Examensarbeit, 2008
176 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Begriffliche Klärungen
2.1 Kinder
2.2 Kindheit
2.3 Freizeit
3 Gesellschaft im Wandel
4 Auswirkungen der veränderten Gesellschaft auf die heutige Kindheit
4.1 Wandel der familiären Lebenswelt
4.2 Wandel der Erziehungsnormen
4.3 Wandel des Spiel- und Freizeitverhaltens
4.4 Medienkindheit
4.5 Kinderarmut
5 Forschungsstand bezüglich der Freizeitaktivitäten von Kindern
5.1 Freizeitwünsche versus Freizeitrealität
5.2 Freizeitaktivitäten in Institutionen
5.2.1 Sportvereine
5.2.2 Musikunterricht
5.3 Partner in der Freizeitgestaltung
5.3.1 Familie
5.3.2 Peers/Freunde
5.4 Freizeitorte der Kinder
5.5 Mediale Freizeitgestaltung
5.5.1 Printmedien
5.5.2 Elektronische Medien
5.5.3 Medienkompetenz
6 Zusammenfassung
7 Darstellung der empirischen Untersuchung
7.1 Forschungsfragestellung
7.2 Thesenbildung
7.3 Methodisches Vorgehen
7.3.1 Auswahl der Interviewpartner
7.3.2 Durchführung der Interviews
7.3.3 Beschreibung der Auswertungstechnik
7.4 Darstellung der Ergebnisse
7.4.1 Regelmäßige Termine im Laufe der Woche
7.4.2 Musisch-künstlerisches Interesse
7.4.3 Freunde
7.4.4 Wohnumgebung
7.4.5 Lesen
7.4.6 Nutzung von Fernsehen und Internet
7.4.7 Unternehmungen mit Eltern
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Freizeitgestaltung von Kindern vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wandelungsprozesse. Das primäre Ziel ist es, die kindliche Freizeitgestaltung zu analysieren, wobei insbesondere die Auswirkungen finanzieller Hintergründe der Familien auf die Freizeitaktivitäten von Mädchen im Alter von neun bis elf Jahren mittels qualitativer Interviews erforscht werden.
1 Einleitung
Das Interesse an den Kindern und damit deren Freizeitgestaltung ist in meinen Augen eine wichtige Voraussetzung für den Lehrerberuf. Kein Kind legt seine Erfahrungen an der Tür zum Klassenraum ab und betritt ihn wie ein Rohling, mit dem die Lehrkräfte in ihrem Unterricht arbeiten können. Kinder machen vielfältige Erfahrungen in ihrer Freizeit. Sei es die unterschiedliche Intensität der Aufmerksamkeit seitens der Eltern, kreativitätsfördernde und abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten, das (Nicht-) Vorhandensein von Freunden und Geschwistern, etc.
Während ich als Kind noch dachte, alle in Deutschland lebenden Kinder wüchsen so glücklich auf wie ich, habe ich im Laufe meines Lebens vielerlei gegenteiliger Erfahrungen machen müssen. Nicht jedes Kind wird in der Nähe eines Waldes aufwachsen, umgeben von Wiesen, mit einem kleinen Bach unweit des Elternhauses wie ich. Auch die Spielkameraden, mit denen ich zu jener Zeit täglich draußen umherstreifen konnte und dabei Buden baute, stehen meiner Erfahrung nach nur noch wenigen der heutigen Kinder zur Verfügung, die ich in meinen drei Praktika bislang unterrichten durfte. Hatte dennoch einmal keine Freundin für mich Zeit, spielte ich einfach mit einem meiner drei Geschwister in den Wiesen, unserem großen Garten oder unserem großen Haus. Wenngleich ich damals bedauerte, dass meine Familie auf dem Land nur drei Fernsehprogramme empfing, kann ich mich heute kaum noch an bestimmte Fernsehprogramme und -sendungen erinnern. Andere Erlebnisse, wie Sandsuppe kochen, Froschzirkus spielen und gemeinsame Fußballspiele sind mir jedoch heute noch genau vor Augen.
