Diplomarbeit, 2009
87 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. ZUSAMMENHANG VON UMWELT UND ENTWICKLUNG
2.1 Theorie öffentlicher Güter und externer Effekte
2.2 Bisherige Entwicklung internationaler Vereinbarungen
2.3 Konzepte der Armut
2.3.1 Relative und absolute Armut
2.3.2 Dimensionen der Armut
2.3.3 Vulnerabilität
2.4 Messung von Umweltverschmutzung und Umweltschutz
2.5 Theoretische Überlegungen zu den Zusammenhängen
2.5.1 Wachstum schafft Umweltverschmutzung
2.5.2 Positive Korrelation von Armut und Umweltverschmutzung
2.5.3 Umwelt Kuznets Kurve
3. KONSEQUENZEN DER UMWELTSCHÄDEN
3.1 Lokale Existenzbedrohung durch Umweltschäden
3.1.1 Bodendegradation
3.1.2 Wasserverknappung
3.1.3 Luftverschmutzung
3.1.4 Verlust von Biodiversität
3.2 Internationale, globale Konsequenzen
3.2.1 Meeresspiegelanstieg
3.2.2 Veränderte Niederschlagsbedingungen
3.2.3 Extreme Wetterereignisse
3.2.4 Veränderung maritimer Systeme
4. DURCH ARMUT VERURSACHTE UMWELTSCHÄDEN
4.1 Mikroebene
4.1.1 Missmanagement von Agrarflächen
4.1.2 Wassermissmanagement
4.1.3 Wilderei und Holzraub
4.2 Makroebene
4.2.1 Marktversagen
4.2.2 Fehlende rechtliche Rahmenbedingungen
4.2.3 Falsche Anreize und unwissende Behörden
4.2.4 Korruption
5. ARMUTSBEKÄMPFUNG UND UMWELTSCHUTZ
5.1 Konzepte und Maßnahmen
5.1.1 Ressourcensicherung
5.1.2 Förderung von Bildung und Technologie
5.1.3 Kooperation und Partizipation
5.1.4 Kompensation
5.2 Chancen und Risiken von Umweltstandards
5.2.1 Umweltstandards
5.2.2 Risiken
5.2.3 Chancen
5.2.4 Instrumente zur Durchsetzung von Umweltstandards
5.3 Green Labels
5.3.1 Definition
5.3.2 Funktion
5.3.3 Bestehende Green Labels
5.3.4 Potentiale von Green Labels
6. FAZIT
Die Arbeit analysiert die Potentiale von globalen Umweltstandards im Kontext der Armutsbekämpfung. Dabei wird untersucht, inwieweit ökologische Nachhaltigkeit und ökonomische Entwicklung vereinbar sind, wobei insbesondere die Chancen und Risiken für Entwicklungsländer sowie die Rolle von Green Labels als steuerndes Instrument im Vordergrund stehen.
3.1.2 Wasserverknappung
Wasser bedeckt zwar 71 Prozent der Erdoberfläche und steht scheinbar reichlich zur Verfügung, doch sind davon nur circa 2,5 Prozent Süßwasser, welches zum Bewässern oder als Trinkwasser zu gebrauchen ist. Die Messung von Wasserverfügbarkeit wird nicht in absoluter Menge, sondern üblicherweise in der Verfügbarkeit jährlich erneuerbarer Süßwasserressourcen vorgenommen. Ähnlich der weltweiten Verteilung fruchtbarer Böden, sind die globalen Trinkwasserreservoirs aber sehr ungleich verteilt. Arme Länder und Menschen haben oft eine sehr schlechte Grundausstattung mit Trink- bzw. Süßwasser.
So gab es im Jahr 2002 immer noch über eine Milliarde Menschen auf der Welt, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hatten. Davon lebte ein Großteil in den als arm identifizierten Regionen: Sub-Sahara Afrika (ca. 290 Mio.), Südasien (ca. 230 Mio.) und Ostasien (ca. 300 Mio.).
