Diplomarbeit, 2008
107 Seiten, Note: 1,3
Einleitung, Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1. Professionalität Sozialer Arbeit und die Begrifflichkeiten von Qualitätsmanagement
1.1 Professionalität Sozialer Arbeit
1.2 Der Qualitätsbegriff
1.2.1 Qualität
1.2.2 Qualitätsmanagement und Total Quality Management
1.2.2.1 Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung
1.2.2.2 Qualitäts- und Wirksamkeitsdialog
1.3 Verfahren und Methoden des Qualitätsmanagements
1.3.1 DIN EN ISO 9000 ff.
1.3.2 European Foundation for Quality Management (EFQM)
1.3.3 Benchmarking
1.3.4 Selbstevaluation
1.3.5 Chancen und Risiken der Qualitätsmanagement-Modelle für die Professionalisierung Sozialer Arbeit
2. Organisation der örtlichen Sozialverwaltung – die Grundzüge des Outputorientierten Neuen Steuerungsmodells
2.1 Grundzüge des Outputorientierten Neuen Steuerungsmodells
2.2 Outputorientierte Steuerung in der Jugendhilfe
2.2.1 Jugendhilfe als Dienstleistung
2.2.1.1 Produkte in der Jugendhilfe
2.2.1.2 Leistungen in der Jugendhilfe
2.2.2 Bausteine eines kommunalen Qualitäts- und Wirksamkeitsdialoges
2.2.2.1 Einrichtungsebenen
2.2.2.2 Dialogebenen
2.2.2.3 Kommunale Ebenen
3. Qualitätssicherung in der Heimerziehung
3.1 Veränderungen der Heimerziehung
3.2 Heimerziehung als Ort der Qualitätssicherung
3.2.1 Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Qualitätssicherung
3.2.1.1 Zielorientierung über Qualitätskriterien
3.2.1.2 Sozialisationsauftrag der Heimerziehung
3.2.1.3 Multiperspektivität und Kundenorientierung
3.2.1.4 Abgrenzungen der Definition von Qualität
3.2.1.5 Qualitätsdimensionen
3.2.1.6 Hilfeplanung als Steuerungsinstrument
4. Stress- und Burnout-Management als Aspekt der Personalentwicklung
4.1 Steigende Anforderungen im Heimbereich
4.2 Ergebnis: Burnout-Syndrom
4.3 Reaktion und Chance: Stress- und Burnout-Management
5. Zusammenfassung, Kritik und Ausblick
5.1 Zusammenfassung und Kritik
5.2 Ausblick für die Jugendhilfe und Heimerziehung
5.3 Betriebliche Sozialarbeit
5.3.1 Stress und Burnout als Gegenstand betrieblicher präventiver Sozialarbeit
5.3.1.1 Startphase: Erwerb des Projektauftrages
5.3.1.2 Definitionsphase: Projektdefinition mit Projektziel
5.3.1.3 Planungsphase: Erarbeitung der Methoden
5.4 Helfer für Helfer
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Qualitätssicherungsdebatte in der Jugendhilfe auseinander, wobei der Schwerpunkt auf der Heimerziehung liegt. Ziel ist es, die Gründe für die langjährige Debatte aufzuzeigen und dabei Schwierigkeiten, Möglichkeiten sowie Lösungsansätze zu formulieren, um zu hinterfragen, ob Soziale Arbeit lediglich als Marionette des aktivierenden Sozialstaates fungiert oder professionell agieren kann.
1.2.1 Qualität
Der Begriff „Qualität“ stammt aus dem Mittelalter, hat seinen Ursprung im Lateinischen („qualis“ = wie beschaffen) und beschreibt die Beschaffenheit, Güte oder den Wert eines Objektes. Ebenso alt sind die Diskussionen um den Begriff.
Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) beschreibt Qualität als „die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Leistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung gegebener Erfordernisse bezieht“. Qualität meint also die Erfüllung geforderter Eigenschaften im Sinne einer gebrauchstauglichen Hochwertigkeit (amerikanisch: „fitness for use“).
D. A. Garvin unterscheidet bei der Beschreibung von Qualität: • den transzendenten Ansatz: Beschreibt Qualität als etwas „Einzigartiges und Absolutes“, welches aufgrund des eigenen Erfahrungswertes empfunden, aber nicht präzise definiert wird. • den produktbezogenen Ansatz: Beschreibt Qualität als messbare Eigenschaft eines Produktes. Qualitätsunterschiede sind messbar und in diesem Fall Differenzen von Eigenschaften. • den anwendungsbezogenen Ansatz: Beschreibt Qualität als einen Prozess der Leistungserbringung. • den konstruktiven, bzw. anwenderbezogenen Ansatz: Beschreibt Qualität als „Erfüllung von Kundenanforderungen“. • den wertbezogenen Ansatz: Beschreibt Qualität in Beziehung zum Preis für die Leistungserbringung. Qualität ist dann gegeben, wenn das Preis- Leistungs-Verhältnis stimmt.
