Diplomarbeit, 2009
65 Seiten, Note: 1,0
1 Abgrenzung der Themenstellung
1.1 Hintergrund und Fragestellung der Arbeit
1.2 Zielsetzung und Gliederung der Untersuchung
1.3 Einordnung und Aktualität der Fragestellung
2 Vorklärung des Betrachtungsgegenstands
2.1 Die internationale Unternehmung
2.2 Die Tochtergesellschaft
2.3 Integration und Differenzierung
2.4 Strategie und Rolle
3 Die vor-globale Sicht: Integration oder Differenzierung
3.1 Die „UN Model“- und „Headquarter“-Syndrome
3.2 Die ethno- oder polyzentrische Einstellung des Managements
3.3 Vor-globale Organisationsmodelle
3.4 Die Principal-Agent-Struktur der Mutter-Tochter-Beziehung
3.5 Steuerung und Kontrolle der Tochtergesellschaften
4 Die globale Sicht: Integration und Differenzierung
4.1 Die Globalisierung der Märkte
4.2 Die Globalisierung des Wettbewerbs
4.3 Integration, Responsiveness und Learning
5 Neue Organisationsformen als Basis der Rollenindividualisierung
5.1 Das internationale Wertschöpfungsmanagement
5.2 Netzwerkorganisation der multinationalen Unternehmung
5.3 Die geozentrische Einstellung des Managements
5.4 Koordination durch „shared values“
5.5 Die Tochtergesellschaft in der resource-based view
5.6 Zusammenfassung der wesentlichen Merkmale und Unterschiede der globalen und vor-globalen Sicht
6 Aspekte der strategischen Rolle von Tochtergesellschaften
6.1 Erweiterte Beschreibung der Tochtergesellschaft
6.2 Merkmale der strategischen Rolle
6.3 Die Bedeutung des lokalen Managers
6.4 Erwerb der strategischen Rolle
6.5 Lebenszyklus der strategischen Rolle
7 Ausgewählte strategische Rollen
7.1 Integration und Differenzierung: Regional Headquarter
7.2 Need for learning: Center of Excellence
8 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Wandel der Rolle ausländischer Tochtergesellschaften von reinen operativen Einheiten hin zu strategischen Akteuren in einem globalen Unternehmensnetzwerk. Dabei wird erforscht, wie multinationale Unternehmungen die Herausforderungen von globaler Integration und lokaler Differenzierung bewältigen und welche Voraussetzungen für den Erwerb strategischer Rollen erforderlich sind.
6.1 Erweiterte Beschreibung der Tochtergesellschaft
Eine ausländische Tochtergesellschaft ist eine rechtlich selbstständige, aber in der wirtschaftlichen Verfügungsgewalt stehende Einheit, deren materielle Basis im Einsatz ausländischer Direktinvestitionen besteht, die aus verschiedenen Motiven des „market-, ressource-, efficiency- oder strategic asset-seeking“ getätigt werden. Damit stellt sie die eigentums-basierte Alternative „Markt“ dar. Im Wertschöpfungssystem des Unternehmens bildet sie eine value adding entity, die differenzierte Beiträge zur Leistungserstellung des Unternehmens erbringt. Als interdependent entity ist sie im weltweit konfigurierten Netzwerk des Unternehmens mit anderen Einheiten durch unterschiedliche Grade von Interdependenzen verbunden. Gleichzeitig ist sie eingebettet in externe lokale Netzwerke. Durch ihren Besitz spezifischer „intangible resources“, insbesondere ihrer capabilities und competencies kann sie die „firm-specific advantages“ vergrößern und zur Quelle von „competitive advantages“ werden. Im Druckverhältnis der „twin pressures“ von globaler Integration und lokaler Flexibilität fällt ihr in der Regel die Verantwortung für local responsiveness zu, die sie aber zu einer regionalen oder globalen Integrationsverantwortung erweitern kann, wenn sie zentrale strategische Rollen im Wertschöpfungsnetzwerk des Unternehmens übernimmt. Ihre Koordination erfolgt im steigendem Maße durch das unternehmensweite System von shared values, das in Ergänzung zu formalen Koordinationsmitteln das persönliche „Commitment“ stärkt.