Hier stellen das Absinken des Grundwasserspiegels, das Austrocknen von natürlichen Wasservorräten und die Verunreinigung von Süßwasser Faktoren dar, die besonders für arme Bevölkerungsteile eine Bedrohung der Wasserversorgung bedeuten. Die Armen sind besonders von der Verknappung des sauberen Wassers betroffen, weil sie in vielen Regionen nicht über Zugang zur Infrastruktur verfügen. So steigen die Preise für Wasser in Gebieten ohne Anschluss an ein Wasserleitungsnetz überproportional an. In Manila zum Beispiel zahlen Konsumenten mit Wasserhausanschluss nur etwa 5 $ im Monat. Die Armen hingegen, die nicht über eine Wasserleitung verfügen, zahlen bis zu 15 $ im Monat, also etwa das Dreifache.
Die Kosten für Wasser werden zudem auch von den Opportunitätskosten bestimmt. Durch Verschmutzung und Versiegen von Quellen und Brunnen müssen immer weitere Strecken zurückgelegt werden. Mit der Zeit, die benötigt wird, um Trinkwasser zu bekommen, sinkt die Möglichkeit, anderweitig Geld zu verdienen und die Opportunitätskosten steigen. Unzureichende oder unerschwingliche Versorgung mit sauberem Wasser stellt in vielerlei Hinsicht ein Problem für arme Menschen dar.
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Potentiale von Umweltstandards zur Verknüpfung von Armutsbekämpfung und Umweltschutz zu untersuchen.
2. Zusammenhang von Umwelt und Entwicklung: Legt die theoretischen Grundlagen dar, einschließlich öffentlicher Güter, Armutskonzepten und der Umwelt Kuznets Kurve.
3. KONSEQUENZEN DER UMWELTSCHÄDEN: Analysiert, wie lokale und globale Umweltfaktoren direkt die Armut durch Ressourcenverlust und Gesundheitsrisiken verschärfen.
4. DURCH ARMUT VERURSACHTE UMWELTSCHÄDEN: Untersucht die Kausalitäten, warum arme Haushalte und staatliche Institutionen oft gezwungen sind, natürliche Ressourcen über ihre Grenzen hinaus auszubeuten.
5. ARMUTSBEKÄMPFUNG UND UMWELTSCHUTZ: Stellt Maßnahmen wie Ressourcensicherung, Bildung und den Einsatz von Green Labels als Lösungsansätze für das Dilemma vor.
6. FAZIT: Führt die Analyse zusammen und betont, dass Umweltstandards bei richtiger Ausgestaltung große Chancen für eine nachhaltige globale Entwicklung bieten.
Armutsbekämpfung, Umweltschutz, Umweltstandards, Green Labels, Nachhaltigkeit, Entwicklungsländer, Ressourcenmanagement, Marktversagen, Biodiversität, Vulnerabilität, Bodendegradation, Wasserverknappung, Ökologische Zertifikate, Armutsfalle, Klimawandel
Die Arbeit befasst sich mit der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen Armut und Umweltzerstörung und analysiert, wie durch Umweltstandards und Green Labels Synergien für eine nachhaltige Entwicklung geschaffen werden können.
Die zentralen Felder umfassen die ökonomische Theorie öffentlicher Güter, die Messung von Armut, die Auswirkungen von Umweltschäden (z.B. Bodendegradation) auf die ärmere Bevölkerung und die Rolle institutioneller Rahmenbedingungen.
Das Ziel ist es, Potentiale von Umweltstandards zu bewerten, um Armutsbekämpfung und Umweltschutz als eine Einheit zu betrachten und Lösungswege aus der Abwärtsspirale von Armut und Naturzerstörung aufzuzeigen.
Es erfolgt eine theoretische Herleitung auf Basis wohlfahrtsökonomischer Konzepte, ergänzt durch die Analyse empirischer Zusammenhänge und die Diskussion politischer Instrumente zur Durchsetzung von Umweltstandards.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Auswirkungen der Umwelt auf die Armen sowie die Analyse der verursachenden Faktoren für umweltschädigendes Verhalten seitens der Armen und der Institutionen.
Besonders prägend sind Armutsfalle, Green Labels, nachhaltige Entwicklung, Marktversagen und die Wechselwirkung zwischen ökologischem Zustand und ökonomischer Lebensgrundlage.
Green Labels können den Armen helfen, durch nachhaltige Produktionsweisen höhere Erlöse zu erzielen, da sie den Marktzugang zu umweltbewussten Konsumenten in Industrieländern ermöglichen.
Korruption in Entwicklungsländern führt dazu, dass Ressourcen trotz bestehender Umweltstandards ausgebeutet werden, da persönliche Bereicherung und fehlende Kontrollen den Umweltschutz untergraben.
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