Magisterarbeit, 2005
125 Seiten, Note: 1,15
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 Relevanz: ein subjektiver Begriff kultureller Prägung
3 Keine Massendemokratie ohne Massenmedium
4 Defätistische Nachrichtenkritik
4.1 Unterhaltung – die amüsante Bedrohung?
4.1.1 Vom Wesen der Unterhaltung: ein Definitionsversuch
4.1.2 Unterhaltungsstrategien: wie Nachrichtenangebote Zuschauer bzw. Leser gewinnen wollen
4.1.3 Unterhaltsame Nachrichten: verteufeln oder gutheißen?
4.2 Symbolische Politik: Surrogat für relevante Information?
4.2.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen I: funktionale Differenzierung
4.2.2 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen II: Interpenetration der Systeme Politik und Journalismus
4.2.3 Charakteristika symbolischer Politik
4.2.4 Symbolische Politik: verteufeln oder gutheißen?
4.3 Zwischenfazit: Kritik defätistischer Nachrichtenkritik
5 Relevanzanalyse: Süddeutsche Zeitung und Tagesschau
5.1 Zur wissenschaftlichen Seriosität von Relevanzmessungen
5.2 Untersuchungsdesign
5.2.1 Methode: Inhaltsanalyse
5.2.2 Eingrenzung: Politikebene, Medienauswahl, Messzeitpunkte
5.2.3 Externe und interne Relevanz
5.2.4 Operationalisierung
5.2.4.1 Externe Relevanz
5.2.4.2 Interne Relevanz
5.3 Datenauswertung
5.3.1 Die Relevanz bundespolitischer Nachrichten im diachronen Vergleich (1983 vs. 2003)
5.3.1.1 Externe Relevanz
5.3.1.2 Interne Relevanz
5.3.1.3 Analyseergebnis I: keine Bestätigung der Hypothese sinkender Nachrichtenrelevanz
5.3.2 Intermedialer Vergleich der Relevanzentwicklung (Süddeutsche Zeitung vs. Tagesschau)
5.3.2.1 Externe Relevanz
5.3.2.2 Interne Relevanz
5.3.2.3 Analyseergebnis II: Entwicklung der Nachrichtenrelevanz kaum durch medienspezifische Unterschiede geprägt
6 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die These eines sinkenden Relevanzniveaus in der politischen Berichterstattung, um zu prüfen, ob die Legitimität der deutschen Demokratie durch eine zunehmende Banalisierung und Inszenierung von Inhalten gefährdet ist.
4.1 Unterhaltung – die amüsante Bedrohung?
Wer heute an Massenmedien und Unterhaltung denkt, assoziiert mit diesen Begriffen unwillkürlich zahllose Soap Operas, Actionfilme, Zeichentrickserien und Talkshows, denn zweifellos dominiert das Fernsehen gegenwärtig den Markt medialer Zerstreuungsangebote. Dass Massenmedien Inhalte verbreiten, die auf Unterhaltung abzielen, ist jedoch kein neues Phänomen. Beispielsweise erfüllte die Vielzahl der im 18. und 19. Jahrhundert entstandenen Ritter-, Räuber- und Schauerromane, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, nur einen einzigen Zweck – ihr Publikum zu unterhalten. Eine ebenso lange Tradition wie die Produktion massenmedialer Unterhaltungsangebote besitzen die Warnungen vor möglichen Rezeptionsfolgen. So kursierte bereits im 18. und 19. Jahrhundert die Sorge, die Lektüre fiktionaler Texte (Romane) könne bei Lesern, insbesondere bei Leserinnen, zu Realitätsverlust und Sittenverfall führen (vgl. Schlimmer 2001: 53-58).
Dass die Skepsis gegenüber unterhaltsamen Medienprodukten auch in der Gegenwart überaus groß ist, spiegelt sich wohl nirgends deutlicher wider als in Neil Postmans Fernsehkritik „Amusing Ourselves to Death”. Der US-amerikanische Medien- und Kulturkritiker betrachtet das Fernsehen als ein Medium, das aufgrund seiner technischen Disposition ausschließlich Entertainment betreiben könne.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Debatte um sinkende Relevanz politischer Berichterstattung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor.
2 Relevanz: ein subjektiver Begriff kultureller Prägung: Dieses Kapitel definiert Relevanz als relationalen und subjektiven Begriff, der stark durch kollektives Wissen und kulturelle Rahmenbedingungen geprägt ist.
3 Keine Massendemokratie ohne Massenmedium: Das Kapitel erläutert die demokratietheoretische Notwendigkeit von Massenmedien für die Vermittlung politischer Informationen in modernen Gesellschaften.
4 Defätistische Nachrichtenkritik: Hier werden die theoretischen Ansätze der Nachrichtenkritik, insbesondere Unterhaltung und symbolische Politik, detailliert diskutiert.
5 Relevanzanalyse: Süddeutsche Zeitung und Tagesschau: Dieser empirische Teil beschreibt das Untersuchungsdesign der Inhaltsanalyse und wertet die Daten der Jahre 1983 und 2003 aus.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Studie zusammen und verwirft die Hypothese eines massiven Relevanzverlustes der untersuchten Medien.
Politische Berichterstattung, Relevanz, Journalismus, Inhaltsanalyse, Demokratie, Unterhaltung, Symbolische Politik, Mediatisierung, Nachrichtenwert, Qualität, Systemtheorie, Öffentlichkeit, Nachrichtenrelevanz, Boulevardisierung, Infotainment.
Die Arbeit untersucht, ob die in der Fachwelt oft geäußerte Sorge um eine sinkende Relevanz der politischen Berichterstattung in Deutschland empirisch begründbar ist.
Die zentralen Felder sind die Definition von Relevanz, die Kritik an Unterhaltung und symbolischer Politik sowie der empirische Nachweis von Inhalten in Zeitungen und Fernsehen.
Das Ziel ist ein diachroner Vergleich der Relevanz politischer Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung und der Tagesschau über einen Zeitraum von 20 Jahren.
Der Autor verwendet eine quantitative Inhaltsanalyse mit mindestens zwei Messzeitpunkten (1983 und 2003), um die Relevanz der Inhalte direkt zu operationalisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Relevanzbegriffs und der Defizite der Nachrichtenkritik sowie eine ausführliche empirische Fallstudie.
Wichtige Begriffe sind Nachrichtenrelevanz, Politische Kommunikation, Medien- und Demokratietheorie sowie empirische Inhaltsanalyse.
Der Autor argumentiert, dass symbolische Politik nicht pauschal als negativ zu werten ist, da sie auch komplexe Sachverhalte vereinfacht und zur Aufmerksamkeitsproduktion beitragen kann.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Relevanz der bundespolitischen Berichterstattung der untersuchten Medien über den Vergleichszeitraum hinweg konstant geblieben ist.
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