In der betriebswirtschaftlichen Literatur findet sich schwerpunktmäßig der konstruktivistische Ansatz von Garvin wieder, welcher Qualität als Fähigkeit beschreibt, festgelegte und vorausgesetzte Kundenanforderungen (die Erwartung an eine Leistung) in Übereinstimmung mit der tatsächlich erbrachten Dienstleistung zu bringen. Qualität wird heute also in direkten Zusammenhang mit der subjektiven Wahrnehmung des Kunden (Urteil, Zufriedenheit) gebracht, welche sich nur in „relativen Merkmalen“ ausdrücken lässt. Qualität ist als die Relation zwischen einem Ist- (Realität) und einem Soll-Zustand (geforderte Beschaffenheit) zu verstehen.
Einleitung, Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit: Die Autorin legt ihre Motivation und den Kontext dar und erläutert die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext des aktivierenden Sozialstaats.
1. Professionalität Sozialer Arbeit und die Begrifflichkeiten von Qualitätsmanagement: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Profession und Professionalisierung und untersucht die Übertragung industrieller Qualitätsmanagement-Modelle auf die Soziale Arbeit.
2. Organisation der örtlichen Sozialverwaltung – die Grundzüge des Outputorientierten Neuen Steuerungsmodells: Der historische Paradigmenwechsel in der Sozialverwaltung hin zu ökonomisch orientierten Steuerungsmodellen wird analysiert.
3. Qualitätssicherung in der Heimerziehung: Die Anwendung von Qualitätssicherungsinstrumenten in der stationären Jugendhilfe wird kritisch beleuchtet und die spezifischen Herausforderungen bei der Zieldefinition diskutiert.
4. Stress- und Burnout-Management als Aspekt der Personalentwicklung: Die Autorin analysiert die Folgen steigender Anforderungen an das Fachpersonal und diskutiert Präventionsstrategien im Sinne einer professionellen Personalentwicklung.
5. Zusammenfassung, Kritik und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Vereinbarkeit von betriebswirtschaftlicher Steuerung und pädagogischer Professionalität sowie einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Qualitätsmanagement, Jugendhilfe, Heimerziehung, Neues Steuerungsmodell, Professionalität, Qualitätssicherung, Outputorientierung, Stress-Management, Burnout-Syndrom, Personalentwicklung, Soziale Arbeit, Selbstevaluation, Hilfeplanung, Sozialstaat, Wirkungsanalyse.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Einführung betriebswirtschaftlicher Steuerungsmodelle („Neue Steuerung“) auf die Qualitätssicherung und die professionelle Arbeit in der stationären Jugendhilfe, insbesondere der Heimerziehung, auswirkt.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Spannungsfeld zwischen der Effizienzorientierung des „aktivierenden Sozialstaats“ und der pädagogischen Notwendigkeit einer individuellen, qualitätsgeleiteten Arbeit sowie dem Umgang mit steigendem Leistungsdruck beim Personal.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit es der Profession gelingt, innerhalb der Qualitätssicherungsdebatte aktiv zu handeln, statt nur auf ökonomische Zwänge zu reagieren, und ob Soziale Arbeit heute lediglich ein „devotes Instrument“ des Staates ist.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, die durch die langjährige berufliche Erfahrung der Autorin als Erzieherin und ihre Reflexion von Praxisbeispielen (z.B. aus der Kindertagesstätte und Heimerziehung) ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Qualitätsmanagements, die Analyse des Neuen Steuerungsmodells in der Sozialverwaltung, deren Auswirkungen auf die Jugendhilfe sowie einen Exkurs zu Stress- und Burnout-Management als notwendiger Reaktion auf den Aufgabenzuwachs.
Die zentralen Begriffe sind Qualitätsmanagement, Jugendhilfe, Heimerziehung, Neues Steuerungsmodell, Professionalität, Burnout-Prävention und Ergebnisqualität.
Anders als in der Industrie ist das „Produkt“ der Heimerziehung (die Entwicklung eines jungen Menschen) hochgradig komplex, nicht standardisierbar und von vielen variablen Faktoren abhängig, was eine rein ökonomische Messbarkeit erschwert.
Die Hilfeplanung (§ 36 KJHG) fungiert als zentrales Steuerungsinstrument, um Einzelfallhilfe zu evaluieren und Ziele prozessorientiert und partizipativ mit den Betroffenen zu entwickeln.
Die Autorin plädiert für eine präventive Personalentwicklung und schlägt innovative Ansätze wie multiprofessionelle Aushilfepools ("Springer") in Kooperation mit betrieblicher Sozialarbeit vor, um das Personal zu entlasten und die Qualität langfristig zu sichern.
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