherheit – diese Reform mit sich bringt.
Die Besteuerungsprobleme der Digitalwirtschaft
Das bisherige Zuordnungssystem der Besteuerungsrechte im internationalen Kontext legt zumeist die physische Präsenz im besteuernden Staat als zwingenden Anknüpfungspunkt für die Gewinnallokation und die damit verbundene Zuordnung der Besteuerungsrechte bei konkurrierender Steuerhoheit fest. Dabei ist die Ansässigkeit der Person, der Existenz einer Betriebsstätte und der Belegenheit unbeweglichen Vermögens maßgeblich. Als Ausnahme dieses Ansässigkeitsprinzips gilt die Besteuerung der Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren, da in diesen Fällen die Besteuerung am Ort der jeweiligen Einkunftsquellen erfolgt. Bei der Besteuerung eines multinationalen Unternehmens gewährt der Fremdvergleichsgrundsatz die faire Verteilung der Gewinne aus konzerninterne Transaktionen entsprechend dem Marktgedanken zwischen Tochterunternehmen, die in verschiedenen Staaten ansässig sind.
Aufgrund der schnellen Entwicklung der digitalen Wirtschaft ist es heutzutage für die Unternehmen möglich, auch ohne physische Präsenz am Wirtschaftsleben eines Marktstaates teilzunehmen und dadurch Umsätze zu generieren. Unter Marktstaat ist der Staat zu verstehen, in dem Unternehmen Gewinne erzielen, ohne dort eine steuerpflichtige Präsenz zu haben. Dieser Marktstaat hat jedoch kein Besteuerungsrecht für diese Umsätze, da die Voraussetzung für die Begründung eines Besteuerungsrechts wegen der fehlenden physischen Präsenz nicht erfüllt ist. Der Ort, bei dem die Besteuerung erfolgt, kann somit vom Ort der eigentlichen wirtschaftlichen Tätigkeit abweichen. Dadurch entsteht auch die Gefahr einer Gewinnverlagerung, indem das Unternehmen nur in den Niedrigsteuerländer "ansässig" ist und seine operativen Geschäftstätigkeiten aber weltweit durch das Internet oder anderen digitalen Instrumenten durchgeführt werden. Im Ergebnis könnte der Staat Milliarden Euro verlieren. Es bedarf somit einer Neuverteilungsregeln der Besteuerungsrechte in der digitalen Wirtschaft.
A. Einleitung: Erläutert die grundlegenden Probleme der Besteuerung in einer digitalisierten Wirtschaft, in der physische Präsenz nicht mehr zwingend für die Gewinnerzielung erforderlich ist.
B. Der einheitliche Ansatz ("Unified Approach"): Detailliert die drei Kernelemente des Vorschlags: das neue Besteuerungsrecht (Amount A), die fixe Vergütung für Marketing- und Vertriebsaktivitäten (Amount B) und Prozesse zur Steuersicherheit.
C. Kritische Analyse des einheitlichen Ansatzes: Beleuchtet die Anwendungs- und Umsetzungsschwierigkeiten, insbesondere die Komplexität der Segmentierung, der "Revenue Sourcing Rules" und der Steuerkonfliktlösung.
D. Bewertung der Realisierbarkeit der Säule 1: Führt eine abschließende Einschätzung durch, ob die Reformziele unter Berücksichtigung der komplexen internationalen Abstimmungserfordernisse praktisch umsetzbar sind.
E. Schlussbemerkung: Fasst das Ergebnis zusammen, dass der Pillar One zwar einen bedeutenden Reformansatz darstellt, dessen erfolgreiche Umsetzung jedoch von einer intensiven und problematischen Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten abhängt.
Pillar One, BEPS-Projekt, Besteuerungsrecht, Digitalwirtschaft, Marktstaat, Amount A, Amount B, Gewinnallokation, Steuervermeidung, Nexus-Regelung, Fremdvergleichsgrundsatz, Steuersicherheit, Revenue Sourcing Rules, Konzernabschluss, Doppelbesteuerung.
Die Arbeit untersucht die durch die OECD im Rahmen von "Pillar One" vorgeschlagene Neuverteilung der Besteuerungsrechte, um den Herausforderungen der Digitalwirtschaft zu begegnen.
Zentrale Felder sind die Definition von Marktstaaten, Konzepte zur Gewinnallokation (Amount A und B), Fragen der Segmentierung sowie Prozesse zur Erhöhung der Steuersicherheit.
Das Ziel ist es, die Zielrichtung und die praktische Realisierbarkeit des "Pillar One Blueprint" zu bewerten und die durch die Reform aufgeworfenen Streitfragen aufzuzeigen.
Es handelt sich primär um eine literaturgestützte juristische Analyse, die verschiedene OECD-Berichte, Fachbeiträge und Kommentare kritisch bewertet.
Der Hauptteil analysiert detailliert die steuerliche Neuerung durch Amount A und B, die Anwendungsvoraussetzungen, die Berechnungsformeln und die Mechanismen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung.
Zu den prägenden Begriffen gehören "Pillar One", "Unified Approach", "Amount A", "Amount B", "Nexus-Regelung" sowie "Steuersicherheit".
In der digitalen Wirtschaft können Unternehmen weltweit Umsätze erzielen, ohne im Marktstaat eine physische Betriebsstätte zu unterhalten, was nach bisherigem Recht oft zu einer fehlenden Besteuerungsbefugnis führt.
Amount B dient primär der administrativen Vereinfachung, indem er eine fixe Vergütung für routinemäßige Marketing- und Vertriebsaktivitäten im Bereich der Verrechnungspreise festlegt.
Die Regeln erfordern eine enorme Datenmenge und Dokumentationspflichten, die nach Ansicht des Autors einen unverhältnismäßigen Aufwand darstellen, insbesondere bei der Abgrenzung zwischen den Staaten.
Der Autor äußert sich skeptisch und hält die Realisierung der Säule 1 in der näheren Zukunft aufgrund der hohen Komplexität und der politischen Hürden für unwahrscheinlich.
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