1 Abgrenzung der Themenstellung: Die Arbeit führt in den historischen Wandel der Rolle von Tochtergesellschaften ein und definiert das Ziel, die Merkmale strategischer Rollen anhand ausgewählter Beispiele zu erläutern.
2 Vorklärung des Betrachtungsgegenstands: Es werden die zentralen Begriffe „Internationale Unternehmung“, „Tochtergesellschaft“, „Integration/Differenzierung“ sowie „Strategie und Rolle“ definiert und theoretisch eingeordnet.
3 Die vor-globale Sicht: Integration oder Differenzierung: Dieses Kapitel analysiert das traditionelle, hierarchisch-zentralistische Verständnis von Auslandseinheiten, das durch eine strikte Unterordnung unter das Stammhaus geprägt war.
4 Die globale Sicht: Integration und Differenzierung: Hier wird der Paradigmenwechsel durch die Globalisierung von Märkten und Wettbewerb beschrieben, der Unternehmen zu neuen Ansätzen zwingt.
5 Neue Organisationsformen als Basis der Rollenindividualisierung: Der Fokus liegt auf der Netzwerkorganisation und dem internationalen Wertschöpfungsmanagement, die eine differenziertere Rollenverteilung ermöglichen.
6 Aspekte der strategischen Rolle von Tochtergesellschaften: Dieses Kapitel definiert die erweiterte Rolle der Tochtergesellschaft und untersucht die Merkmale und den Erwerb strategischer Rollen sowie die Rolle des lokalen Managers.
7 Ausgewählte strategische Rollen: Anhand der Beispiele „Regional Headquarter“ und „Center of Excellence“ werden konkrete strategische Ausprägungen und deren Lebenszyklen vertieft.
8 Fazit und Ausblick: Die Arbeit resümiert den Wandel zu einem differenzierten System individueller Rollen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe zur Kompetenzentwicklung.
Internationale Unternehmung, Tochtergesellschaft, Integration, Differenzierung, Strategische Rolle, Globalisierung, Netzwerkorganisation, Wertschöpfungsmanagement, Foreign Subsidiary Management, Regional Headquarter, Center of Excellence, Responsiveness, Capabilities, Kompetenzentwicklung, Local Manager
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Bedeutungswandel von Tochtergesellschaften innerhalb multinationaler Unternehmen im Zuge der zunehmenden Globalisierung.
Die zentralen Felder umfassen das Spannungsfeld zwischen Integration und Differenzierung, das internationale Wertschöpfungsmanagement sowie die strategische Positionierung von Auslandseinheiten.
Ziel ist es, den Perspektivenwechsel vom „verlängerten Arm“ der Zentrale hin zur strategisch agierenden Einheit nachzuzeichnen und die Merkmale strategischer Rollen zu definieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Management-Theorien und Rollentypologien.
Der Hauptteil analysiert sowohl das vor-globale als auch das globale Verständnis der Unternehmensführung und leitet daraus die Voraussetzungen für moderne Organisationsformen ab.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Konzepte wie „Network Organisation“, „Foreign Subsidiary Management“, „Regional Headquarter“ und „Center of Excellence“ geprägt.
Ein Center of Excellence zeichnet sich durch überlegene Fähigkeiten (capabilities) aus, die nicht nur lokal genutzt, sondern im gesamten globalen Unternehmensnetzwerk verbreitet werden.
Der lokale Manager agiert als „Entrepreneur“ und Bindeglied, der die legitime Rolle der Tochtergesellschaft nach innen und außen sichert und aktiv an der Unternehmensstrategie mitwirkt.
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