Während meines Studiums arbeitete ich fortwährend im Zwischenahner Segelklub. An diesem Ort begegneten mir einige Kinder, die mir in Gesprächen vermittelten, eine ähnliche Kindheit zu verbringen wie ich sie damals erlebt habe. Dies, obwohl in der Öffentlichkeit von einem stark angestiegenem Medienkonsum heutiger Kinder sowie von mangelnder Bewegungsfähigkeit, reduziertem freien Spiel in Außenräumen und einer Verringerung der Geschwisterzahlen die Rede ist.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das persönliche und professionelle Interesse an der Freizeitgestaltung von Kindern und stellt die Forschungsintention dar.
2 Begriffliche Klärungen: Definition der zentralen Begriffe Kind, Kindheit und Freizeit zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.
3 Gesellschaft im Wandel: Erläuterung gesamtgesellschaftlicher Individualisierungs- und Modernisierungsprozesse, die die Rahmenbedingungen für die Kindheit maßgeblich prägen.
4 Auswirkungen der veränderten Gesellschaft auf die heutige Kindheit: Analyse der Folgen gesellschaftlicher Veränderungen, wie Wandel der Familienstrukturen und Erziehungsnormen, für die kindliche Lebenswelt.
5 Forschungsstand bezüglich der Freizeitaktivitäten von Kindern: Zusammenfassung aktueller Studien zu kindlichen Freizeitwünschen, Institutionen, Partnern, Orten und dem Medienumgang.
6 Zusammenfassung: Kurze Rekapitulation des theoretischen Arbeitsteils als Basis für den folgenden empirischen Abschnitt.
7 Darstellung der empirischen Untersuchung: Beschreibung der eigenen qualitativen Forschung zur Freizeitgestaltung von Mädchen, inklusive Forschungsfrage, Thesen und Methodik.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Ausblick auf künftige pädagogische Handlungsfelder.
Freizeitgestaltung, Kindheit, Modernisierung, Individualisierung, Kinderarmut, Mediennutzung, Sozialisation, Freizeitaktivitäten, Eltern-Kind-Beziehung, Freundschaften, Qualitative Forschung, Institutionen, Lebenswelten, Medienkompetenz, Wohnumgebung
Die Arbeit untersucht die Freizeitgestaltung heutiger Kinder, indem sie theoretische Erkenntnisse über den gesellschaftlichen Wandel mit den Ergebnissen einer eigenen empirischen Studie verknüpft.
Die zentralen Themen umfassen den gesellschaftlichen Wandel, die Auswirkungen auf die Kindheit, kindliche Mediennutzung, die Bedeutung von Freizeitorten und -institutionen sowie den Einfluss der sozialen Herkunft auf die Freizeitgestaltung.
Die Hauptfragestellung lautet: „Wie gestaltet sich die Freizeit heutiger neun- bis elfjähriger Mädchen unter besonderer Berücksichtigung von armen und nicht-armen familiären Hintergründen?“
Es wurde eine qualitative Untersuchung durchgeführt, die auf der Methode des problemzentrierten Leitfaden-Interviews nach Witzel basiert, ergänzt durch einen Kurzfragebogen zur Erhebung von Sozialdaten.
Der Hauptteil analysiert die empirischen Ergebnisse zu Terminen, musisch-künstlerischen Interessen, Freundschaften, der Wohnumgebung, dem Medienkonsum (Fernsehen/Internet) und den gemeinsamen Unternehmungen mit den Eltern.
Wichtige Begriffe sind Freizeitgestaltung, Kindheit, Kinderarmut, Mediennutzung, Sozialisation und qualitative Forschung.
Die Untersuchung zeigt, dass Kinder aus nicht-armen Familien deutlich mehr Zugang zu institutionalisierten Angeboten haben und öfter sportliche oder musische Vereine besuchen als Mädchen aus armen Verhältnissen.
Der Fernsehkonsum ist bei den untersuchten Kindern ein zentraler Bestandteil des Medienalltags, wobei arme Kinder laut der Untersuchung signifikant mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen als nicht-arme Kinder.
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